• Seit Wochen wird das Stahlwerk Azovstal in Mariupol von der russischen Armee belagert.
  • Dort verschanzen sich Angehörige des ukrainischen Asow-Regiments. Jetzt hat das Regiment Fotos aus dem Inneren veröffentlicht.
  • Sie zeigen Menschen in medizinischen Notlagen, die nicht kapitulieren wollen.

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Die letzten Zivilisten haben das belagerte Stahlwerk Azovstal in dieser Woche verlassen. Sie berichteten von katastrophalen Zuständen. Doch noch immer verschanzen sich in dem weiträumigen Komplex in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol Angehörige des Asow-Regiments. Die Nachrichtenagenturen dpa und AP haben nun Fotos aus dem Inneren des Werks veröffentlicht, die das Regiment selbst gemacht hat. Ob sie wie angegeben wirklich am 10. Mai im Werk aufgenommen wurden, lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

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Der letzte Widerstand: Eindrücke aus Azovstal

Die Nachrichtenagenturen dpa und AP haben Fotos aus dem Inneren des Stahlwerks Asovstal in Mariupol veröffentlicht. Sie wurden vom Asow-Regiment der ukrainischen Nationalgarde aufgenommen - den Agenturen zufolge am 10. Mai.

Das Stahlwerk wird seit Wochen von der russischen Armee belagert und beschossen. Die ukrainische Führung schlägt Russland ein Tauschgeschäft für die dort verschanzten Personen vor: Man transportiere die schwerverwundeten Kämpfer aus dem Werk ab und lasse im Gegenzug russische Kriegsgefangene frei. Die Verhandlungen dazu dauern noch an.

Sanitäter berichtet von absolutem Mangel an Medikamenten

In den vergangenen Tagen war mehrfach über das Leiden der verwundeten ukrainischen Soldaten im Stahlwerk berichtet worden. Nach Darstellung eines Sanitäters herrscht dort inzwischen absoluter Mangel an Medikamenten. Das weiträumige Stahlwerk ist die letzte Bastion der ukrainischen Truppen in der schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol. Das russische Militär fordert von den Verteidigern die Kapitulation. Die ukrainischen Truppen lehnen das kategorisch ab.

Russland bezeichnet das Asow-Regiment als "faschistische Organisation". Auch im Westen ist das Regiment wegen Verbindungen zu Rechtsextremen umstritten. Der ukrainische Politikwissenschaftler Anton Shekhovtsov bestritt dagegen in einem Interview mit der "Zeit" (Bezahlinhalt), dass es sich um eine extremistische Organisation handle: "Es ist ein normaler Teil der Streitkräfte und erhält seine Befehle von der ukrainischen Nationalgarde, die seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar vom Verteidigungsministerium koordiniert wird", sagte Shekhovtsov. (dpa/fab)

Verwendete Quellen:

  • dpa/Associated Press
  • Zeit.de: "Das Asow-Regiment ist keine extremistische Organisation"
Mariupol

UN: Wohl tausende tote Zivilistinnen und Zivilisten in Mariupol

Wie viele Menschen in Mariupol genau ihr Leben verloren haben, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Bei den Vereinten Nationen (UN) geht man von einer hohen Dunkelziffer aus.