Louisiana droht eine Naturkatastrophe: Ein Tropensturm hält auf den US-Bundesstaat zu. Experten zufolge könnte er ähnliche Ausmaße annehmen wie seinerzeit Hurrikan "Katrina".

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14 Jahre ist es her, dass Hurrikan "Katrina" weite Teile der Südostküste der USA verwüstete. Nun bereiten sich die Behörden von Louisiana auf einen womöglich ähnlich verheerenden Hurrikan vor.

Der Tropensturm "Barry" befindet sich aktuell über dem Golf von Mexiko. Er wird voraussichtlich "am späten Freitagabend oder Samstagfrüh" Hurrikanstärke erreichen und im Laufe des Wochenendes auf die Küste von Louisiana treffen, wie das US-Hurrikan-Zentrum (NHC) bekannt gab. Er ist der erste Tropensturm dieser Saison.

In der gesamten Region von Floridas Westküste bis nach Texas ist mit heftigem Regen sowie Sturmböen zu rechnen. "Sturzfluten und Hochwasser werden immer wahrscheinlicher", teilte das Hurrikanzentrum mit. Diese könnten in Küstengebieten und entlang der Flüsse "lebensbedrohliche Ausmaße" annehmen.

Louisiana ruft Ausnahmezustand aus

Louisianas Gouverneur John Bel Edwards rief den Ausnahmezustand aus. Für die Vororte Jefferson und Plaquemines bei New Orleans wurden Evakuierungen angeordnet. Auch für New Orleans selbst wurde der Notstand ausgerufen, wie US-Medien berichteten.

Die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, rief die Einwohner auf, ihre Notfall-Vorräte zu überprüfen und sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

In Teilen von New Orleans kam es infolge heftiger Regenfälle bereits zu schweren Überschwemmungen. In einigen Straßen standen die Bewohner fast knietief im Wasser. Der Pegel des Mississippi erreichte in der Stadt bereits am späten Donnerstagabend eine Höhe von 4,9 Metern - nur rund 30 Zentimeter unter Hochwasserstand.

Experten fürchten, dass die mehr als sechs Meter hohen Dämme um die 400.000-Einwohner-Stadt brechen könnten, wenn "Barry" auf die Küste trifft. Als "Katrina" auf Land stieß, brachen die Dämme und setzten 80 Prozent von New Orleans unter Wasser.

Für die Stadt war dies besonders prekär: Sie liegt nicht nur direkt zwischen dem Lake Pontchartrain und dem Mississippi, sondern zum überwiegenden Teil bis zu 1,6 Meter unterhalb des Meeresspiegels.

"Katrina" war verheerendste Sturmkatastrophe in der US-Geschichte

US-Präsident Donald Trump richtete sich im Kurzbotschaftendienst Twitter an "alle an der Golfküste" und schrieb: "Bitte seien Sie vorbereitet, vorsichtig und bleiben Sie unversehrt!"

In New Orleans bereiteten sich Ladeninhaber mit Sandsäcken und Holzbrettern vor den Fenstern auf den Sturm vor. Am Donnerstagabend mitteleuropäischer Zeit befand sich "Barry" rund 145 Kilometer südöstlich vor der Mündung des Mississippi und näherte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern der US-Küste.

Das Auswärtige Amt empfahl Reisenden, Informationen der örtlichen Behörden zu beachten und "insbesondere Evakuierungsanweisungen Folge zu leisten".

Im August 2005 waren infolge des Hurrikans "Katrina" 80 Prozent von New Orleans überflutet worden, etwa 1.800 Menschen kamen damals ums Leben, Hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen.

Laut Statistiken der US-Behörden war "Katrina" mit einem Schaden von 150 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) die teuerste Naturkatastrophe in der US-Geschichte. (ank/AFP/dpa)

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