Ein fünfjähriges Kind bekommt noch am Sterbebett seinen letzten Wunsch erfüllt: einmal im Leben Santa Claus treffen. Wem dieses Weihnachtswunder zu wunderlich erscheint, der hat vermutlich Recht.

Der Fall machte Anfang der Woche weltweit die Runde: Ein schwerkranker Fünfjähriger bekommt seinen letzten Wunsch erfüllt - und stirbt in den Armen des Weihnachtsmanns. Doch nun regen sich Zweifel, ob die herzzerreißende Geschichte nicht doch zu filmreif ist, um wahr zu sein.

Was ist passiert?

Ein nicht namentlich genannter Fünfjähriger wünscht sich, einmal im Leben Santa Claus zu treffen. Weihnachtsmann-Darsteller Eric Schmitt-Matzen aus Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee wird ans Krankenbett des Kindes gerufen. In einem Interview mit dem "Knoxville News Sentinel" gab der 60-Jährige einen Dialog wieder, der sich im Krankenhaus entsponnen haben soll.

Schmitt-Matzen gab weder die Identität des Kindes oder dessen Familie noch die der Krankenschwester preis, die ihn angerufen haben soll. Der "Knoxville News Sentinel" versuchte im Nachgang, die Story über andere Quellen zu verifizieren, scheiterte jedoch.

Zeitung distanziert sich

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In einer Stellungnahme von Dienstagabend (Ortszeit) heißt es: "Der 'News Sentinel' kann nicht beweisen, dass Schmitt-Matzens Darstellung unwahr ist, aber - was noch wichtiger ist - laufende Recherchen können nicht belegen, dass sie zutrifft." Die Geschichte entspreche damit nicht den Verifikationsstandards der Zeitung.

Auch die US-Nachrichtenagentur The Associated Press versuchte, die Geschichte zu verifizieren - und scheiterte. Der TV-Sender CNN telefonierte sogar jedes einzelne Krankenhaus der Region durch, fand aber niemanden, der den Vorfall bestätigen konnte.

Keine Todesanzeige

Die Website "Mediaite" durchforstete die Todesanzeigen aus der Region auf der Suche nach irgendeiner Information, die "annähernd dem Tod eines Fünfjährigen entspricht", fand aber: nichts.

Auch wann sich der Vorfall zugetragen haben soll, ist unklar. Schmitt-Matzen zufolge ereignete er sich "vor ungefähr einem Monat". So rührend die Geschichte anmutet: Es deutet viel darauf hin, dass sie erfunden ist.

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