Seit Montag steht in Berlin ein vermeintliches Coca-Cola-Plakat, das sich gegen die AfD ausspricht. Politiker der Partei sind empört. Ist das Unternehmen nun zu weit gegangen? Nein, es hat damit gar nichts zu tun - und verärgert die AfD dennoch.

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Den Berliner Lützowplatz ziert seit Montagmorgen ein Plakat mit der Aufschrift "Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD!", wie die "taz" berichtet.

Dazu prangt das Logo des Konzerns zusammen mit dem weltberühmten Coca-Cola-Weihnachtsmann auf rotem Hintergrund.

Mischt sich das US-Unternehmen nun also in die deutsche Politik ein?

AfD reagiert empört

Diese Frage stellte sich auch der stellvertretende Vorsitzende der AfD Sachsen, Maximilian Kehr. "Ist das echt?", wollte er von dem Unternehmen wissen. Und: "Falls nein: Was tun Sie dagegen?"

Eine Mail des Unternehmens beantwortet die erste Frage: "Auf Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt."

Um wen es sich dabei handelt, wurde inzwischen ebenfalls bekannt. Die Initiative #AfDentskalender hat es sich zur Aufgabe gemacht, bis Heiligabend 24 Aktionen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bewerben.

Das vermeintliche Coca-Cola-Plakat ist die Aktion zum vierten Türchen.

Vorgehen gegen Ignoranz

Auf ihrer Webseite formulieren die Aktivisten als eines ihrer Ziele, in der Öffentlichkeit "ein Bewusstsein für den Widerstand gegen die AfD zu schaffen".

Sie wollen nach eigener Aussage gegen Ignoranz vorgehen und nicht "ohnmächtig zuschauen oder in der eigenen Filterblase versauern".

Coca Cola hat mittlerweile bereits indirekt Stellung zu der Aktion bezogen. Der Director Public Affairs & Communication, Patrick Kammerer, hat in einem Tweet das Bild des Plakats geteilt.

Dazu schreibt er: "Nicht jedes Fake muss falsch sein." Der Haupt-Account des Konzerns retweetete das Statement.

Gegenüber unserer Redaktion hat Coca Cola folgende Stellungnahme gegeben: "Das Plakat stammt nicht von uns. Es wird heute im Laufe des Tages seitens der Stadt abgebaut." (dar)

Quellen:

  • afdentskalender.de
  • taz
  • Twitter
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