• Polizei und Staatsanwaltschaft gehen weiter Hinweisen zum mutmaßlichen Polizistenmord in der Pfalz nach.
  • Die beiden Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft - auch wegen Fluchtgefahr.
  • Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Männer geschossen haben.

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Nach dem mutmaßlichen Mord an einer 24 Jahre alten Polizistin und ihrem 29-jährigen Kollegen in Kusel in Rheinland-Pfalz am Montagmorgen werden weitere Details zu den beiden Tatverdächtigen bekannt. Auch wenn die Ermittler die Fahndung nach weiteren Tätern vorerst eingestellt haben, dauern die Ermittlungen weiter an. Rund 150 Hinweise zu dem Verbrechen sind bisher bei der Polizei eingegangen.

Die Behörden wollen unter anderem klären, ob die Männer über Waffenbesitzkarten verfügten, wie die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern mitteilte. Bei der Festnahme der Männer am Montag im Saarland war ein großes Waffenarsenal sichergestellt worden.

Polizei findet mehrere Waffen bei Tatverdächtigen

Die Polizei fand bei einer Hausdurchsuchung im saarländischen Spiesen-Elversberg fünf Kurzwaffen, ein Repetiergewehr, zehn weitere Langwaffen, eine Armbrust sowie einen Schalldämpfer und Munition. Die Ermittler gehen den Angaben zufolge davon aus, dass der festgenommene 38-jährige Tatverdächtige Zugang zu den Waffen hatte. Im Haus des zweiten Tatverdächtigen seien zwei Langwaffen entdeckt worden.

Der Deutsche Jagdverband erklärte, der 38-Jährige sei nicht im Besitz eines gültigen Jagdscheins gewesen. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat die zuständige Behörde im Saarland seinen Antrag, erneut einen Jagdschein zu lösen, wegen fehlender Zuverlässigkeit abgelehnt. Der Verband zeigte sich entsetzt über den "kaltblütigen Polizistenmord" und forderte die Behörden auf, rasch zu klären, woher die Tatwaffen stammen und wie sie in den Besitz des Tatverdächtigen gelangen konnten.

Bluttat in Kusel: Einer der mutmaßlichen Täter hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert

Seit Dienstag sitzen die 32 und 38 Jahre alten Saarländer wegen Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord und Wilderei in Untersuchungshaft. Sie sollen am frühen Montagmorgen bei einer Verkehrskontrolle im Kreis Kusel - er liegt im Südwesten von Rheinland-Pfalz und grenzt ans Saarland - eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und einen 29 Jahren alten Oberkommissar erschossen haben. Die Ermittler vermuten, dass die Männer Jagdwilderei vertuschen wollten. Im Kofferraum ihres Kastenwagens hätten sich zahlreiche getötete Wildtiere befunden.

Der Ältere habe sich bisher nicht zur Sache geäußert, der Jüngere habe die Wilderei eingeräumt sowie die Polizeikontrolle und Schüsse geschildert, hieß es. Er hat der Staatsanwaltschaft zufolge bestritten, selbst geschossen zu haben.

Polizistenmord in Kusel: Tatverdächtige sind nicht vorbestraft

Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens zwei Waffen verwendet und diese von beiden Beschuldigten genutzt wurden. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat oder etwa Verbindungen in die sogenannte Reichsbürgerszene gebe es nicht.

Die Tatverdächtigen sind nicht vorbestraft. Der 38-Jährige sei der Polizei aber bereits wegen Jagdwilderei und Verkehrsunfallflucht aufgefallen, der 32-Jährige wegen Betrugsdelikten, hieß es.

Der Staatsanwaltschaft zufolge droht den Männern nun lebenslange Haft. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag äußerten sich die Ermittler auch zur persönlichen Situation der Beschuldigten. Ein Haftgrund ist demnach eine mögliche Fluchtgefahr, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Männer seien "alles andere als geordnet", die sozialen Verhältnisse "eher brüchig". (mko/dpa)

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