Alex Feuerherdt

Schiedsrichter-Coach und freier Publizist

Alex Feuerherdt ist Schiedsrichter seit 1985 und hat Spiele bis zur Oberliga geleitet. Er lebt in Köln und ist dort verantwortlich für die Aus- und Fortbildung der Unparteiischen. Außerdem wird er als Schiedsrichter-Coach eingesetzt.

Gemeinsam mit Klaas Reese betreibt er Deutschlands ersten und einzigen Schiedsrichter-Podcast, "Collinas Erben", der sich mit den Fußballregeln, den Entscheidungen der Referees sowie mit den Hintergründen und Untiefen des Pfeifens befasst. Hauptberuflich arbeitet Feuerherdt als freier Publizist und Lektor.

Artikel von Alex Feuerherdt

Beim Thema Handspiel scheiden sich die Geister in der Fußballwelt. Immer wieder kommen neue Regelungen heraus, die nun endlich Klarheit schaffen sollen. Aber tun sie das wirklich? Ein Vorschlag, wie man zukünftig alles erleichtern könnte.

Gladbach fühlte sich um einen Elfmeter betrogen. Unser Experte erklärt, was es mit der Schiri-Entscheidung auf sich hat.

In vier Bundesliga-Stadien gehen die Unparteiischen nach einem Dreistufenplan vor, weil ein wohlhabender Mann geschmäht wird. Zwei Begegnungen stehen dabei kurz vor dem Abbruch. Weniger Beachtung finden unterdessen zwei Referees, die in ihren Spielen gegen Rassismus aktiv werden.

Der Video-Assistent macht in der Partie Mönchengladbach gegen Hoffenheim auf zwei Handspiele aufmerksam, die der Schiedsrichter übersehen hat. Beide Fälle sind knifflig, werden jedoch von Dr. Felix Brych nach Betrachtung der Bilder richtig bewertet.

Drei Strafstöße, drei Interventionen des Video-Assistenten – in Sinsheim hatte der Schiedsrichter alle Hände voll zu tun. Umstritten war dabei nur eine Entscheidung. Derweil reagierten Zuschauer und Schiedsrichterin in der Dritten Liga gut und richtig auf einen rassistischen Zwischenfall.

In Leverkusen wird Borussia Dortmund nach einer Intervention des Video-Assistenten ein Tor aberkannt. Die Entscheidung ist richtig, dennoch löst sie bei vielen Unbehagen aus. Denn das Foul, aufgrund dessen der Schiedsrichter den Treffer annulliert, hat mit der Torerzielung nichts zu tun.

Seit Rückrundenbeginn sollen die Schiedsrichter gegen Unsportlichkeiten strenger vorgehen. Doch diese Anweisung gefällt nicht allen, wie zuletzt zu sehen bei der Gelb-Roten Karte gegen Gladbachs Pléa. Dabei sind die Klubs gut beraten, sich schnellstmöglich umzustellen, findet unser Kolumnist.

Nach einem Eingriff des Video-Assistenten wird in Dortmund ein falscher Strafstoßpfiff in eine falsche Freistoßentscheidung umgewandelt. Was sich merkwürdig anhört, folgt der Logik der Regularien. Eine Änderung sollte es trotzdem geben.

Der Bremer Kapitän fliegt vom Platz, nachdem er den Unparteiischen angeschrien hat. Die Entscheidung ist korrekt, doch bei Werder mag man das nicht einsehen.

Am 17. Spieltag gab es erneut knifflige EntscBeim Spiel von Bayer 04 Leverkusen in Mainz trifft Kevin Volland, doch sein Tor zählt aufgrund eines Handspiels des Vorlagengebers zu Recht nicht. Derweil beklagen sich die Augsburger über ein nicht geahndetes Foul vor dem ersten Leipziger Treffer. Dem Video-Assistenten sind allerdings die Hände gebunden.

Kaum knifflige Situationen für die Referees - Tore in Wolfsburg korrekt.

Beim Spiel des BVB in Mainz klemmt ein Spieler der Gastgeber im Strafraum den Ball zwischen seinen Armen ein. Trotzdem gibt der Unparteiische keinen Strafstoß, und der Video-Assistent widerspricht nicht. Dafür gibt es Gründe.

Während man beim FC Bayern München einen spielentscheidenden Elfmeter gegen sich beim Spiel in Mönchengladbach vollauf akzeptiert, gibt es in den sozialen Netzwerken längliche Debatten darüber. Auch über einen strittigen Strafstoß für den FC Augsburg wird diskutiert.

In Schalke lässt der Video-Assistent eine Elfmeterentscheidung für Union Berlin unbeanstandet, obwohl die Bilder zeigen, dass eine Schwalbe vorliegt. In den anderen Stadien dagegen machen die Unparteiischen und ihre Helfer in Köln eine gute Figur. Das Topspiel in München sieht gar einen Top-Schiedsrichter.

Der Freiburger Torwart bekam nach einem Ausrutscher in Leverkusen unfreiwillig ein bisschen Nachhilfe in Regelkunde. Dabei hatte er Glück, dass die Situation für ihn glimpflich ausging. Sein Berliner Kollege hingegen erwischte einen gebrauchten Tag.

Chaotische Szenen im Breisgau: Nach einem Bodycheck von Frankfurts Kapitän David Abraham gegen Freiburgs Trainer Christian Streich kommt es zu wilden Tumulten am Spielfeldrand. Doch Schiedsrichter Felix Brych behält den Überblick – und zeigt, unterstützt vom Video-Assistenten, völlig zu Recht zweimal Rot. Hinterher vertrugen sich die Streithähne wieder - hilft ihnen das bei der Bemessung der Sperre?

Nicht weniger als achtmal tragen die Video-Assistenten am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga dazu bei, dass Entscheidungen des Schiedsrichters geändert werden. Achtmal tun sie es zu Recht. In Berlin hätte es eine weitere Intervention geben müssen, in Paderborn verhindern die Regularien sie. Eine kleine Bestandsaufnahme.

Im Berliner Derby blieb Deniz Aytekin auch dann noch gelassen, als Raketen auf den Platz geworfen wurden. Ein aufgeheiztes Spiel brachte der Schiedsrichter souverän zu Ende. Auch beim spielentscheidenden Strafstoß lag er goldrichtig.

Das Thema Handspiel sorgt einmal mehr für Diskussion. Es gibt viel Aufregung, obwohl die Unparteiischen fast überall zumindest nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Dabei spielen auch die Video-Assistenten eine gute Rolle.

Im Topspiel hat der Unparteiische alle Hände voll zu tun: Zwei Tore für den BVB werden wegen Abseits annulliert, dreimal gibt es keinen Elfmeter für Gladbach. Nur in einer Szene wäre eine andere Entscheidung besser gewesen.

Dreimal reklamiert Fortuna Düsseldorf in Berlin einen Elfmeter, am Ende aber gibt es nur einen. Das hat auch etwas damit zu tun, dass der Video-Assistent in einem Fall dem Schiedsrichter nicht die aussagekräftigsten Bilder gezeigt hat. Unterdessen ist der Unparteiische auf Schalke erst streng und dann zu großzügig.

Premiere in Mainz: Erstmals in der Geschichte der Bundesliga bekommt ein Trainer die Gelb-Rote Karte. Beim nächsten Spiel darf er deshalb automatisch weder an der Seitenlinie coachen noch die Mannschaftskabine betreten. Eine solche Sperre war in der vergangenen Saison noch nicht obligatorisch.

Die Berliner Hertha hat den Grundstein für ihren ersten Saisonsieg mit einem tollen Tor gelegt, dem allerdings ein Handspiel vorausgegangen ist. War es strafbar? Nein, meinen Schiedsrichter und Video-Assistent - und liegen damit richtig.

In Berlin läuft für den Schiedsrichter von Anfang an einiges schief, die Spieler protestieren selbst gegen korrekte Entscheidungen. Einer der Beteiligten zeigt sich nach dem Spiel bemerkenswert selbstkritisch.

Ein unberechtigter Eckstoß leitet die Dortmunder Niederlage bei Union Berlin ein. Der Video-Assistent darf den Schiedsrichter jedoch nicht auf seinen Fehler hinweisen – und das hat logische Gründe.