Renault hat soeben seinen "International Game Plan 2027" vorgestellt – also seine Strategie für die aufstrebenden Märkte außerhalb Europas. Weil es für einen Autohersteller einfacher ist, die Aufmerksamkeit auf so ein sachlich-wirtschaftliches Thema zu lenken, indem er die Verkündung mit der Präsentation neuer Autos verknüpft, hat Renault bei dieser Gelegenheit gleich zwei neue Modelle ins Rampenlicht geschoben. Einerseits den neuen Kardian, bei dem es sich um die Serienversion eines B-Segment-SUVs handelt. Andererseits den Niagara Concept, der einen Ausblick auf einen etwas größeren, aber immer noch kompakten Pick-up liefert.

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Dieses Segment ist in Lateinamerika äußerst beliebt; speziell für diese Märkte dürfte die sehr wahrscheinlich folgende Serienversion konzipiert sein. Die Linienführung des Niagara Concept gibt einen Vorgeschmack auf das Design jener Modelle, die Renault innerhalb der kommenden vier Jahre außerhalb Europas an den Start bringen will. Das kurze Ladeabteil schließt sich bei ihm im Ute-Stil an die viertürige Fahrerkabine an. Diese verfügt über klassische Bügelgriffe vorn und nach oben den Fensterrahmen versetzte Türgriffe hinten. Nach hinten gerichtete Kameras ersetzen die Außenspiegel. Große Räder mit grobstolliger Offroad-Bereifung von BF-Goodrich hausen in umfangreich mit Plastik beplankten Radhäusern.

Mit Lifestyle- und Offroad-Anspruch

Besonders extrovertiert wirkt der Renault Niagara Concept in der Frontansicht. Der beleuchtete Markenschriftzug sitzt prominent im feingliedrigen 3D-Kühlergrill, während die Scheinwerfer und Tagfahrleuchten aus einzelnen LED-Segmenten bestehen. In der Kunststoff-Schürze erkennen wir vorn wie hinten einen Unterfahrschutz und massiv wirkende Abschlepphaken. Am Heck verbindet eine lediglich vom Renault-Rhombus unterbrochene Lichtleiste die beiden Leuchten. Unter dem Markenlogo prangt der Modellschriftzug auf gelbem Grund. Solche Farbtupfer finden sich überall an der Karosserie, die sonst ein schwarz-grau-grünes Farbkonzept aufweist.

Den Lifestyle-und Offroad-Anspruch des Renault Niagara Concept soll das reichhaltig mitgegebene Zubehör symbolisieren. Am auffälligsten erscheint der horizontal ausgerichtete Dachgepäckträger, der ein mit Spanngurten festgezurrtes Ersatzrad aufnimmt und am vorderen Ende acht weitere Lichtquellen präsentiert. Auf der Ladefläche, die vorn von einem weit herausgezogenen Dachspoiler samt zusätzlicher Bremsleuchten überdacht und seitlich von mächtigen Bügeln begrenzt wird, finden sich zwei weitere Reserveräder und Traktionshilfen, falls der Pick-up mal stecken bleiben sollte. Eine vorn installierte Seilwinde, beleuchtete Tritthilfen im Schwellerbereich und ein mit langen Federwegen gesegnetes Fahrwerk samt großer Bodenfreiheit sollen vermitteln, dass die Konzeptstudie eine gewisse Offroad-Kompetenz auszeichnet.

Neue Plattform mit doppeltem Hybridantrieb

Als technischer Unterbau des Niagara Concept dient die neue, ebenfalls im Rahmen des "International Game Plan 2027" präsentierte modulare Plattform. Bei der Pick-up-Studie realisiert Renault einen doppelten Hybridantrieb: Eine milde, an den vorn eingebauten Verbrenner angeschlossene Version auf 48-Volt-Basis und ein zusätzlicher Elektromotor an der Hinterachse, der den Niagara zum Allradler macht. Über die technischen Daten schweigt sich der Autobauer bislang aus. Es heißt lediglich, dass die Hälfte aller Fahrten im Elektromodus möglich sein sollen, was für eine entsprechend dimensionierte Batterie spricht. Unbekannt – und unwahrscheinlich – ist zudem eine Auslegung als Plug-in-Hybrid mit externer Lademöglichkeit.

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"Der Renault Niagara Concept ist der Vorbote der nächsten internationalen Modelle, die Renault bis 2027 auf den Markt bringen wird", heißt es im offiziellen Presse-Begleittext zu der Konzeptstudie. Es sieht also ganz danach aus, als erhalte die kompakte Pick-up-Studie innerhalb der nächsten vier Jahre eine Serienableitung.  © auto motor und sport

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