"Gejagt": In der 3. Folge der finalen 11. "The Walking Dead"-Staffel laufen alle vor etwas davon. Während Carol einmal mehr ihrem Image als Bad Ass gerecht wird, passiert zwischen Negan und Maggie, was passieren muss. Um was es in "Gejagt" sonst noch geht, lesen Sie hier - Vorsicht: Spoiler!

Patricia Kämpf
Eine Kritik
von Patricia Kämpf
Diese Kritik stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Vorsicht, Spoiler!

Jeder wird von etwas anderem gejagt. Maggie (Lauren Cohan) von ihrer Erinnerung an das, was Negan (Jeffrey Dean Morgan) ihrem Ehemann Glenn angetan hat, als er ihn mit einem Baseballschläger erschlagen hat. Rosita (Christian Serratos) von düsteren Träumen, in denen ihr ihr ehemaliger Geliebter Abraham etwas mitteilen möchte, aber jedes Mal erschossen wird, bevor er sprechen kann.

Und die wilden Pferde von Carol, Magna, Kelly und Rosita, weil die Menschen in Alexandria die Unterstützung der Tiere bei schweren Arbeiten brauchen.

Doch “The Walking Dead” wäre nicht “The Walking Dead”, wenn sich in “Gejagt”, der 3. Folge der 11. Staffel, nicht herausstellen würde, dass die Pferde auch noch aus einem anderen Grund gejagt und schließlich eingefangen werden.

Aus einem profanen. Dem profansten überhaupt: Sie sollen gegessen werden. Denn die Menschen in Alexandria haben nichts mehr, um ihren Hunger zu stillen. Genau das war der Grund dafür, warum Maggie, Negan, Daryl (Norman Reedus) und der Rest in den ersten beiden Folgen (“Acheron: Teil I und II”) aufgebrochen sind, um neue Vorräte zu beschaffen.

"The Walking Dead"-Folge "Gejagt": Eine sinistre Umgebung

Carol (Melissa McBride) übernimmt den Job - mal wieder. Sie tötet eins der Pferde. Nicht kaltblütig, aber doch ohne unnötige Emotionen. Die Menschen brauchen schließlich etwas zu essen. Vor allem die Kinder.

Maggies Sohn Hershel und Rick Grimes Tochter Judith spielen derweil mit ein paar anderen Kindern Karten. Und unterhalten sich so, wie Kinder sich wohl in einer post-apokalyptischen Welt unterhalten: Wenn man ständig draußen auf der Straße unterwegs sei und vor den Untoten flüchte, erzählt Hershel, dann esse man eben, was man finde. Er ist es auch, der den anderen Kindern später das Pferdefleisch feilbietet und ihnen versichert, dass es gar nicht so schlimm ist. “Nicht so schlimm wie die Spinnen”, sagt er. Es ist einer von vielen schauerlichen Momenten der Folge.

Die 3. TWD-Folge ist eine sinistre. Die Sonne ist nie wirklich da, die Welt scheint sich irgendwo zwischen den letzten Herbstblättern und der ersten Kälte des heraufziehenden Frostes zu befinden. Ende Oktober, Anfang November.

“The Walking Dead” sieht in der letzten Staffel anders aus, als man es gewohnt ist: Harte, klare, fast blendende Farben. Und die Hitze, die vor allem in früheren TWD-Folgen allgegenwärtig war, als diese noch im heißen Georgia (USA) spielten, sucht man bislang vergebens. Es ist Herbst, die Protagonisten sind mittlerweile in Virginia in der Nähe von Washington D.C. angekommen. Und Pater Gabriel (Seth Gilliam) sagt den Satz, der aus seinem Mund doppelt unheilvoll klingt: “Gott gibt es hier nicht mehr.” Alles ist kalt, nirgendwo ist Hoffnung. Und so kommt es, wie es kommen muss.

Am Ende der 2. Folge wurde die Gruppe um Maggie und Negan von einer neuen Truppe angegriffen - es gab Opfer, einige starben. Was mit einem Großteil der Überlebenden passiert ist, bleibt offen. Wo sind Daryl und sein Hund abgeblieben? Diese Frage wird nicht beantwortet.

Übrig bleiben nur Maggie, Negan und Alden, doch Alden ist schwer verletzt. Als die drei in einer uralten verwitterten Kirche Unterschlupf finden, spricht er aus, was Negan schon lange begriffen hat: Sie müssen ihn zurücklassen und alleine weiter nach den Vorräten suchen. Denn einen Verletzten mitziehen zu müssen in einer Welt, in der man jeden Moment von alles verschlingenden Zombies oder anderen Menschengruppen angegriffen werden kann, die einem nicht wohlgesonnen sind - das geht nicht.

Negan scheint die TWD-Welt begriffen zu haben

Negan scheint diese Welt begriffen zu haben, mit der die Überlebenden der Apokalypse nun klarkommen müssen. Ständig hat man das Gefühl, dass er etwas weiß, es aber nicht ausspricht.

Er ist nicht mehr der alte Negan der “Saviors”, der Glenn brutal mit seinem Baseballschläger "Lucille" ermordet hat. Doch der neue Negan ist nicht weniger furchteinflößend. Man weiß nie, wozu er am Ende doch fähig ist. Auch Maggie weiß das nicht, obgleich sie sich einredet, dass sie mit ihm fertig wird.

Am Ende der Folge kommt es also, wie es kommen muss: Maggie muss alleine mit ihrem Erzfeind weiterziehen. Die Sonne geht unter, als die Kontrahenten zur Jagd aufbrechen - nach den Essensvorräten, wegen derer sie ursprünglich einmal losgezogen sind? Oder jagt am Ende doch Maggie Negan, um ihren Ehemann zu rächen? Oder jagt Negan eigentlich alle anderen, weil er nie wirklich ein Teil der Gruppe aus Alexandria geworden ist?

Dass Negan zu allem fähig ist, hat er in der vorangegangenen 10. Staffel einmal mehr bewiesen, als er sich tagelang, wochenlang, bei den Whisperern eingeschleust hat, um am Ende Alpha hinzurichten. Was hat er nun vor, jetzt, wo das Ende so nah ist?

"The Walking Dead", Staffel 11, läuft auf Disney Plus - jeden Montag gibt es eine neue Folge.

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