• "Diablo Immortal" hat den schlechtesten Metacritic-Score aller Zeiten.
  • Grund für die gnadenlosen User-Bewertungen: das Monetarisierungsmodell.
  • Bei "Diablo 4" soll deshalb fast alles anders werden, verspricht Blizzard.

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Wie sehr Blizzard die Community mit dem Free-2-Play-Titel "Diablo Immortal" verärgert hat, lässt sich unter anderem beim Meinungsaggregator Metacritic.com beobachten. Die Seite sammelt neben Kritiken der Fachpresse auch User-Bewertungen - und die sind in diesem Fall gnadenlos: Bei sagenhaft-armseligen 0,2 von 10 möglichen Punkten landet die PC-Version des auch auf iOS und Android verfügbaren Action-Rollenspiels aktuell - und damit auf Platz 12.456 von 12.456 gelisteten Games. Anders formuliert: "Immortal" hat den schlechtesten Metacritic-Score aller Zeiten!

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In "Diablo 4" sollen allenfalls kosmetische Gegenstände zum Kauf angeboten werden.

Größter Kritikpunkt ist das auf Mikrotransaktionen mit Glücksspielmechaniken ausgerichtete Monetarisierungsmodell. Findige Youtuber wollen herausgefunden haben, dass viele Jahre oder sechsstellige Summen nötig seien, um einen "perfekten" Helden zu formen.

Zwar sind Meinungsaggregator wie Metacritic anfällig für das sogenannte Review-Bombing, bei dem Wertungen durch die gezielte massenhafte negative Bewertungen manipuliert werden. Aber auch bei professionellen Kritikern und der Fachpresse kommt "Immortal" aufgrund seines Monetarisierungsmodell nicht gut weg.

Sogar einigen Ländern war das Geschäftsmodell von "Diablo Immortal" zu verbraucherunfreundlich, weshalb der Titel in den Niederlanden und Belgien überhaupt nicht erschien.

Um Schadensbegrenzung bemüht

Mit Blick auf den 2023 erscheinenden Vollpreis-Titel "Diablo 4", in dem viele Jahre Entwicklungszeit stecken, ist Blizzard entsprechend um Schadensbegrenzung und Abgrenzung zum Gratis-Ableger bemüht.

Auf denTweet eines Influencers, der froh darüber sei, dass "Diablo 4" auf Mobile-ähnliche Monetarisierungsmodelle verzichte, antwortete Adam Fletcher, Global Community Lead bei Blizzard, postwendend: "D4 ist ein Vollpreistitel, der speziell für die Konsolen- und PC-Zielgruppe entwickelt wurde.

Das Spiel ist riesig und nach dem Launch wird es tonnenweise Inhalte für alle Spieler geben. Bezahl-Content gibt es in Form von optionalen Kosmetik-Items, später dann vollwertige Erweiterungen. Wir teilen bald neue Infos mit euch!"

Weil die Fangemeinde darauf nur verhalten reagierte und Blizzard vorwirft, mit "Immortal" einen großen Teil seiner Glaubwürdigkeit verspielt zu haben, schaltete sich auch Rod Fergusson, Senior Vice President und General Manager der Marke "Diablo", in die Diskussion ein: "Um das klarzustellen: D4 ist ein Vollpreisspiel für die PC/PS/Xbox-Zielgruppe. Wir haben uns verschrieben, eine unglaubliche Bandbreite an Content nach dem Launch bereitzustellen, und zwar über Jahre hinweg, mit optionalen Kosmetik-Items und vollwertigen, story-lastigen Erweiterungen als Basis."

Es wird also definitiv auch einen Ingame-Shop in "Diablo 4" geben. Ob Blizzard dabei bleibt hier nur kosmetische Gegenstände zu verkaufen, daran herrscht innerhalb der Diablo-Community Zweifel. Auch das Blizzard eine langjährige Content-Strategie verfolgt, nährt die Befürchtung der Spieler, dass Inhalte bewusst zurückgehalten werden, um sie später gegen Bares unters Gaming-Volk zu bringen.

So bietet "Diablo 4" zum Launch nur fünf spielbare Charakterklassen: Barbar, Zauberin, Druide, Schurkin und Necromancer. Mönch oder Kreuzritter werden - wie beim Vorgänger - vermutlich irgendwann im Rahmen eines DLCs oder einer Erweiterung nachgereicht.   © 1&1 Mail & Media/teleschau