Königin Elizabeth II., die ewige Monarchin

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Königin Elizabeth II. feiert ihren 94. Geburtstag - allerdings ganz anders, als in den Jahrzehnten zuvor. Eine Krise wie die gegenwärtige Corona-Pandemie hat selbst die betagte Monarchin in bald 70 Amtsjahren noch nicht erlebt. Die wichtigsten Stationen der Queen in Bildern.

Am 21. April 1926 erblickt Elizabeth Alexandra Mary im Londoner Stadtteil Mayfair per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Sie ist die älteste Tochter von Prinz Albert of York, dem späteren König Georg VI., und dessen Frau Elizabeth Bowes-Lyon. Vier Jahre später folgte ihre Schwester Prinzessin Margaret. (Bild: 1926)
Zunächst sah es so aus, als würde "Lilibet", wie sie in ihrem engsten Familienkreis genannt wird, ein priveligiertes, aber weitgehend pflichtfreies Leben führen. Sie steht hinter ihrem Onkel Edward, dem künftigen König von England, und ihrem Vater an dritter Stelle der Thronfolge. (Bild: 1927)
Nach dem Tod ihres Großvaters, König George V., besteigt zunächst wie geplant ihr Onkel Edward den Thron. Als dieser nach nicht einmal einem Jahr im Dezember 1936 freiwillig abdankt, um eine zweifach geschiedene US-Amerikanerin zu heiraten, wird ihr Vater (Bild) König von England - und Elizabeth damit zur Kronprinzessin. (Bild: 1936)
Ihren ersten öffentlichen Auftritt als britische Thronfolgerin hat Elizabeth an ihrem 16. Geburtstag. Schon früh übernimmt sie bei Auslandsaufenthalten oder sonstiger Verhinderung ihres Vaters dessen Amtsgeschäfte in Vertretung. (Bild: 1942)
Elizabeth studierte unter anderem Verfassungsgeschichte und Rechtswissenschaften. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs unterstützt sie die britischen Truppen und schließt sich dem "Auxiliary Territorial Service" an. Dort absolviert sie eine Ausbildung zur Lkw-Fahrerin und Mechanikerin. (Bild: 1945)
Zu ihren größten Leidenschaften gehören Pferde und Hunde, insbesondere Corgis. Die zugleich als stur und treu geltenden Hunde begleiten Elizabeth seit frühester Kindheit und sind längst zu einer Art Markenzeichen geworden. Im Alter von drei Jahren bekam Elizabeth ihr erstes eigenes Pferd, ein Shetlandpony namens Peggy. (Bild: 1973)
In ihren Cousin dritten Grades, Prinz Phillip, ist Elizabeth schon seit frühester Jugend verliebt. Regelmäßig schreiben sich die beiden Briefe. Am 20. November 1947 erfolgt schließlich die Hochzeit in der Westminster Abbey. Das Seidenkleid stammt vom Designer Norman Hartnell und musste angeblich mit Rationierungsmarken finanziert werden. (Bild: 1947)
Am 14. November 1948 schenkte Elizabeth den Briten mit dem kleinen Prinz Charles (l.) einen Thronfolger. Ihr zweites Kind, Prinzessin Anne, folgt knapp zwei Jahre später. Insgesamt sollten es vier Kinder werden. Zudem hat die Queen heute acht Enkel und acht Urenkel - für Nachwuchs ist im britischen Königshaus also gesorgt. (Bild: 1949)
Als ihr Vater nach langer Krankheit am 6. Februar 1952 stirbt, wird Elizabeth die neue Königin. Die Nachricht über den Tod ihres Vaters ereilte Elizabeth auf einer Reise in Kenia. Prinz Philip soll kreideweiß geworden sein, als ihm dämmerte, was nun auf seine Frau und ihn zukommen würde. Nach der obligatorischen Trauerzeit findet die feierliche Krönung am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. (Bild: 1953)
Elizabeth 1972 im Kreise ihrer Familie. Insgesamt haben die Queen und Prinz Philip vier Kinder: Auf Charles (r.) und Anne (li.) folgen 1960 Andrew (2.v.li.) und 1964 Edward (2.v.r.). Sogar einer von Elizabeths geliebten Hunden ist auf dem Bild zu sehen. Oft wurde der späteren Königin vorgeworfen, sie habe ihre Kinder zugunsten der Krone vernachlässigt. (Bild: 1972)
Im Laufe ihrer Amtszeit hat die Queen unzählige Staatsoberhäupter kommen und gehen sehen. Als Königin von England hat Elizabeth II. 15 britische Premierminister, zwölf US-Präsidenten und alle acht Bundeskanzler erlebt. 1978 begegnet sie beispielsweise bei einem Staatsbesuch in Deutschland dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt.
Der politische Einfluss des britischen Monarchen ist gering - sogar die traditionelle Queen’s Speech zu Beginn jeder Parlamentsperiode wird Wort für Wort vom jeweiligen Regierungschef vorgegeben. So hat auch Queen Elizabeth hauptsächlich repräsentative Aufgaben, über aktuelle Entwicklungen wird sie jedoch bei ihren wöchentlichen Treffen mit dem Premier, etwa Winston Churchill (li.), auf dem Laufenden gehalten. (Bild: 1955)
2002 ereilte die Königin gleich zwei Schicksalsschläge: Am 9. Februar stirbt ihre Schwester Margaret mit 72 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Wenige Wochen später, am 30. März, verstirbt auch ihre Mutter, "Queen Mum" (r.), im Alter von 101 Jahren. Sie soll für Elizabeth II. bis zuletzt eine enge Vertraute und wichtige Stütze gewesen sein. (Bild: 1940)
Das Verhältnis zu ihrer kleinen Schwester Margaret (r.) wurde Anfang der 1950er Jahre auf eine harte Probe gestellt: Als die Liaison ihrer Schwester mit dem 16 Jahre älteren Stallmeister Peter Townsend öffentlich wird, sieht sich die junge Königin gezwungen, die Beziehung zu verbieten. Zwei Jahre lang kämpfte Margaret darum, ihre große Liebe heiraten zu dürfen – ohne Erfolg. (Bild: 1940)
Als der saudische König Abdullah am 23. Januar 2015 stirbt, wird Elizabeth zur ältesten amtierenden Monarchin der Welt. Am 9. September des selben Jahres überholt sie schließlich Königin Victoria, die zuvor den britischen Thronrekord hielt und über 64 Jahre regierte.
Bislang galt in ihrer 68-jährigen Regentschaft 1992 als das annus horribilis, wie sie es selbst nannte, als Schreckensjahr. Damals gingen die Ehen von drei ihrer vier Kindern in die Brüche und ihr geliebtes Schloss Windsor brannte. Doch es sollten in den folgenden Jahren noch weit größere Herausforderungen auf die Monarchin warten.
Eine der schlimmsten Krisen erlebte Königin Elizabeth II. 1997, als Diana bei einem Autounfall in Paris verstirbt. Ihren Sommerurlaub auf Balmoral beendete die Königin erst nach Tagen öffentlichen Drucks. Zurück in London ließ sie die Fahnen auf Halbmast setzen, sprach mit Trauernden vor dem Buckingham Palace und veranlasste eine öffentliche Trauerfeier. Während die Welt um Diana trauerte, wurde sie als kalte und hartherzige Monarchin wahrgenommen. (Bild: 1970)
Auch 2019 war aus Sicht der britischen Monarchie kein gutes Jahr. Neben Gerüchten über einen Bruderstreit zwischen Prinz Harry und Prinz William sorgten vor allem die bis heute ungeklärten Verstrickungen von Elizabeths Sohn Prinz Andrew in den Missbrauchskandal um den verstorbenen US-Milliardär Jeffrey Epstein für Schlagzeilen. (Bild: 2019)
Auch das neue Jahr begann für die britischen Royals alles andere als gut: Gleich im Januar 2020 kommt es zum großen Knall, als Prinz Harry und seine Frau Meghan ihren Rückzug von royalen Verpflichtungen auf Instagram ankündigen. Der Schritt war offenbar weder mit der Queen noch mit anderen Verantwortungsträgern innerhalb der Familie abgesprochen. Der Image-Schaden ist immens. (Bild: 2018)
Und nun auch noch Corona. Zum erst fünften Mal in 68 Jahren Regentschaft hat sich die Queen außerhalb ihrer Weihnachtsansprache an die Öffentlichkeit gewandt - die TV-Ansprache gilt schon jetzt als historisch. Darin schwor sie die Briten auf Disziplin und Zusammenhalt während der Pandemie ein. In den sozialen Medien erhält die Königin großen Zuspruch für ihre Ansprache. (Bild: 2020)