In einem Pilotprojekt treffen sich ab heute 35 Überlebende des Ebola-Virus in Sierra Leone, um Wege zu finden, wie sie im Kampf gegen Ebola helfen können. Die zweitägige Konferenz in Kenema wird vom sierra-leonischen Sozialministerium organisiert und von UNICEF unterstützt.

UNICEF will in den kommenden Monaten 2.500 Ebola-Überlebende in Sierra Leone schulen, um andere betroffene Familien zu unterstützen. Ebola-Überlebende sind immun gegen die Krankheit und müssen deshalb keine Angst vor einer erneuten Ansteckung haben. Überlebende des Virus werden häufig ausgegrenzt. Laut einer aktuellen Befragung von UNICEF geben 96 Prozent der Haushalte in Sierra Leone an, dass Menschen mit bestätigten oder Verdachtsfällen des Virus diskriminiert werden. 76 Prozent sagten, sie würden auch nach einer Genesung einen ehemaligen Ebola-Infizierten in ihrer Gemeinde nicht wieder willkommen heißen.

Da sie nach überstandener Krankheit immun sind, können Ebola-Überlebende jedoch einen wertvollen Beitrag in ihren Gemeinden leisten – zum Beispiel, indem sie sich um Ebola-Waisen oder Kinder in Quarantäne, die von ihren Angehörigen getrennt sind, kümmern. "Eine große Herausforderung ist für uns die Frage, wie wir betroffenen Kindern helfen können, ohne die Betreuer selbst in Gefahr zu bringen", sagte Roeland Monasch, der Leiter des UNICEF-Büros in Sierra Leone. "Wir sehen es deshalb als große Chance, mit Überlebenden zu arbeiten, die diesen Kindern die dringend benötigte Liebe und Fürsorge geben können."

UNICEF leistet Nothilfe in allen von Ebola betroffenen Ländern und hat seit August 900 Tonnen lebensrettende Hilfsgüter zur Verfügung gestellt, darunter vor allem Chlor zur Wasserreinigung, Seife, Handschuhe, Schutzanzüge und -masken sowie Medikamente. In Guinea, Liberia und Sierra Leone organisiert UNICEF Informationskampagnen mit Postern, Radio- und Fernsehspots und SMS, um das Virus einzudämmen. Helfer gehen von Tür zu Tür und informieren auf Marktplätzen über Ansteckungswege und Hygienemaßnahmen zum Schutz vor der Krankheit.

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