32 Jahre nach einem tödlichen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im saarländischen Saarlouis ist der Brandstifter wegen Mordes verurteilt worden. Das zuständige Oberlandesgericht im rheinland-pfälzischen Koblenz verhängte gegen den heute 52-jährigen Peter S. am Montag eine Jugendstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Bei dem Feuer im September 1991 war der damals 27 Jahre alte Asylbewerber Samuel Yeboah getötet worden.

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Yeboah wurde im Flur des Dachgeschosses vom Feuer erfasst. Er starb an Verbrennungen und einer Rauchvergiftung. Zwei weitere Bewohner der Unterkunft konnten sich nur durch Sprünge aus dem Fenster retten, wobei sie sich Knochen brachen. Die übrigen 18 Bewohner konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

Nach dem Anschlag blieben die Ermittlungen zunächst ohne Erfolg und wurden eingestellt. Der Fall galt als bekanntester ungelöster extremistischer Mordfall Deutschlands. Erst vor rund drei Jahren wurden die Ermittlungen wegen neuer Erkenntnisse wieder aufgenommen, die Bundesanwaltschaft übernahm den Fall. Im Januar 2021 wurden die Wohnung und der Arbeitsplatz von S. durchsucht.

Anfang April 2022 folgte die Festnahme. Seit November musste er sich vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft forderte neuneinhalb Jahre Haft für S. und beantragte, ihn nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen, weil er zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt war und als Heranwachsender galt. Seine Verteidigung plädierte auf viereinhalb Jahre.  © AFP

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