Beleidigungen, Diskriminierungen und extremistische Parolen sind im Internet an der Tagesordnung. Anlässlich des Safer Internet Days betont die Polizei: Jeder Einzelne sei gefragt, mit dagegen vorzugehen.

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Niemand sollte es einfach hinnehmen, sondern handeln: Jede und jeder Einzelne habe Wege und Mittel, aktiv gegen Hass im Internet vorzugehen. Darauf weist die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes anlässlich des Safer Internet Day am 11. Februar hin. Das gelte für Foren, Kommentare, soziale Netzwerke und Messengergruppen.

Was Eltern tun können, wenn der Nachwuchs tyrannisiert wird.

Wo User beleidigen oder bedrohen, tun sie dies nicht allein wegen unterschiedlicher politischer Positionen: Oft werden Menschen wegen ihrer Herkunft und Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung zum Opfer. Hasserfüllte Äußerungen können hier schnell einen Straftatbestand erfüllen. Das deutsche Grundgesetz schützt jede Person vor Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht.

"Hassrede darf weder im realen Leben noch im Internet hingenommen werden", betont Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, "entscheidend ist, dass sich die Nutzerinnen und Nutzer gegen hasserfüllte Äußerungen und Kommentare wehren. Das ist ein wichtiges Signal an die Täter. Aber auch andere Netzwerkteilnehmer werden dadurch ermutigt, sich gegen Hass im Netz einzusetzen."

Richtig reagieren bei Hass im Netz

Das können Sie tun, wenn Sie mit Hass konfrontiert sind:

  • Einschreiten und Hassreden widersprechen: "Nicht hinnehmen!", betont die Polizei
  • Screenshots machen oder Chatverläufe speichern - diese Dokumentation hilft dabei, Beleidigungen später melden zu können
  • Hassbotschaften melden, etwa der jeweiligen Seite oder dem jeweiligen Dienst, bei der Internetbeschwerdestelle oder/und bei der Polizei

Aufruf an Eltern: Kinder durchs Internet begleiten

Vor allem Eltern seien gefragt, wenn es um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Netz gehe, heißt es von der Initiative "Schau hin!" am Safer Internet Day. Wichtig sei etwa, technische Sicherheitseinstellungen an Geräten vorzunehmen und über Risiken im Netz aufzuklären, etwa Kettenbriefe und Kontakt zu Fremden. "Eltern gehen mit gutem Beispiel voran, wenn sie ihre Passwörter regelmäßig wechseln, mit persönlichen Daten im Internet sparsam umgehen und beides auch mit ihren Kindern besprechen", heißt es von "Schau hin!".

Eine Umfrage hatte kürzlich gezeigt: Die meisten Eltern haben schon einmal mitbekommen, dass der Nachwuchs online schlechte Erfahrungen gemacht hat. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Eltern berichtet laut dem Deutschen Kinderhilfswerk von einem "übermäßigen Medienkonsum" ihres Kindes und von Erfahrungen mit Kettenbriefen, Mobbing, Gewaltdarstellungen oder Pornografie. (af)

Linktipps:

Die Initiative "Schau hin!" informiert online ausführlich zu sicherem Surfen für Kinder und Jugendliche.
Strategien gegen Hass im Netz veranschaulicht die Kriminalprävention auf der Seite Zivile-Helden.de und hat weitere Informationen zum Thema auf der Seite Polizeifürdich.de zusammengetragen.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • "Schau hin!"
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  © dpa