Seit Elon Musk im Herbst 2019 den Tesla Cybertruck (siehe Video) präsentierte, löste der Elektro-Pick-up sowohl Er- als auch Aufregung aus. In erster Linie natürlich bei den Fans der Marke und insbesondere bei den vielen Vorbestellern. Aber auch diejenigen, die bei ihrer Arbeit Sonderfahrzeuge nutzen, oder Unternehmen, die solche aufbauen, sind seit diesem Novembertag elektrisiert vom E-Pick-up. Darunter auch die Software-Schmiede Oracle, die auf ihrer Entwicklerkonferenz "Cloud-World" in Las Vegas ein Polizeiauto auf Cybertruck-Basis angekündigt hat.

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Video: Tesla Cybertruck ZDF

Während seiner Keynote-Ansprache stellte Oracle-Gründer Larry Ellison, der gleichzeitig einer der größten Tesla-Einzelaktionäre ist und beim Autohersteller früher im Vorstand saß, das martialisch gestaltete Auto vor, das "sehr bald herauskommen" werde. Der mit passender Einsatzbeleuchtung, Signalanlage und Frontschutzbügel ausgerüstete Cybertruck dürfte über das direkt zuvor präsentierte "First Responder Network" verfügen, bei dem es sich um ein von Satelliten und der 5G-Architektur gestütztes und laut Oracle absolut ausfallsicheres Mobilfunk-Netzwerk handelt. Die damit ausgerüsteten Autos halten demnach stets Audio- und Video-Verbindung zum tragbaren Computer der Einsatzkraft sowie zur Kommandozentrale oder zum entsprechend ausgerüsteten Krankenhaus.

Oracle nutzt Cybertruck-Hardware

Ins Detail ging Ellison, der sich als enger Freund von Elon Musk bezeichnet, bei der Vorstellung des Autos zwar nicht ("einiges ist noch zu enthüllen"), klar ist aber, dass Oracle die Kamera- und Monitorsysteme des Cybertrucks nutzt und seine Software-Applikationen auf der vorhandenen Hardware aufbaut. Oracle bietet bereits Cloud-Lösungen für Strafverfolgungsbehörden an. Die Systeme künftig in deren Einsatzfahrzeuge zu bringen, wäre ein logischer nächster Schritt. Bei einem früher bereits vorgestellten Oracle-Polizeiauto auf Basis eines Ford Explorer (US-Version) war der Aufwand wohl noch zu groß; hier musste unter anderem ein größerer zentraler Bildschirm eingebaut werden.

Naheliegend ist eine Umsetzung des Cybertrucks als Polizei-Fahrzeug allemal. Vor allem deshalb, weil die Behörden in Dubai (wo sonst?) bereits eine Vorbestellung abgesetzt haben. Bei später veröffentlichten Designs hat sich das Leasing-Vergleichs-Portal "Lease Fetcher" allerdings für ein Modell des New York City Police Department (NYPD) entschieden – Suchscheinwerfer an den Außenspiegeln inklusive.

Von Krankenwagen bis Pizzataxi

Lease Fetcher hat aber noch mehr digitale Entwürfe für die Gestaltung des Tesla Cybertrucks publiziert. Weniger martialisch, aber ebenfalls mit Blaulicht versehen, ist der Entwurf eines Krankenwagens. Anders als das Polizeiauto trägt diese Ausführung eine großvolumigere und geschlossene Verkleidung am Heck. Klar, Patienten kann man ja auch nicht einfach auf der Pick-up-Pritsche ablegen – selbst wenn man frischer Luft eine heilende Wirkung zuspricht. Ob dagegen ein Pizzabote eine schlag- und schussfeste Karosserie benötigt, sei mal dahin gestellt. Doch das kantige Design des E-Pick-ups eignet sich ganz offensichtlich gut, um verschiedene Anwendungsbereiche aufs Blech zu projizieren.

Die Designer haben sich ebenso um Anwendungsbereiche gekümmert, die näher am alltäglichen Leben der Bürger sind. So wird der Tesla Cybertruck auch als Taxi, Postauto und Paket-Lieferant verkleidet. Bei einem bislang kommunizierten Basispreis von rund 40.000 Dollar ist da allerdings nicht jeder Einsatzbereich in der Realität vorstellbar. Zumindest nicht flächendeckend. Der wahre Brecher unter all den Retuschen ist aber der Cybertruck für die Küstenwache. Fette Geländereifen, Offroad-Fahrwerk, Seilwinde und wildes Gestänge – wer damit nicht gerettet werden kann, ist wohl nicht mehr zu retten.

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Wenn es hart auf hart kommen sollte, hat der deutsche Designer Jan Peisert ein paar Ideen für den Cybertruck im Militär-Einsatz. Vier, um genau zu sein. Als Transportfahrzeug für Zivilisten, für Truppen, als Aufklärungs-Fahrzeug und als Panzer. Neben dem entsprechend martialischen Auftritt verpasst Peisert dem E-Auto noch ein paar Features, die man sonst am Batmobil vermuten würde. Darunter etwa Türgriffe mit Elektroschock-Funktion oder eine integrierte Drohne. Mehr Details zu den Militär-Cybertrucks finden Sie in der Bildergalerie über diesem Absatz.  © auto motor und sport

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