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Daimler Truck hat den elektrischen Supertruck Cascadia zum autonomen Lkw hochgerüstet. Die autonome Fahrsoftware kommt von Torc Robotics.

In tausenden von US-Countrysongs wird der Job des Truckers besungen. Wie er durch sechzehn Gänge schaltet, um den Diesel unter dem Bock am Laufen zu halten, während sein Leben Meile um Meile an ihm vorbeizieht. Überlässt man den Güterverkehr auf dem Highway künftig dem Freightliner eCascadia, dann ist es mit der musikalisch verklärten Trucker-Romantik endgültig vorbei.

Video: Freightliner eCascadia im Video

Level 4 als Ziel

Die Daimler Truck-Tochter Freightliner hat in den USA den batterieelektrisch angetriebenen Lkw Cascadia mit der autonomen Fahrsoftware von Torc Robotics sowie modernster Sensorik und Computertechnologie ausgestattet. Der Freightliner eCascadia soll zeigen, dass autonomes Fahren grundsätzlich modular, skalierbar und unabhängig von der Antriebstechnologie in verschiedenen Lkw-Anwendungen einsetzbar ist. Der eCascadia, bei dem es sich noch um ein Forschungs- und Vorentwicklungsprojekt handelt, soll mit den verbauten Komponenten zu einem späteren Zeitpunkt gemäß SAE-Level 4 autonom fahren können. Level 4 bedeutet, dass das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen (definierte Strecke) komplett autonom agiert. Der Mensch muss sich nicht mehr zum Eingreifen bereithalten. Mit einer Serieneinführung autonomer Lkw in den USA rechnet der Truck-Hersteller ab 2027.

Autonomes Fahrsystem aus dem Dieselbruder

Bei der Technik für das autonome Fahren begibt sich Daimler Truck nicht auf Neuland. Die Sensorik und die Computer-Hardware wird in den USA bereits in einem autonom fahrenden Cascadia mit Dieselantrieb erprobt. Neu ist hingegen die Kombination mit dem elektrischen Antriebsstrang. Der jetzt vorgestellte Prototyp basiert auf dem batterieelektrischen eCascadia mit kurzem Fahrerhaus für den Verteilerverkehr oder Kurzstreckenbetrieb.

Um eine ausreichende Kühlung zu gewährleisten, sitzt die komplette Recheneinheit platzsparend zwischen Fahrer- und Fahrgastsitz. Maßgeschneiderte Software bietet dem autonomen System Steuerungsschnittstellen und Rückmeldung zu wichtigen Daten zum Fahrzeugstatus. Die eigenentwickelte Abdeckung der Sensorleiste am Dach der Kabine, die Kameras, Lidar- und Radarsensoren enthält, verbessert die Aerodynamik und bietet einen besseren Schutz vor Beschädigung und Verschmutzung. Vier zusätzliche 12-Volt-Batterien sorgen für einen integrierten Energiespeicher, sodass die virtuelle Fahrereinheit auch bei inaktiven Hochvolt-Batterien mit elektrischer Spannung versorgt und betrieben werden kann. Dies sorgt für einen unterbrechungsfreien autonomen Fahrbetrieb und erhöhte Effizienz und Sicherheit.

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Definierte Routen

In der aktuell priorisierten Hub-to-Hub-Anwendung fährt der Lkw autonom zwischen Frachtzentren entlang von US-Autobahnkorridoren. In einem möglichen Zukunftsszenario könnten die Ladeinfrastruktur und autonome Logistikzentren zusammengeführt werden. Der elektrische Ladevorgang könnte gleichzeitig mit der Frachtaufnahme erfolgen, was die Effizienz für die Transportunternehmen weiter steigern würde.  © auto motor und sport

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