Ferrari hat ein Patent auf einen Hybrid-Antrieb mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor erhalten. Der Antrieb ist anscheinend für einen bisher unbekannten Sportwagen gedacht. Bei dem Antriebs-Layout arbeitet ein nicht genauer spezifizierter Elektromotor an der Vorderachse, während an der Hinterachse ein Wasserstoff-Motor sitzt.

Mehr zum Thema Mobilität

Der Wasserstoff-Verbrenner ist als Sechszylinder-Reihenmotor ausgelegt. Eine Besonderheit ist, dass Ferrari ihn kopfüber montiert. Damit ist das Kurbelgehäuse der höchste und der Zylinderkopf der niedrigste Punkt des Triebwerks. Aus dem Patent geht hervor, dass damit eine höhere Einbaulage des Getriebes möglich ist, was wiederum einen großen und tief liegenden Heck-Diffusor ermöglicht, der sich gleichzeitig nach vorn zu einer Motorabdeckung verlängert. Ein höherliegendes Getriebe sorgt zwar für eine Erhöhung des Fahrzeug-Schwerpunkts, aber bei einem aufrecht stehenden Motor und dem dann tiefer liegenden Getriebe hätte der Heck-Diffusor das Fahrzeug deutlich verlängert. Und Ferrari betont, dass der mit diesem Antrieb ausgerüstete Sportwagen besonders kurz sein soll.

Patent vom Innovationsmanager

Das Patent hat Fabrizio Favaretto eingereicht. Er ist Innovationsmanager für Fahrzeug- und Antriebsstrang-Architekturen und arbeitet seit 24 Jahren bei Ferrari. Favaretto beschreibt auch die auf die umgedrehte Einbauposition abgestimmten Öl- und Kühlmittel-Kreisläufe. Der Antrieb der dazu erforderlichen Pumpen erfolgt durch die Nockenwellen, sodass sie für Mechaniker leicht von unten erreichbar sein sollen – Mechaniker-Freundlichkeit stand bei Ferrari nicht immer ganz oben im Lastenheft.

Video: Der neue Ferrari 296 GTB im Video

Für die Sauerstoffversorgung ihres Wasserstoff-Motors sehen die Ferrari-Ingenieure verschiedene Techniken vor. Eine Variante beschreibt eine doppelte Elektro-Kompressor-Aufladung. Die beiden Kompressoren sitzen dabei rechts und links vom Elektromotor. Die für die elektrisch angetriebenen Kompressoren nötige Energie soll per Rekuperation vom dann als Generator arbeitenden Elektromotor kommen. Eine für das Zwischenspeichern der Energie nötige Batterie ist im Patent nicht erwähnt. In einer zweiten Variante treibt ein Abgasturbolader die beiden Kompressoren an.

Viele Vorteile mit ams+
Erhalten Sie werbereduzierten Zugang zu allen Inhalten von auto-motor-und-sport.de inkl. der digitalen Zeitschrift als E-Paper. Monatlich kündbar.

Aktuell nur ein V6 im Programm

Ob Ferrari das Patent in der Wirklichkeit umsetzt, bleibt offen. Den Wasserstoff-Reihensechszylinder-Motor müssten die Ingenieure noch entwickeln – falls er nicht längst in der Entwicklung ist. Aktuell haben die Italiener nur einen V6 im Portfolio, der Teil des Hybrid-Antriebs des 296 GTB ist. Und radikale Antriebsentwürfe sind bei Ferrari nicht neu – der Hersteller hat unter anderem ein Patent für einen Hilfsantrieb bekommen, der mit Kaltluft-Triebwerken arbeitet © auto motor und sport

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.