Der Kosmos bebt
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Daher arbeiten die Forscher mit "Licht-Recycling": Ein Spiegel schickt alles nicht benutzte Licht wieder in Richtung Laser, der es erneut auf den Weg ins Interferometer bringt. Dieser Kreislauf wiederholt sich mehrfach und verstärkt nicht nur die umlaufende Lichtleistung auf mehrere 1000 Watt, sondern erhöht auch die Empfindlichkeit des Detektors. Der Laser ist darüber hinaus extrem stabil: über Monate hinweg produziert er Licht von immer gleicher Amplitude und Frequenz.
Die beiden Arme des Interferometers bilden jeweils 600 Meter lange, in Gräben verlegte Röhren. Die Laserstrahlen sollten darin ungestört von äußeren Einflüssen laufen. In der Praxis gilt es, Vibrationen durch Verkehr, Seismik oder Nordseewellen auszuschalten. Seismometer messen die Schwingungen, die dann von Piezoaktuatoren kompensiert werden.
Neben diesem aktiven sind alle optischen Teile mit einem passiven System versehen: zweilagige Dämpfer aus Gummi und Edelstahl. Ebenso vibrationsdämpfend wirken Blattfedern und mehrstufige Pendel.
Um die thermischen Fluktuationen der Luftdichte innerhalb der Anlage möglichst klein zu halten, wurde das Interferometer in evakuierten Edelstahlröhren untergebracht; Turbomolekularpumpen schaffen ein Ultrahochvakuum besser als 10 hoch -11 bar.
GEO 600 ist ein bilaterales Projekt, federführend daran beteiligt sind das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und die Universität Hannover auf deutscher sowie die Universitäten Glasgow und Cardiff auf britischer Seite.
Die Anlage ist einer von mehreren irdischen Horchposten, die das Konzert der Sterne abhören sollen. Die USA betreiben an zwei 3000 Kilometer entfernten Standorten LIGO - interferometrische Detektoren mit jeweils vier Kilometern Armlänge. Nahe der italienischen Stadt Pisa steht VIRGO, und die Japaner arbeiten mit TAMA 300.
Während alle diese Detektoren gerade den Betrieb aufnehmen, denken die Astronomen schon ans Jahr 2013, wenn das Interferometer LISA vom Weltraum aus nach Gravitationswellen lauschen soll. Mal sehen, wer die Botschaft zuerst auffängt.
TECHMAX Ausgabe 4; Autor: Helmut Hornung
© Max-Planck-Gesellschaft
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