40 Jahre ESRO 2B: Europas erster Satellit im All
in Kooperation mit
ESRO 2B © NASA
Anfang der 1960er-Jahre schien eine europäische Erfolgsstory in der Raumfahrt zunächst undenkbar. Die Welt war durch die beiden Großmächte in Einflussgebiete aufgeteilt, in denen diese ihre Führungsrolle sowohl auf der Erde als auch im Weltraum umzusetzen verstanden. Dennoch ist es Europa in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums nicht nur zu den beiden Großen aufzuholen, sondern mit ihnen gleichzuziehen und heute ein anerkannter gleichberechtigter Partner zu sein. Eine Schlüsselrolle spielt bei diesem Prozess die 1975 gegründete Europäische Weltraumorganisation ESA.
Organisation ESRO: Anfang mit Hindernissen
Zunächst standen jedoch nationale Interessen verschiedener europäischer Staaten im Vordergrund. Insbesondere Frankreich und Großbritannien initiierten ambitionierte Raumfahrtprogramme. Sehr langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein Aufschließen zu den beiden Supermächten nur durch gemeinsame Anstrengungen möglich ist.
Das ESOC in Darmstadt
1964 gründeten schließlich mehrere westeuropäische Länder zwei zwischenstaatliche europäische Organisationen für die Entwicklung und den Bau wissenschaftlicher Satelliten (ESRO) sowie die Entwicklung eigener Trägerraketen (ELDO), beide Vorläuferorganisationen der ESA. Während die ESRO mit dem Start und Betrieb von sieben wissenschaftlichen Satelliten erste beachtliche Erfolge in der gemeinsamen Arbeit verbuchen konnte, war der ELDO weniger Glück beschieden. Die seit 1964 entwickelte EUROPA-Trägerrakete konnte zu keinem einzigen erfolgreichen Start geführt werden. 1973 wurde das Programm schließlich eingestellt.
1972 wurden die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der ESRO erweitert. Das Wissenschaftsprogramm blieb ein Pflichtprogramm, an dem sich jeder Mitgliedsstaat (Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien) mit einem nach seinem Bruttosozialprodukt bemessenen Beitrag beteiligen musste. Neu aufgenommen wurde ein Programm für Anwendungssatelliten, an dem sich die Mitgliedsstaaten freiwillig beteiligen konnten. Eine weitsichtige Entscheidung, die unter Anderem zu den Meteosat-Wettersatelliten und deren Nachfolgern führte.
© European Space Agency
Partnerangebote
Meistgelesene Artikel
Passende Suchen
Alle Specials im Überblick
Verfolgen Sie die Wahl zur Miss Germany!