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Die Superathleten aus Neandertal

(cfl) - Von wegen hoffnungslos unterlegene Urzeitmenschen: Gewichtheber Matthias Steiner und Sprinterlegende Usain Bolt hätten gegen Neandertaler keine Chance. Das behauptet der Anthropologe Peter McAllister in seinem neuen Buch.

Doch die Urzeitmenschen waren für sportliche Wettkämpfe leider 30.000 Jahre zu früh. Mit einer Zeitreise in die Gegenwart hätten die Neandertaler aber jeden aktuellen Spitzensportler alt aussehen lassen, wie jetzt die "Welt" berichtet. Der australische Wissenschaftler McAllister untersuchte die Knochen unserer Vorfahren und trug seine Erkenntnisse in dem Buch "Manthropology – die Wissenschaft des mangelhaften modernen Mannes" zusammen.

Danach hatten die Neandertaler viel mehr Muskelmasse als wir: Selbst die damaligen Frauen hätten athletische Männer wie etwa Matthias Steiner oder Arnold Schwarzenegger locker im Armdrücken besiegt. Der Forscher beruft sich dabei auf die hochgerechnete Oberarmkraft von Neandertal-Mädchen "La Ferrassie 2".

Darüber hinaus wären die Urzeitmenschen auch viel schneller gewesen, wie es in dem Buch der "Welt" zufolge heißt. Auf Basis eines Aborigine-Fußabdruckes im Schlamm berechnete Peter McAllister die Lauffähigkeit. Der australische Ureinwohner sei damals auf eine Geschwindigkeit von 37 Stundenkilometern gekommen. Zwar sei der Jamaikaner Usain Bolt bei seinem Fabel-Weltrekord um fünf Stundenkilometer schneller gewesen, doch Bolt sei auch mit speziellen Schuhen auf einem besonderen Untergrund gelaufen.

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Aber nicht nur bei der den körperlichen Leistungen sieht McAllister unsere Vorfahren vorne: So seien die afrikanischen Wodaabe-Nomaden sehr auf ihr Äußeres bedacht gewesen. Eigene Schönheitswettbewerbe belegten, dass ihnen die eigene Eleganz sehr wichtig war.

Auch beim Thema Kindererziehung und Gleichberechtigung lief der Alltag vor vielen tausend Jahren offenbar anders ab: Die Männer der Aka-Pygmäen hätten, so die österreichische Zeitung "Die Presse" über das Buch, die meiste Zeit mit ihren Kindern verbracht. Um die Babys von ihrem größten Hunger abzulenken, hätten sie sogar die Kleinen an ihren Brustwarzen saugen lassen.

In "Manthropology" stellt sich Peter McAllister schließlich die Frage, warum der heutige Mensch den frühen Vorfahren körperlich so unterlegen sei. Die einfache Antwort: Der Schwund von Knochen und Muskeln sei auf technische Entwicklungen wie die industrielle Revolution zurückzuführen.

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  • ringelpiez
    Freitag, 09.04.2010, 13:47 Uhr
    Die Neandertaler hatten auch ganz andere Lebensbedingungen und ein geringeres Lebensalter, und vor allen Dingen gingen die noch zu Fuß und hatten auch kein Auto. Und die Ernährung war auch etwas dürftig, kein Burger und Coke!!
  • MAK2
    Donnerstag, 25.03.2010, 14:41 Uhr
    Beim Stichwort "Griechenland" fällt mir ein, dass Menschen (-subtypen) mit dem genetischen Merkmal für starke Körperbehaarung nahezu ausschließlich auf den südeuropäischen Halbinseln und Australien vorkommen. Behauptete zumindest eine sowjetische Veröffentlichung aus den 1970'er Jahren. Da sich die genetischen Untersuchungen meist auf die besser erhaltene mitochondriale DNS beschränken, die nur maternal, also nur von der Mutter, an die Nachkommen weitergegeben wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondriale_DNA], wäre eine Vererbung über die männliche Linie denkbar. Allerdings heißt es dazu auf Wikipedia: "Ersten Analysen zufolge unterscheidet sich das Y-Chromosom des Neandertalers stärker vom Y-Chromosom des modernen Menschen und von dem des Schimpansen als die anderen Chromosomen. Es gilt daher – zumindest für die späten Neandertaler – als wahrscheinlich, dass kaum Vermischung mit modernen Menschen stattgefunden hat. [38] Im Februar 2009 wurde mitgeteilt, dass 60 Prozent des Genoms entschlüsselt seien.[39] Bis 2010 soll das gesamte Genom entschlüsselt sein.[40] Die Genome des Menschen und des Neandertalers unterscheiden sich um weniger als 0,5 %. Anhand der bisher vorliegenden Daten schlossen die Wissenschaftler auf eine Aufspaltung von modernen Menschen und Neandertalern zwischen 706.000 und 516.000 Jahren vor heute. [41] [42] Die Genauigkeit der so genannten molekularen Uhr, die solchen Abschätzungen zugrunde liegt, ist allerdings umstritten." [http://de.wikipedia.org/wiki/Neandertaler#Verwandtschaft_zum_modernen_Menschen] Zur Untersuchung des Neandertalergenoms heißt es weiter: "Nach den im letzten November vorgelegten Zwischenergebnissen hatte der Leipziger Professor erklärt, in relativ vielen untersuchten Fällen besitze der Neandertaler tatsächlich auch die Genvariante des modernen Menschen: Ein Indiz dafür, dass es tatsächlich einen Austausch genetischen Materials zwischen beiden Populationen gegeben haben könnte. Endgültiges könne man freilich erst nach Abschluss der Forschungsarbeiten sagen." [http://www.welt.de/wissenschaft/article976375/Genom_des_Neandertalers_soll_rekonstruiert_werden.html] "Für die Analyse des Neandertaler Genoms hat Professor Pääbo ein Konsortium von Wissenschaftlern aus aller Welt organisiert und plant, die Ergebnisse noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Sie werden, unter anderem, verschiedene Gene untersuchen, die für die neuere menschliche Entwicklung von besonderer Bedeutung waren, darunter FOXP2, ein Gen, welches beim heutigen Menschen in Verbindung mit Sprachfähigkeit gebracht wird. Außerdem sind die Forscher am Tau-Lokus und Microcephalin-1 interessiert, bei denen es sich um Gene handelt, die mit Alterung und der Entwicklung des Gehirns assoziiert werden. In heutigen Menschen wurden Varianten der beiden letzteren Gene entdeckt, für welche die Vermutung besteht, dass sie von Neandertalern an heutige Menschen vererbt wurden. Vorläufige Ergebnisse des Konsortiums um Professor Pääbo deuten aber darauf hin, dass Neandertaler, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Anteil der in den heutigen Menschen gefundenen Varianz beigetragen haben." [http://www.eurekalert.org/pub_releases_ml/2009-02/aaft-r020409.php]
  • pallacH
    Donnerstag, 25.03.2010, 13:41 Uhr
    klar MAK2, war auch nur so eine nebenbemerkung, die sich mir aufdrängte, weil ich immer wieder staune, daß man den deutschen soldaten solche schindereien zumutete. die meisten deutschen soldaten sind z.b. den ganzen weg nach griechenland zu fuß gegangen, mit dem ergebnis, daß es tausende und aber tausende von ausfällen durch erkrankung, erschöpfung etc. gab.
  • MAK2
    Donnerstag, 25.03.2010, 13:35 Uhr
    Hallo pallacH, natürlich waren das Extremleistungen. Die aber eben bei entsprechenden Voraussetzungen möglich waren. Ein französischer Militärhistoriker meinte zur technischen Ausrüstung der Wehrmacht, dass sie eigentlich planmäßig erst 1945 fertig aufgestellt gewesen wäre. So gut war die Wehrmacht nun auch nicht versorgt, Fahrrad und Pferdewagen waren für die Truppenbewegung hinter den Sturmspitzen durchaus üblich. Aber hier geht's mir eigentlich va. um "meine" Neandertaler...
  • pallacH
    Donnerstag, 25.03.2010, 13:00 Uhr
    hallo MAK2, na ja, das sind so zahlen. nach allgemeiner einschätzung aufgrund von berichten marschierte eine legion ca. 25 km am tag. und die marschzahlen aus F dürften extremwerte darstellen. nebenbemerkung: die wehrmacht war schlecht motorisiert, erstaunlich angesichts mancher technischer höchstleistungen in anderen bereichen (panzer, lfugzeuge).
  • MAK2
    Donnerstag, 25.03.2010, 10:38 Uhr
    DrStiefel, der "welt"-Artikel ist schon mal besser als die Kurzversion hier, aber so ganz kann er auch nicht überzeugen... So heißt es dort: "So legten römische Soldaten rund eineinhalb Marathonstrecken pro Tag in voller Rüstung zurück, beladen mit dem Gewicht ihrer halben Körpermasse." Im Frankreichfeldzug marschierten die Wehrmachtssoldaten bis zu 80km am Tag. Ein Soldat, der seinen Fußlappen nicht ordentlich wickelte und wunde Füße bekam und nicht marschieren konnte, wurde wegen Wehrkraftzersetzung erschossen. Das räumt der Motivation einen überragenden Stellenwert ein. Auch eiserne Disziplin kann motivieren. Zum anderen ist die Rolle des Adrenalins entscheidend - ob aus Hunger bei der Jagd oder Trance in rituellen Tänzen. Mit dem Neandertaler hat das tatsächlich weniger zu tun.
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