Murmeltier "Phil": Noch sechs Wochen Winter
Denn wie jedes Jahr am 2. Februar, dem traditionellen "Groundhog Day" (Murmeltiertag), diente das Pelztier als Wetterfrosch. Nachdem "Phil" im vergangenen Jahr ein baldiges Winterende prophezeit hatte, verkündete er jetzt, dass der Frühling noch eine Weile auf sich warten lassen wird.
Ein Seufzen ging durch die Menge, als Bill Deely, Präsident des örtlichen Murmeltiervereins, pünktlich um 7.30 Uhr (13.30 Uhr MEZ) mitteilte, dass Phil Schnee und Eis vorausgesagt habe. Glaubt man der Legende, so spricht nur Präsident Deely die Murmeltiersprache "Groundhogese", weshalb er es übernahm, den nach Angaben der Veranstalter 18 000 anwesenden Menschen Phils Prognose mitzuteilen. Wer bei dem Spektakel nicht vor Ort war, konnte es über Facebook und Twitter oder die Kanäle der zahlreichen anwesenden Fernsehstationen verfolgen.
Der "Groundhog Day" geht zurück auf deutsche Siedler. Die Einwanderer glaubten, dass ein aus dem Winterschlaf erwachendes Murmeltier an Maria Lichtmess, exakt 40 Tage nach Weihnachten, das Wetter vorhersage. Sieht der Nager seinen Schatten, müssen sich die Menschen auf sechs Wochen mehr Winter einstellen. Sieht er ihn nicht, weil der Himmel bewölkt ist, dann liegt Frühling in der Luft.
Punxsutawney wappnet sich jedes Jahr für eine Invasion von Schaulustigen und Medienvertretern. Denn spätestens der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" hat Phil zu einem Weltstar gemacht. Seit der Schauspieler Bill Murray 1993 im Kino ein und denselben Tag wieder und wieder durchmachen musste, pilgern Zehntausende Menschen in das freundliche Städtchen. Tierschützer finden das Ritual dagegen gar nicht gut. Sie bemängeln, dass das Pelztier rücksichtslos aus seinem Schlaf gerissen werde - und das nur, um Menschen zu unterhalten. Sie fordern ein Ende der Tradition.
Davon wollen die Murmeltierianer aber nichts wissen. Seit 126 Jahren schon, so sagen sie, prognostiziere ihr "Puxsutawney Phil" das Wetter. Dabei verkündete er bislang nur 16 Mal baldigen Frühling. Etwas dürfte Phils Anhänger in diesem Jahr aber tröstlich stimmen: An weiten Teilen der Ostküste ist der Winter bisher ungewöhnlich mild. Während in Deutschland augenblicklich gebibbert werden muss, kletterte etwa am Mittwoch in New York die Quecksilbersäule auf 17 Grad.
18 Meinungen zu "Noch sechs Wochen Winter "
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Oachkatzl
Mittwoch, 29.02.2012, 07:14 Uhr Was hat das Murmeltier und insbesondere die Meldung aus Amerika mit unserem Wetter zu tun ? Das Wetter in USA betrifft doch nichtunseren Winter, sondern höchstens lokale Regionen. Solche Meldungen irritieren nur die Leser hierzulande und bringen keinerlei Informationen. -
herbstfarbe
Sonntag, 19.02.2012, 14:07 Uhr Das arme Murmeltier! -
NullAchtFuffzehn
Sonntag, 05.02.2012, 14:06 Uhr Zwei Oldies, den Winterwald betrachtend: "Die armen Vögel im Walde!" "Häää"? "Die armen Vögel im Walde!" "Ja, und die Reichen in ihrn Betten!" -
paps
Sonntag, 05.02.2012, 11:00 Uhr als ausgewachsener Murmelbär prognostioziere ich noch Kälte bis zum nächsten Vollmond anfang März, danach wird die Kälte keine große Kraft mehr haben (also in etwa so wie das langjährige Mittel). ;-) schaun wer mal... -
Nikioko
Freitag, 03.02.2012, 11:44 Uhr @Hinweisender: Danke für den Tipp. Ich habe gute Isolierungen, die Heizung aus und sitze trotzdem im T-Shirt hier. Die Abwärme meines Computers ist völlig ausreichend, um den Raum auf 19 °C zu halten. -
Muenchhausen
Freitag, 03.02.2012, 08:38 Uhr Dieser Artikel bestätigt doch erneut, daß in den U.S.A. sämtliche wichtigen Voraussagen und Entscheidungen von Murmeltieren und ähnlich kompetenten Lebewesen getroffen werden. An der New Yorker Börse hat mal ein Schimpanse das beste Aktiendepot geführt. Kein Witz !
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