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16.11.2009, 08:01 Uhr

"Fernsehen ist nicht mehr so meine Welt"

Von Jens Szameit

Blicken wir mal zurück: Sie lebten in den 70-ern in einer WG unter anderem mit Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg. Sind Ihnen Freundschaften von damals erhalten geblieben?

Ich lebte in Hamburg mit 14 Leuten, völlig wahnsinnig. Zu Udo Lindenberg habe ich immer noch Kontakt, der wohnt ja in Hamburg. Wir jammen ab und an zusammen. Das ist schon geblieben.

Andere sind gegangen: Robert Gernhardt starb vor drei Jahren. Ist da eine Ära zu Ende gegangen?
Das ist schon sehr traurig. Mit Robert arbeitete ich 38 Jahre zusammen. Er war ein großer Mann, ein Genie. Es gibt keinen vergleichbaren Dichter, er war einzigartig.

Erinnern Sie sich noch an den Vers, den Sie ihm klauten?
Nee, nee, das war ein Zitat: "Lieber Gott, nimm es hin, dass ich was Besond'res bin. Und gib ruhig einmal zu, dass ich klüger bin als du. Preise künftig meinen Namen, denn sonst setzt es etwas. Amen." Daraufhin schrieb er mir und ich zurück. So begann unsere Zusammenarbeit. Er hat sich damals über das Zitat gefreut.

Wie geht's Ihnen, wenn Sie heute auf die 70er- und 80er-Jahre zurückblicken? Sind die Jahre wie im Flug, wie im Rausch vergangen?
Ganz im Gegenteil. Das war eine lange, sehr intensive Zeit. Es hat Spaß gemacht, aber es geht auch immer weiter. Man lernt dazu: Bewegungsabläufe, Vortragsformen. Ich entdecke an mir immer Fehler. Es ist alles ein ewiger Entwicklungsprozess.

Sie leben als gebürtiger Emdener in Hamburg. Kommen Sie im unaufgeregten Norden zur Ruhe?
Ich hab das Gefühl, ich könnte auch in Köln oder München wohnen. Ich bin ja ständig unterwegs. Wenn ich auf den Flughäfen nicht dauernd nach Waffen durchsucht würde, hätte ich gar kein Sexualleben mehr. Wenn ich abschalten will, spiele ich Gitarre. Die habe immer ich dabei. Ich übe jeden Tag mehrere Stunden. Das ist für mich wie Meditation.

Sie kommen also noch zum Durchatmen?
Ich bin ständig am Durchatmen.

Das hört man.
Hyperventilierend!

Wie oft schaffen Sie's zum "Otto Huus" daheim in Emden?
Da schaue ich alle paar Monate vorbei. Dann gebe ich Autogrammstunden und mache Führungen, die immer irgendwer im Preisausschreiben gewonnen hat. Das macht echt Spaß. Ein eigenes Museum zu Lebzeiten habe ich mir immer gewünscht.

Und Kickers Emden ...
Mein Engagement als Hauptsponsor war finanziell nicht aufrechtzuerhalten. Hinzu kamen die strengen Auflagen des DFB. Bei der hohen Arbeitslosigkeit in der Stadt konnten die nicht erfüllt werden. Das macht mich richtig traurig. Jetzt spielen wir fünfte Liga.

Nicht gerade toll.
Aber da sind sie die Besten. Das ist überhaupt das Entscheidende: Egal, wo du spielst, Hauptsache du bist der Beste.

© teleschau - der mediendienst GmbH

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23 Meinungen zu ""Fernsehen ist nicht mehr so meine Welt""

  • slottemeijer
    Dienstag, 17.11.2009, 08:38 Uhr
    In den 70ern gehörte Otto für mich auch zu den Highlights in der deutschen Comedy. Rückwirkend gesehen erscheint für mich sein Gehampel aber nur noch bedingt witzig. Und seit den 90ern ist Otto nur noch ein Abklatsch von sich selbst und somit überflüssig.
  • chriroe
    Montag, 16.11.2009, 15:32 Uhr
    Otto ist und bleibt der Beste, friesisch-herb eben.
  • hummergirl
    Montag, 16.11.2009, 14:20 Uhr
    Zum Glück kann ja jeder selber entscheiden, ob er sich die neue DVD zulegt oder nicht. ;-) Otto hat einen ganz anderen Humor als das, was "Comedians" heute zeigen. Die haben iregndwann mal einen lustigen Satz gesagt und schon sagt jemand: Geh doch ins Fernsehen. Dann wird gepusht und gepusht - und am Ende kommt so was wie Mario Barth raus. Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, ist es vielleicht lustig - aber dann? Der (und die meisten anderen) fährt immer nur die gleiche Schiene, variiert nicht mal sein Thema - es geht immer nur um Männer und Frauen. Da ist Otto viel vielseitiger.
  • MasterofPuppets
    Montag, 16.11.2009, 14:16 Uhr
    Ich finde ihn cool, er hat den deutschen Wortwitz ja praktisch erfunden. Ohne ihn wäre die deutsche Comedy heute anders und langweilig ist er mir auch noch nicht geworden.
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