Da sieht man den jungen Otto im Säuglingsbett seines Elternhauses liegend mit der Visage des erwachsenen Komikers. Wenn man so will, dann hat sich an diesem Mischzustand nicht viel geändert. 61 Jahre ist Otto Waalkes heute alt. Doch im Gespräch wirkt er noch immer wie ein hyperaktives Kind. Ein Rastloser, ein äußerst freundlicher Hyperventilierer ist der Blödelkünstler, der vor allem in den 70er- und 80er-Jahren eine in der deutschen Comedy unerhörte Erfolgsgeschichte schrieb.
Schallplatten, Tourneen, Fernsehshows und eben Kinofilme: Was Otto anpackte, wurde zu Gold. Doch wiewohl eine just erschienene "Best of"-DVD ("Best of Otto", Vertrieb: Edel Germany) seine glorreiche TV-Vergangenheit aus den Archiven holt, befasst sich der weit gereiste Friese viel lieber mit der Zukunft: "Es geht immer weiter!"
Herr Waalkes, wie fühlten Sie sich so, nachdem Sie in diesem Jahr achtmal infolge dieselbe Show im Berliner Admiralspalast gegeben hatten?
Waalkes: Ach, davon haben Sie gehört? Das ist ja schön. Achtmal war schon eine Überraschung, eigentlich waren nur zwei Auftritte geplant. Dann wurde es überraschend eine En-suite-Geschichte, eine völlig neue Erfahrung. Ich liebe Berlin, drehte dort alle meine Filme. Jetzt wurde ich von den Berlinern schon wieder verwöhnt.
Wird man nach solchen Bühnenerlebnissen süchtig, oder kommen Sie inzwischen auch mal ganz gut eine Zeit lang ohne Applaus klar?
Man wird auf jeden Fall süchtig. Du kannst einfach nicht aufhören, brauchst die Bestätigung, es ist ein ewiger Rausch. Ich erzähl' Ihnen mal 'ne Geschichte. Aus welcher Stadt rufen Sie an?
München.
Also in München auf dem Viktualienmarkt stand eine Menschenmenge, und einer rief: "Da ist Otto!" Alle drehten sich um, ich wurde ganz verlegen. Vielleicht hätte ich doch nicht so laut rufen sollen. - So verhält sich das mit der Sucht nach Applaus.
Was für ein Publikum kommt eigentlich heute zu Ihren Auftritten?
Das ist bunt gemischt. Viele Kinder, ganze Familien. Keine Ahnung, was meine Zielgruppe ist. Ich kann eh nicht zielgruppenorientiert arbeiten, ich tue das, was mir Spaß macht. Die Kinder kennen natürlich die "7 Zwerge"-Filme, bald kommt ein neuer "Ice Age"-Teil ins Kino. Und wer weiß, ob ihnen die Eltern die alten Otto-Platten vorspielen ...
Es ist eigentlich ein schöner Zeittest, wenn Kinder von heute die Gags aus den 70er- und 80er-Jahren hören.
Absolut. Dass sie lachen, zeigt mir, dass die Verse und Geschichten von damals eine gewisse Zeitlosigkeit haben. Sie haben nichts von ihrer Bedeutungslosigkeit eingebüßt. Das überrascht mich immer wieder.
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slottemeijer
Dienstag, 17.11.2009, 08:38 Uhr In den 70ern gehörte Otto für mich auch zu den Highlights in der deutschen Comedy. Rückwirkend gesehen erscheint für mich sein Gehampel aber nur noch bedingt witzig. Und seit den 90ern ist Otto nur noch ein Abklatsch von sich selbst und somit überflüssig. -
chriroe
Montag, 16.11.2009, 15:32 Uhr Otto ist und bleibt der Beste, friesisch-herb eben. -
hummergirl
Montag, 16.11.2009, 14:20 Uhr Zum Glück kann ja jeder selber entscheiden, ob er sich die neue DVD zulegt oder nicht. ;-) Otto hat einen ganz anderen Humor als das, was "Comedians" heute zeigen. Die haben iregndwann mal einen lustigen Satz gesagt und schon sagt jemand: Geh doch ins Fernsehen. Dann wird gepusht und gepusht - und am Ende kommt so was wie Mario Barth raus. Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, ist es vielleicht lustig - aber dann? Der (und die meisten anderen) fährt immer nur die gleiche Schiene, variiert nicht mal sein Thema - es geht immer nur um Männer und Frauen. Da ist Otto viel vielseitiger. -
MasterofPuppets
Montag, 16.11.2009, 14:16 Uhr Ich finde ihn cool, er hat den deutschen Wortwitz ja praktisch erfunden. Ohne ihn wäre die deutsche Comedy heute anders und langweilig ist er mir auch noch nicht geworden.
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