Marseille kämpft in Dortmund ums Weiterkommen
Eine Frau macht den Olympique-Profis vor dem entscheidenden Champions-League-Duell in Dortmund Beine. Erst nachdem Hauptaktionärin Margarita Louis-Dreyfus jüngst vor versammelter Mannschaft damit gedroht hatte, den Traditionsclub "von heute auf morgen" zu verkaufen, ging es diese Saison mit Marseille leicht bergauf. Doch Trainer Didier Deschamps und seine Schützlinge wissen: Wenn man Dienstag nicht ins CL-Achtelfinale einzieht, sieht es für den französischen Vizemeister nicht nur sportlich düster aus. "Das Spiel ist auch für die Finanzen des Clubs lebenswichtig", betonte dieser Tage nicht nur das Portal "20Minutes".
"Uns erwartet in Dortmund ein heißes Spiel. Wir müssen gewinnen, um uns als Zweite zu qualifizieren. Bei uns in Marseille haben die Deutschen sehr gut gespielt, aber entscheidende Fehler gemacht", sagte Deschamps. Marseille könnte bei einer Schlappe mit vier Toren Unterschied sogar die Qualifikation für die Europa League verpassen. Das wäre für den neunfachen französischen Meister schwer zu verkraften, zumal man auch in der Ligue 1 als Tabellen-7. kaum noch Chancen hat.
Nach einem miserablen Meisterschaftsstart mit nur drei Punkten aus sechs Spielen fand sich das Team plötzlich im Tabellenkeller wieder. Daraufhin stauchte die junge Fußball-"Zarin" Louis-Dreyfus (die Witwe des 2009 früheren Clubbosses Robert Louis-Dreyfus wurde als Margarita Bogdanova in Sankt Petersburg geboren) ihre Männer zusammen. Das half denn auch: Zuletzt gab es in der Ligue 1 in sechs Spielen immerhin fünf Siege, darunter ein 3:0 im Derby gegen das "Millionen"-Team von Paris Saint-Germain sowie am Freitag ein 2:1 in der CL-Generalprobe beim SM Caen.
Erst im Oktober wurde bekannt, dass das Defizit der vergangenen Saison nicht, wie vom damaligen Präsidenten Jean-Claude Dassier gemeldet, nur 500.000, sondern 15 Millionen Euro betrug. Der neue Präsident, Vincent Labrune musste deshalb vergangene Woche bei der für die Lizenzvergabe zuständigen Behörde DNCG antreten. Die Clubchefin, die in Magazinen gern ihre Juwelen und Schlafzimmer präsentiert, gab eine Finanzspritze von 20 Millionen Euro. Im Interview mit der Zeitung "Le Monde" klagte sie dann aber auch: "Für das Geld, das der Verein von mir bekommt, müssten die Leistungen viel besser sein". Ihre Drohung steht noch.
Coach Deschamps hat es nicht leicht. Er gibt Probleme am Fließband. OM-Fußball-Direktor José Anigo legte sich mit dem Weltmeister von 1998 öffentlich an. Frühere Leistungsträger wie Mathieu Valbuena oder der Argentinier Lucho González sind außer Form. Der für 18 Millionen Euro aus Toulouse geholte Nationalstürmer Andre-Pierre Gignac zog sich gegen Caen nach mehrmonatiger Verletzungspause eine neue Blessur zu, fällt in Dortmund aus. Der Einsatz von Stürmer Loïc Remy ist fraglich.
9 Meinungen zu "Marseille kämpft ums Überleben"
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MarceloB
Dienstag, 06.12.2011, 15:36 Uhr Ohne unken zu wollen, beschleicht mich ein Gefühl, daß Olympique heute Abend die Oberhand behalten wird. Es wird bestimmt ein hart geführtes Match, auf beiden Seiten geht es um sehr viel. Daher glaube ich, die nackte Existenzangst der Franzosen wird denen Flügel verleihen. Das Hinspiel war ja auch ne ganz klare Kiste, der BVB liegt dem Club von der Côte d'Azur. Leider. -
RoterBaron
Dienstag, 06.12.2011, 15:28 Uhr @ Sumiciu: Seh ich im großen und ganzen genauso. Erstmal "einfach" nur auf Sieg spielen, um nicht wieder ins offene Messer zu laufen und auch die letzte Chance auf ein internationales Überwintern zu verspielen. Wenn man aber merkt, dass vielleicht wirklich ein Kantersieg möglich wäre, sollte man es auch defintiv versuchen, auch wenn man dazu riskanter spielen muss. -
RoterBaron
Dienstag, 06.12.2011, 15:25 Uhr Tja, da werden die Süd-Franzosen wohl noch 'ne zusätzliche Schippe drauflegen (müssen) heute Abend. Wobei das letztlich vermutlich kaum etwas ändern dürfte, die Chancen des BVB auf einen 4:0 - Sieg (+ eine gleichzeitige Niederlage von Piräus) grenzen bekanntermaßen schon fast an Utopie. Am realistischsten wäre wohl "einfach" ein Sieg gegen Marseille und eben eine Niederlage von Piräus gegen Arsenal, damit man immerhin noch in der EL überwintern würde; jedoch fehlt einem nach den bisherigen CL-Auftritten der Dortmunder auch hierfür der Glaube. Wobei ich ohnehin auch keine allzu großen Hoffnung auf eine Londoner Schützenhilfe hege. Aber egal, sollte es tatsächlich nicht mal mehr für die EL reichen: Mund abputzen, und nächstes Jahr einfach besser machen... -
Sumiciu
Dienstag, 06.12.2011, 15:23 Uhr Realistisch betrachtet sollte es für den BVB darum gehen, überhaupt zu gewinnen und so zumindest die Chance auf die EL zu wahren, die auf jeden Fall im Bereich des Möglichen liegt. Ein zu riskantes Stürmen und eine daraus resultierende Niederlage (oder auch ein Unetschieden) wäre ja auf jeden Fall das komplette Europa-Aus. Falls sich allerdings im Laufe des Spiels die Chance auf mehr ergibt, sollte der BVB sie dann bitte auch nutzen (Stichwort Chancenauswertung). Der Rest ist Daumen drücken, sowohl für Dortmund als auch für Arsenal. -
Gnochi1980
Dienstag, 06.12.2011, 11:41 Uhr Sehr, sehr schwierig. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wäre doch toll, wenn 3 deutsche Mannschaften weiterkommen. -
HarzerGirl
Dienstag, 06.12.2011, 11:14 Uhr "Wäre dem dt. Fussball zu wünschen, da Dortmund aber in 5 Spielen nur 4 Tore geschossen hat kann ich mir eigentlich nicht vorstellen das sie jetzt 4 in einem Spiel machen." Ja, das wäre ein Wunder!
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