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09.02.2012, 20:00 Uhr

Markus Babbel ist neuer Trainer in Hoffenheim

Zuzenhausen (dpa) - Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat nicht viel Geduld mit Holger Stanislawski bewiesen und dem Trainer nach nicht einmal acht Monaten den Stuhl vor die Tür gesetzt. Einen Tag nach dem Pokal-Aus gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth gaben die Nordbadener die Trennung von dem 42-Jährigen bekannt. Nun ist auch seine Nachfolge geregelt: Markus Babbel wird Trainer bei 1899 Hoffenheim.

Der Ex-Nationalspieler unterschrieb am Freitagmorgen bei den Kraichgauern bis zum 30. Juni 2014. Kurz vor Mittag wird der Stanislawski-Nachfolger im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Der 39 Jahre alte Babbel soll am Samstag bei Werder Bremen bereits auf der Bank sitzen.

Stanislawski nur wenige Monate bei 1899

"Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden", erklärte Tanner in einer Pressemitteilung. "Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend." Im Trainingszentrum in Zuzenhausen verlas Tanner später nur eine dürre Erklärung, wollte keine Fragen beantworten und bat um Verständnis: "Wir haben in zwei Tagen ein Bundesliga-Spiel in Bremen und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung."

Dasselbe Schicksal ereilte nun Stanislawski. Der langjährige Coach des FC St. Pauli betreute 1899 erst seit Beginn dieser Saison und hatte ursprünglich einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Die Hoffenheimer waren am Mittwochabend mit 0:1 gegen Fürth im DFB-Pokal-Viertelfinale ausgeschieden. Bereits am Samstag nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg hatte Stanislawski heftig seine Spieler kritisiert und erste Zeichen von Resignation gezeigt. In der Liga holte sein Team aus den letzten zehn Spielen nur einen Sieg und gewann die letzten fünf Heimspiele nicht mehr.

Stanislawski scheiterte auch am mächtigen Mäzen Dietmar Hopp. Der Milliardär hatte einerseits einen Sparkurs ausgerufen. So wurden Leistungsträger wie Demba Ba, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic verkauft. Andererseits wollte Hopp nicht länger mit ansehen, wie sich die Hoffenheimer, die enorm an Klasse verloren haben, allmählich zum Abstiegskandidaten entwickelten. Noch am 30. Januar hatte der SAP-Mitbegründer in einem "Kicker"-Interview gemahnt: "Wir müssen Geduld haben, das habe ich auch Stani gesagt. Und ich hoffe, Stani ist in acht Jahren noch hier."

Am Donnerstagmorgen bekam "Stani", wie ihn auch in Hoffenheim alle nannten, von Tanner mitgeteilt, dass das Arbeitsverhältnis beendet ist. Da half auch die lautstarke Unterstützung der Fans im Pokalspiel nichts mehr: Als die Mannschaftsaufstellung vom Stadionsprecher ausgerufen wurde, da brüllten die Anhänger nach jedem Spieler-Vornamen: "Stanislawski!" Auch nach der Niederlage riefen die Zuschauer nach dem 1899-Coach, der winkte um 20.53 Uhr noch einmal Richtung Südtribüne. Da ahnte er schon, dass er im Kraichgau keine Perspektive mehr hatte. Zumal Hopp seine Arbeit noch kurz vor der Partie öffentlich kritisiert hatte: "Ich sehe keine Linie im Spiel der Mannschaft, es ist keine Entwicklung zu erkennen."

Stanislawski lobte am Mittwochabend noch sein Team für einen engagierten Auftritt, spielerisch war die Partie jedoch wieder einmal ein Armutszeugnis. Und so musste er als fünfter Trainer in der laufenden Bundesliga-Saison seinen Posten vorzeitig räumen. In Hoffenheim ist nach dem Abgang von Erfolgscoach Ralf Rangnick vor gut einem Jahr keine Kontinuität eingekehrt: Nach Marco Pezzaiuoli scheiterte nun der volksnahe Stanislawski, der dem Retortenclub Seele und Leidenschaft einhauchen sollte. Mit dem Cheftrainer verlassen auch seine Assistenten André Trulsen und Hans-Peter Nemet den Club.

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24 Meinungen zu "Babbel wird Trainer bei 1899 "

  • gaststar
    Freitag, 10.02.2012, 12:32 Uhr
    WERDER WIRD MEISTER !!!
  • Joki77
    Freitag, 10.02.2012, 10:04 Uhr
    Ich finde die haben damals einen fehler gemacht das Sie Rangnick so einfach gehen liesen .Bzw Seine Meinungen nicht wichtig waren für Tanner und Hopp. Er hatte die Mannschaft aufgebaut und zum Herbstmeister gemacht das wäre der richtige Trainer für Hoffe gewesen aber naja die werden so weiter abrutschen aber da sind die selber dran schuld und mehr die Spieler die meisten keine gute ausdauer haben oder vorm Tor versagen. Und da kann der jetzige Trainer auch nichts dafür das liegt an den Spielern nicht am Trainer wenn ein bissel. Abwarten wie es der Babbel macht nach seiner Lebenlauf wurde er auch in Stuttgart gefeuert weil er es auch nicht auf die Reihe bekam genauso in Hertha jetzt bin Ich mal gespannt wie lang er es in Hoffe packt.
  • Schuetze1992
    Freitag, 10.02.2012, 09:44 Uhr
    Hallo! Normalerweise ist es so, das der Trainer nur an der Seitenrändern des Fußballfeldes steht und die Mannschaft auf das Spiel vorbereiten kann. Was dann die Spieler auf dem Feld machen, kann von dem Trainer nicht mehr beeinflußt werden (außer das er Hinweise geben kann). Wenn ich dann höre, das den Bundesligaspielern von der TSG 1899 Hoffenheim, wenn sie 5 Meter vor dem Tor des Gegners stehen, die Nerven versagen und sie da Tor nicht treffen, frage ich mich so langsam, was für Idioten da auf dem Platz stehen. Normalerweise müßten die Bundesligisten Gegner aus der 2 und 3. Liga locker wegastecken, wenn sie Bundesligatauglich sein wollen. Aus meiner Sicht müßten nicht die Trainer entlassen werden, sondern Spieler (die im Jahr Millionen von Euro für weniger als 25 % Leistung kriegen). Diese Meinung müßten andere auch mal sehen, da das mit der Entlassungt des Trainers (das trifft für alle Vereine der Ligen aller Art zu) nur aus der Ecke des Vereins kommt. Da bezweifle ich ganz stark, das die Trainer überhaupt nach ihrem Standpunkt befragt wurden sind
  • Cooller
    Freitag, 10.02.2012, 09:37 Uhr
    @Saxum: "Hoffenheim ab in die 2te Liga und bitte Wolfsburg gleich mitnehmen" Wieso auch nicht gleich auch Leverkusen?
  • Cooller
    Freitag, 10.02.2012, 09:35 Uhr
    Nach Stani kommt Babbi
  • wolfi10
    Freitag, 10.02.2012, 09:33 Uhr
    Wenn jemand Hoffenheim noch retten kann, dann Babbel! Allerdings wird auch er seine Ansprüche an den Kader stellen und sich eine Bevormundung nicht gefallen lassen. Viel Glück Babbel, wenn man überhaupt ein bißchen Fan von Hoffenheim sein kann, so bin ich es jetzt so ein ganz kleines bißchen geworden.
  • Bayernfan1302
    Freitag, 10.02.2012, 09:26 Uhr
    Oje,oje. Dann gehts jetzt ungestreift in die 2.Liga.
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