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02.01.2012, 14:54 Uhr

"Straßen des Glücks" im Test

Turbokapitalismus à la Nintendo: In der nur oberflächlich niedlichen Wii-rtschaftssimulation "Straßen des Glücks" jagen die Mitglieder der Mario-Clique und ein paar Gaststars aus Square-Enix "Dragon Quest"-Saga über riesige, vielfach verzweigte Spielfelder - und haben doch nur ein Ziel: So schnell wie möglich reich werden! Die Mittel dazu gleichen denen moderner Banker: Immobilienkäufe, Investitionen, Mieterhöhungen, spekulative Aktiengeschäfte, Dividendenausschüttungen und ein bisschen Würfelglück.

Von Gerd Hilber

"Straßen des Glücks" ist der erste Ableger der in Japan äußerst populären "Itadaki Street"-Reihe, der es in den europäischen Handel geschafft hat. Der Vergleich mit dem Klassiker "Monopoly" liegt nahe. Allerdings ist das Geschehen deutlich komplexer - sofern man sich anfangs gegen das einfachere Regelwerk entschieden hat.

Das vorweg: Der Weg zum virtuellen Vermögen ist lang und führt über zahlreiche Spielbretter, die sich optisch an beliebten "Super Mario"- und "Dragon Quest"-Szenarien orientieren. Bis zu vier Teilnehmer ziehen los, kaufen mit ihrem Startkapital erste Läden und sammeln bunte Symbole ein, die sich in der Bank gegen eine Finanzspritze eintauschen lassen. So weit, so "Monopoly". Das Geld kann jedoch nicht nur in den Ausbau der eigenen Geschäfte gesteckt werden, um den unfreiwilligen Besuch eines anderen Mitspielers zum teuren Vergnügen werden zu lassen. Auch der Handel mit Aktien von einzelnen Bezirken lohnt sich. Je mehr in die Läden eines Viertels investiert wird, desto attraktiver wird die Gegend. Damit steigt wiederum der Wert der Papiere. Und auch von der regelmäßig ausgeschütteten Dividende lässt es sich gut leben. Im Gegenzug korrigieren Aktienverkäufe den Kurs wieder nach unten.

Die Möglichkeiten und Taktiken, die sich daraus ergeben, sind beachtlich - und werden durch zahlreiche Sonderfelder und Zufallsereignisse weiter angereichert. Sobald man ein vorgegebenes Kapital angehäuft hat, sollte man schleunigst zurück zur Bank. Geht zuvor jemand pleite, gewinnt derjenige mit den meisten Vermögenswerten.

Grafisch sollte man jedoch nicht allzu viel erwarten: "Straßen des Glücks" besitzt den Charme einer kunterbunten Excel-Tabelle und ist mitunter grob pixelig. Und weil sich manche Abläufe nicht beschleunigen lassen, wird das Ganze zum Geduldsspiel - vor allem im Online-Mehrspielermodus.

Fazit: Wer "Monopoly" mag, findet in "Straßen des Glücks" eine echte virtuelle Alternative mit mehr Tiefgang. Ein echtes Partyspiel mit Gute-Laune-Garantie ist das ständige Immobilien- und Aktiengeschachere jedoch nicht.

Wertung

Grafik befriedigend
Sound befriedigend
Steuerung gut
Spielspaß befriedigend
Gesamt befriedigend

Datenblatt

Titel Straßen des Glücks
Genre Management
Alter ab 0 Jahren
Schwierigkeit Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Plattform Wii (getestet)
System
Mehrspieler 2-4
Entwickler Armor Project
Anbieter Nintendo
Preis ca. 50 Euro
EAN 0045496401016

© teleschau - der mediendienst GmbH

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Sie lesen gerade: Mario, der Turbokapitalist. Mario mal anders: Wirtschaftssimulation "Straßen des Glücks".

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