Die dramatischsten Amokläufe an Schulen
Winnenden, 11. März 2009 - 16 Tote
Ein Amoklauf, der in Deutschland von einem nie zuvor dagewesenen Medienspektakel begleitet wurde, ereignete sich im Frühjahr 2009 in der schwäbischen Kleinstadt Winnenden.
Ein 17-jähriger ehemaliger Schüler stürmte mit einer Pistole die Albertville-Realschule und schoss um sich. In der Schule selbst tötete er mit meist gezielten Kopfschüssen neun Schüler im Alter von 14 bis 15 Jahren und drei Lehrerinnen.
Ein schnelles Eintreffen der Polizei mag ein noch schlimmeres Blutbad innerhalb der Schule verhindert haben, dennoch gelang Tim K. die Flucht aus dem Schulzentrum. Auf dem Weg in die Innenstadt tötete der Täter einen Angestellten einer psychiatrischen Klinik. Auf dem Parkplatz desselben Krankenhauses zwang er einen weiteren Mann dazu, gemeinsam mit dessen Auto zu fliehen.
Nach einer knapp zweistündigen Irrfahrt gelang es dem Mann, sich beim Autokreuz Wendlingen aus dem fahrenden Auto zu retten. Unbeeindruckt setzte Kretschmer seine Flucht zu Fuß fort und erschoss in einem Autohaus einen Verkäufer und einen Kunden. Erst auf dem Parkplatz des Autohauses konnte die Polizei den Amokläufer stellen. Nach einem durch die Polizei abgegebenen Schuss ins Bein ging der Täter zu Boden und richtete sich selbst.
Im Anschluss an die Tat erregte ein mit einem Handy selbstgedrehtes Video eines Augenzeugen sowie ein exklusives Interview der überlebenden Geisel mit dem "Stern" besondere mediale Aufmerksamkeit. Hartnäckig hielten sich zudem Gerüchte, Tim K. hätte seine Tat zuvor im Internet angekündigt, welche die Ermittler fälschlicherweise zunächst bestätigten, dann jedoch wieder dementieren mussten.
Bei der Aufklärung der Bluttat stellte sich heraus, dass sich der 17-Jährige vor seiner Tat in psychiatrischer Behandlung befunden und sich intensiv mit Waffen auseinandergesetzt hatte.
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