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Amerikas wahre Superhelden

(seb) – Superman war unabkömmlich, Batman gerade nicht zu erreichen: Kein maskierter Rächer, sondern einfache Bürger stürzten sich am 8. Januar 2011 auf den Attentäter von Arizona, um ein noch größeres Blutbad zu verhindern.

Jared Loughner hatte bereits ein Magazin mit 30 Kugeln leergefeuert, sechs Menschen getötet und der US-Abgeordneten Gabrielle Gifford in den Kopf geschossen. Der 22-jährige Todesschütze will gerade nachladen, da entreißt ihm eine verletzte Frau geistesgegenwärtig das Magazin. Zwei Männer stürzen herbei und ringen den Attentäter nieder. Der zuständige Sheriff, Clarence Dupnik, erklärt später, das schnelle Eingreifen dieser drei Menschen habe "eine noch viel schlimmere Katastrophe abgewendet".

Attentäter entwaffnen, so eine außergewöhnliche Tat traut man gemeinhin nur kostümierten Comic-Helden zu. Tatsächlich aber gibt es in den USA Menschen, die sich das Superheldendasein zur Lebensaufgabe gemacht haben. Sie nennen sich "Real Life Superheroes", Helden des wirklichen Lebens, und ihre wahre Identität verstecken sie unter aufwändigen Kostümen. Sie sind "eine radikale Lösung für ein radikales Problem", heißt es auf ihrer Webseite.

Von leuchtenden Gestalten bis finster anmutenden Gesellen ist alles dabei: Vom spindeldürren "Guten Samariter", der sich für sauberes Trinkwasser engagiert, bis zum düsteren "Thanatos", der an kalten Tagen die obdachlosen Junkies von Vancouver mit trockenen Klamotten versorgt. Bei Gangstern kräftig zupacken - das tun allerdings nur wenige von ihnen. Die meisten engagieren sich ehrenamtlich in Hilfsorganisationen und ermutigen ihre Mitmenschen zu mehr Solidarität.

Überall in den USA haben sich solche lokalen Superhelden-Gruppen formiert. Die Mitglieder basteln sich eigene Kostüme, inspiriert von den gezeichneten Vorbildern, und patrouillieren durch die Straßen ihrer Heimatstädte. Zu echter Berühmtheit haben es die Alltags-Superhelden allerdings erst durch die Tat eines besonders medienaffinen "Kollegen" gebracht. Phoenix Jones, ein in Kampfkünsten erprobter "Superheld" aus Seattle, verhinderte jüngst einen Autodiebstahl. "Plötzlich kam von rechts dieser Typ in einem hautengen, gold-schwarzen Gummianzug heran gerauscht, und jagt den Dieb davon", berichtete später das völlig verdutzte Opfer.  Zusammen mit seinen Helfern "Catastrophe", "Thunder 88" und "No Name" schützt der muskulöse Unbekannte seine Mitbürger, und hält gerne auch mal sein Gesicht in eine TV-Kamera.

Die für ihre Strenge bekannte amerikanische Polizei duldet die Arbeit von Phoenix Jones, so wie die der anderen "Superhelden", und bisher ist es wohl auch noch zu keinem ernsten Zwischenfall gekommen. Im Arsenal der Superhelden befinden sich keine Schusswaffen, sondern allerhöchstens Taser und Schlagstöcke.

Völlig ungefährlich ist es für die auffälligen Helfer allerdings nicht: Phoenix Jones bekam jüngst mächtig eins auf die Nase, die leider nicht super, sondern nur normal ist, und deswegen brach.

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184 Meinungen zu "Amerikas wahre Superhelden"

  • opinion888
    Freitag, 14.01.2011, 08:28 Uhr
    HaHa, da hat die Irrenanstalt ja demnächst viel zu tun. Köstlich ist das, ganz köstlich :-D
  • xkatrinix
    Mittwoch, 12.01.2011, 16:40 Uhr
    Im a super-woman
  • Americano
    Mittwoch, 12.01.2011, 16:34 Uhr
    ja, so ist es! We are heroes!
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