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23.02.2012, 13:27 Uhr

Ethikrat fordert Fonds für Menschen ohne eindeutiges Geschlecht

Berlin (dpa) - Angesichts großen Leids für die Betroffenen hat der Deutsche Ethikrat einen Hilfsfonds für Menschen ohne eindeutiges Geschlecht verlangt. Anerkennung und Hilfe sollten die Opfer ärztlicher Eingriffe erfahren, die auf eine klare Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht abzielten. Das empfahl der Ethikrat am Donnerstag in Berlin in seiner Stellungnahme zur Intersexualität.



Viele Menschen seien aufs Tiefste verletzt worden durch Behandlungen, die nach heutigen Erkenntnissen nicht dem Stand der Medizin entsprechen. "Sie haben Schmerzen, persönliches Leid, Erschwernisse und dauerhafte Einschränkungen ihrer Lebensqualität erlitten."

In der Stellungnahme wird unter anderem das Schicksal eines Menschen geschildert, bei dem nach der Geburt 1965 ein uneindeutiges Geschlechtsorgan festgestellt wurde. Im Bauchraum befanden sich zudem Hoden, das Baby hatte einen männlichen Chromosomensatz. Die Ärzte entfernten den Hoden, verschwiegen dies den Eltern aber genauso wie die Tatsache, dass ihr Kind chromosomal männlich war. Sie sagten laut dem Bericht zu den Eltern: "Das Kind ist ein Mädchen und wird es bleiben, die ganze Erziehung hat sich danach zu richten."

Selbsthilfegruppen sollen laut Ethikrat öffentlich finanziell gefördert werden. Betroffene und ihre Eltern sollten nur in einem speziellen Kompetenzzentrum über die einzelnen ärztlichen Disziplinen hinweg beraten und behandelt werden. Für die regelmäßige medizinische Betreuung sollte ein Netz an geeigneten Stellen geschaffen werden.

Im Personenstandsregister sollten sich Menschen, deren Geschlecht nicht eindeutig feststellbar ist, nicht nur als "weiblich" oder "männlich", sondern auch als "anderes" eintragen können.

In seinem jüngsten Schattenbericht wirft der Verein "Intersexuelle Menschen e.V." Ärzten vor, vielfach Behandlungen mit dem diskriminierenden Zweck durchzuführen, ein Kind in die Vorstellung von "männlich" und "weiblich" einzupassen, obwohl die dadurch erzeugte Leiden bekannt seien. Der deutsche Staat sei für "diese Folterhandlungen" letztlich verantwortlich.

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24 Meinungen zu "Hilfe für "drittes Geschlecht""

  • Biber
    Mittwoch, 28.03.2012, 13:41 Uhr
    .... und an einige andere hier, die sich Sorge um Steuergelder machen auch !!!
  • Biber
    Mittwoch, 28.03.2012, 13:40 Uhr
    @ neighborJones (S. 1) Und wer bitte sehr soll diesen "Hilfsfonds" finanzieren? Für was sollen wir denn noch alles bluten?" Ich "blute" auf jeden Fall sehr viel lieber für solche Menschen (die nichts dafür können - und in dem Bewusstsein, daß mir in irgend einer Situation vielleicht auch geholfen worden wäre!) als für selbstverschuldet-hochverschuldete Staaten oder für abgehalfterte ehemalige Bundespräsidenten, die ihr Schäfchen auf Kosten des Gemeinwohls im Trockenen haben !!!
  • Allaire
    Mittwoch, 28.03.2012, 13:01 Uhr
    Wenn man bedenkt, dass diese zweigeschlechtlichen Menschen sehr häufig die "heiligen Männer/Frauen, Schamanen/-in in anderen Kulturen waren und immer noch sind... ist das äusserst erschreckend und abstoßend was so manch ein "zivilisierter" Mensch alles so von sich geben kann... Ich kann den Eltern solcher Kinder nur raten diverse OPs zur "Korrektur" zu meiden und sich einer Selbsthilfe-Gruppe anzuschließen, um das Leid der heranwachsenden Kinder so weit wie nur irgend möglich aufzufangen... Wenn es dann an der Zeit ist, oder auch nicht, so sollten nötige Operationen durchaus von der KK getragen werden...die Kosten für den Psychologen werden schliesslich auch von der Allgemeinheit getragen... und weder einem Raucher, noch einem fetten Menschen wird die Hilfe versagt... UND diese Leute tragen nun mal wirklich Mitschuld an ihrem unter Umständen miserablen Gesundheits-Zustand...
  • Gwendoline
    Dienstag, 20.03.2012, 16:27 Uhr
    Ich denke man sollte Menschen nicht operieren weil sie nicht ganz m oder w sind das sollte man dem betroffenen später selber überlassen.Operieren damit es niemand mitbekommt ist nicht mehr Zeitgemäs.Zweigeschlechtliche sind uns meines erachtens seelisch überlegen.Ich hatte gerne einen eine Zweigeschlechtlichen Kanzeler Kanzelerin.für mich ist das die logische Konsequenz aber minderheiten werden im westen unterdrückt statt gefeiert.Naja hab selber Brüste und nen Schwanz bin aber Hetero ich komm damit klar nur viele die mich fragen nicht aber Aufklärung ist allgemein eher Mangelware im Staate und was würden die da aufklären denen würde dazu doch eh nur Mist einfallen weil se zu hohl sind um das zu kapieren,sorry für diese emotionale Seite des ganzen.Ein drittes geschlecht einführen statt m und w naja wäre ein anfang nur kapiert wieder niemand worum es dann geht.mann könnte Menschen auch sotieren nach ich will Kinder und ich will keine darin liegt häufig ein entscheidender knackpunkt alles sehr schwierig!!!???
  • Inselkind25
    Sonntag, 26.02.2012, 14:26 Uhr
    Ich bin immer wieder aus's neue geschockt und fassungslos, dass es Personen gibt die VER - und BEurteilen, obwohl sie sich niemals ernsthaft mit einer Thematik auseinander gesetzt haben oder jemals in einer solchen Situation waren(oder wirklich verstanden haben worum es geht). Mit einem undefinierten Geschlecht geboren zu werden hat doch nichts mit Homosexualiät zu tun. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. In der Tat finde ich es nur legitim, das Menschen mit einem undefinierten Geschlecht die operiert worden sind ohne wissen was da geschieht (im Kindesalter...u.ä.) eine Entschädigung erhalten. Ich finde es anmaßend vom Menschen zu urteilen was normal ist und was nicht. Die Natur schaffts solche Menschen und vielleicht sind Menschen mit intersexuellem Geschlecht ein weiterer Schritt in der Evolution...wer weiß das schon??? Also bitte, seit toleranter und lasst diese Menschen selbst entscheiden was sie sein wollen...mänlich, weiblich, intersexuell.... Und wenn es zu phsychischen Problemen kommt, sollte die Behandlung (welcher Art auch immer) von der Krankenkasse übernommen werden. Das ist meine Meinung...
  • Corsicaner
    Freitag, 24.02.2012, 13:40 Uhr
    @Newt : Wenn das man immer so einfach wäre. Ich erinnere mich vor ein paar Jahren über eine US-Amerikanerin gelesen zu haben. Sie ist Mutter von drei gesunden Töchtern, soll heißen; ihre Töchter haben inzwischen auch Kinder bekommen. Man sollte meinen Sie sei eine Frau. Nur: Sie hat XY-Chromosomen. Was ist sie denn nun? Nach Deiner Definition ein Mann, sie selbst hat bis zu dieser Genuntersuchung gedacht, sie sei eine normale Frau. Wir machen es uns gerne (zu) einfach, doch es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als männlich und weiblich. Waren es eigentlich die Hopi, die Lakota, oder ein ganz anderer Indianerstamm, die 8 unterschiedliche Geschlechter kannten? Vielleicht sollten wir uns mehr an dieser Vielfalt orientieren, als zu versuchen alles in schwarz-weiß, richtig und falsch, gut und böse einzuteilen.
  • Athrun825
    Freitag, 24.02.2012, 11:12 Uhr
    Also mit Verlaub, aber bei so manchem Kommentar bleibt einem angesichts Dummheit glatt die Luft weg. Ich beobachte die Thematik schon eine längere Zeit und ich muss sagen, da gibt es wirklich schockierende Praktiken und Schicksale. Es ist längst überfällig in dieser Hinsicht tätig zu werden; das heisst den betroffenen Personen selbst die Hoheit über ihre Angelegenheiten zu geben und zwangsoperierte (verstümmelte) Menschen zu entschädigen. Entschädigungen hat der Verursacher zu tragen (Ärzte und der Gesetzgeber). Ausserdem: Heute regt man sich über grausame Beschneidungen in der 3.Welt auf; aber in unserem (angeblich) zivilisierten Land sind Verbrechen der geschilderten Art möglich -die mich doch sehr an die Zwangsoperationen von Minderheiten/ Behinderten im 3. Reich erinnern. Die Angabe "Anderes" als Geschlecht halte ich für nicht so toll. Da sollte man sich etwas anderes überlegen. Evtl. "keine Angabe", oder -wer es will- Hermaphrodit, h, m/w, Zwitter oder sogar den Gencode XX/Y LG Sascha
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