Teenager-Schwangerschaften: Aufklärung beugt vor
"Die Bedeutung von Verhütungsmitteln für das Vermeiden von sexuell übertragbaren Krankheiten und von frühen Schwangerschaften sollte Heranwachsenden schon vor dem ersten sexuellen Kontakt klar sein", erklärt Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.
Eltern sollten ihre Kinder darauf hinweisen, dass sie sich bei den Jugendvorsorgen J1 und J2 vom Jugendarzt rund um die Sexualität informieren und beraten lassen können - auch ohne Anwesenheit der Eltern. "Es reicht nicht, wenn Eltern mit ihren pubertierenden Kindern nur einmal ausführlich über Sexualität sprechen, um ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität beizubringen", sagt Fegeler. Schon mit etwa vier oder fünf Jahren beginnen Kinder, sich für die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zu interessieren. Wenn Kinder Fragen stellen, sollten sowohl Väter als auch Mütter bereit sein, zu antworten.
Fegeler stützt sich auf eine aktuelle amerikanische Studie. Sie ergab, dass die Aufforderung zur Abstinenz allein wenig hilfreich sei, um Schwangerschaften bei Minderjährigen zu verhindern. Statistiken zu Teenager-Schwangerschaften sowie die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Verhinderung der Schwangerschaften in 48 US-Staaten wurden für die Untersuchung ausgewertet.
In Deutschland bringen etwa 4000 bis 5000 Mädchen unter 18 Jahren ein Kind zur Welt, ebenso viele junge Frauen brechen laut Fegeler eine Schwangerschaft ab. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei minderjährigen Mädchen geht zwar seit einigen Jahren zurück, doch bedeute es immer noch, dass jedes Jahr rund 10 000 Mädchen im Teenageralter schwanger würden.
11 Meinungen zu "Aufklärung beugt vor"
-
SusanneSchwabe
Freitag, 27.01.2012, 13:07 Uhr @tommitulpe Da gebe ich Dir Recht ! Ich selber habe auch mit Sex gewartet gehabt, bis ich 18 war, wenn auch nur, weil mir meine Eltern androhten; "Komme Du uns mal mit einem Kind nachhause!" Trotzdem war die Aufklärung mir gegenüber sehr Mangelhaft, und deshalb muß ich nun getrennt von meinem Kind leben, und habe einen Haufen Schulden am Ar.... ! -
tommitulpe
Freitag, 27.01.2012, 11:59 Uhr Aus eigener Erfahrung und durch Beobachtung bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass die ganze Aufklärung viel zu kurz zielt. Sex und Liebe gehören zusammen. Und die Liebe braucht Schutz. Sobald der Trieb entfesselt ist, wird es schwierig, noch Rücksicht auf den anderen zu nehmen. "Laß uns Liebe machen" heißt in Wahrheit oft: "Laß mich meinen Trieb befriedigen." Wer dann mehrfach erfährt, dass er benutzt und danach verlassen wurde, baut einen Schutz gegen diesen Schmerz auf und kann liebes- und bindungsunfähig werden. Dann ist Sex von Liebe getrennt. Oft mit schweren seelischen Folgen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mit intensiven Zärtlichkeiten und intensiven Küssen warten, bis kurz vor der Hochzeit. Ich bin den Weg anders gegangen habe dafür einen hohen Preis bezahlt. So lange die Sexualität nicht geweckt ist, fällt es recht leicht, darauf zu verzichten. Und der Blick bleibt frei, den anderen in seinem Wesen zu erkennen und ggf. "Tschüss" zu sagen, ohne dass es tiefe seelische Wunden gibt. Ich bewundere meine wunderschöne Nichte (jetzt Mitte 20). Sie hat durchgehalten und sich auch vom Drängen ihrer Altersgenossinnen nicht beirren lassen. So konnte sie in großer innerer Freiheit ihre Freunde nach inneren Werten beurteilen und es ist ihr viel Kummer erspart geblieben. Sex kann rasch dominierend werden. Besonders bei jungen Menschen, die charakterlich noch nicht ausgereift sind. Da sich im Leben meiner Nichte nicht alles um Sex gedreht hat, konnte sie charakterlich zu einem sehr wertvollen Menschen reifen und viele Fähigkeiten entwickeln, die sonst vermutlich z.T. auf der Strecke geblieben wären. Für erfüllende Sexualität in der Partnerschaft sind Harmonie, Wertschätzung und gegenseitiger Respekt wichtige Voraussetzungen. Zwei Partner, die ihren Trieb im Griff haben, können sich das viel eher geben. -
Alinghi
Donnerstag, 26.01.2012, 10:19 Uhr @ BBU Die Bravo hat außer nette Bildchen nicht viel zu bieten. Die wirklich relevanten Themen, nämlich welche Verhütungsmittel existieren, was man zu beachten hat, wo man sich Hilfe holen kann, wenn etwas "schief" gegangen ist, steht leidet nicht in der Bravo. Ich habe mal - nachdem ich fünf Schwangerschaften in meinen Klassen hatte - mit meinen Schülern gesprochen. Die wissen zwar wie sie im Kopfstand den besten Orgasmus bekommen und welche Stellungen es gibt, aber wie die Verhütungsmittel genau funktionieren und was zu beachten ist, davon haben sie keine Ahnung. Leider! Die Aufklärung in der Schule erfolgt in einer Zeit, in der die meisten Schüler noch nicht sexuell aktiv sind. Da wird dann gekichert und man schämt sich. Da die Schüler selber aktiv noch nicht betroffen sind, hört man auch nicht so hin. Wenn es aber so weit ist, dass sich wirklich Fragen entwickeln, da sie sexuell aktiv werden, ist das Thema in der Schule abgeschlossen. In der Zeit müsste noch einmal eine Art "Auffrischungskurs" stattfinden. Das würde m. E. viel bringen. -
SusanneSchwabe
Mittwoch, 25.01.2012, 13:54 Uhr @BBU: Ich habe die Bravo gelesen, und da stand weder drin, dass ich eine Auflage zur Zahlung eines großen Betrages zu erwarten hatte, noch, dass man mir mein Kind wegnehmen kann, nur weil man nicht mehr mit mir zusammen sein möchte. -
SusanneSchwabe
Mittwoch, 25.01.2012, 12:45 Uhr Meine Eltern haben mich zwar aufgeklärt, doch leider nicht vollständig. Kinder sollten von Anfang an sehr wohl wissen, dass sie sehr viel Geld kosten, und dass wenn sie, so wie ich, dann getrennt vom Kind leben müssen, eben sehr viel Unterhalt zu zahlen haben ! In den meisten Fällen dürfen Frauen zwar ihre Kinder behalten, doch mir wurde meine Tochter vom anderem Elternteil weggenommen, und ich habe eine Auflage bekommen, den Unterhalt, in Höhe von 40 000,- € ab zu bezahlen, und zwar, ob ich Geld habe, oder nicht, was heißt, dass ich immer noch am Zahlen bin, obwohl ich Nichts von meiner Tochter habe, da ich noch nicht einmal ein Umgangsrecht habe. :"( Jetzt denkt nur nicht, dass ich eine schlechte Mutter gewesen wäre, denn zum damaligen Zeitpunkt der Geburt meiner Tochter, war ich noch transsexuell, und wurde daher vom Staat als Mann behandelt. Gerade Jungs sollten darauf hingewiesen werden, dass sie zwar Rechte haben, doch die Frauen keine Pflichten haben, ihnen ihre Rechte zukommen zu lassen ! Hätte ich einen Sohn, so würde ich ihm mit 18 Geld für eine Sterilisation geben ! -
Drusberg
Mittwoch, 25.01.2012, 12:31 Uhr @GurkenWaechter: Ich gebe Dir Recht, natürlich gibt es immer eine Vielzahl von Gründen, warum junge Mädchen schwanger werden. Da gibt es die, die wie von Dir angesprochen hoffen, selbst alles besser machen zu können als sie es in ihrer eigenen Familie erlebt haben und endlich Geborgenheit zu finden. Und die, die meinen, sich durch ein Kind in jungen Jahren um Ausbildung und Beruf herumdrücken zu können, weil der Staat ja schließlich zahlt. Und die, die Babies einfach süß finden, ohne darüber nachzudenken, was ein Kind wirklich heißt. Zusammenfassend sind das die Teenies, die absichtlich schwanger werden. Was ich zuvor angesprochen hatte war mehr bezogen auf die Fälle, die ungewollt schwanger werden. Das kann einerseits passieren, weil nicht genug aufgeklärt wurde, wie im Artikel angesprochen. Oder andererseits weil man, trotz besseren Wissens, den Kopf verliert und gegen die Vernunft und alles Wissen handelt. Die Gefahr besteht immer wenn starke Emotionen oder Triebe im Spiel sind, wie es nun einmal naturgemäß (insbesondere bei der ersten) Liebe / Sex der Fall ist. Das soll keinesfalls eine Wertung beinhalten, sondern lediglich eine auf Beobachtung basierende Feststellung sein.
- Cholesterinspiegel
- Schlafstörungen
- Zeckenbiss
- Schwangerschaft
- Depression
- Heilpraktiker
zu Gesundheit


