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08.02.2012, 13:52 Uhr

Trend zum Muster-Mix

Die Einrichtung einer Wohnung hat viel mit dem Selbstbewusstsein der Bewohner zu tun. Denn wilde Mustertapeten und Farbkombinationen sind auf den ersten Blick immer noch etwas für Mutige. Dabei können Muster nach Ansicht von Inneneinrichtungsexperten anregend und inspirierend wirken - und mit ein paar Tricks harmonieren sie auch mit den vorhandenen Möbeln.

Grenzenlose Kombinationsmöglichkeiten

Ob Grafik-Design, Neo-Barock oder nostalgische Stickmotive - selten war die Wohnungsdekoration bei Mustern und Farben so freizügig wie derzeit. Und selten zuvor gab es so wenig Grenzen bei der Kombination. Da steht das dreifarbige Sofa mit Grafikmuster vor einem Holz-Paravent im Pixel-Design, daneben tummeln sich Beistelltische aus Metall und Holz, und über dem Ensemble thront ein alter chinesischer Wandteppich.

Vorsicht vor weißen Wänden

Muster halten den Blick fest und inspirieren den Betrachter, erläutert ein Berliner Trendforscher: "Ich habe noch nie in einem weißen Raum ein interessantes Gespräch gehabt." Außerdem demonstrieren Muster und Farben in der Wohnung Selbstbewusstsein - das ist der einzige Trend, den man derzeit wirklich festhalten kann.

Drunter und drüber

"Ich gestalte heute meine Wohnung nicht so, wie es einem Trend entspricht - sondern wie es mir entspricht", ergänzt eine süddeutsche Architektin. Wie in der Mode derzeit alles drunter und drüber getragen wird, so wird jetzt in der Wohnung alles miteinander kombiniert. "Nur der eigene Geschmack setzt die Grenzen", fügt eine norddeutsche Wohnexpertin hinzu.

Anregend oder beruhigend

Dennoch gibt es einige Tricks, wie der wilde Mustermix doch harmonisch "rüberkommt". Zunächst sollte man sich fragen, wie der Raum genutzt werden soll: als Rückzugsort oder als Kommunikationszentrum? Danach richtet sich, ob die Farben und Muster anregend oder beruhigend wirken sollen.

Optische Weite vorgaukeln

"Wichtig ist auch, ob mit der Umgestaltung die Proportionen des Raums verändert werden sollen", sagt die Architektin. Horizontale Muster beispielsweise gaukeln dem menschlichen Auge optische Weite vor.

Zeit nehmen

Bei der Auswahl helfen Farbtafeln, Stoffmuster und einzelne Tapetenstücke, die die meisten Baumärkte und Fachhändler anbieten. "Und dann lassen Sie sich viel Zeit", rät die Expertin. Am besten wird das favorisierte Tapetenstück erst einmal an die Wand gehängt oder das interessante Stoffmuster auf das Sofa gelegt. So lässt sich dann die Wirkung über mehrere Tage testen, bei verschiedenen Tageszeit- und Lichtverhältnissen. Meist spürt man dabei schon, was wirklich zusammen passt, ob das Muster nervös macht oder die Farbe nach einer Weile nerven kann.

Sanfte Töne wählen

Wer danach immer noch unsicher ist, probiert es erst einmal mit gemusterten Sofakissen, Decken oder Vorhängen. Ist das Muster ausgesucht, bekommt aber nicht gleich das gesamte Zimmer eine neue Tapete. "Entweder man kombiniert verschiedene Tapeten, zum Beispiel Blumenmuster mit Streifen", empfiehlt der Trendforscher. Oder eine Wand wird tapeziert und alle weiteren in einer ähnlichen Farbe gestrichen. "Dafür wird ein Farbton aus der Tapete ausgewählt - meist der sanftere Ton", rät er. Wichtig sei, bei der Kombination von Mustern und Farben das "Wiederaufnehmen vorhandener Formen und Farben". So sollte sich etwa die dominante Farbe aus dem Patchwork-Vorhang im Teppich wiederfinden oder das Teppichmuster im Sofabezug.

Vorsicht bei knalligen Tönen

Auch wenn es derzeit keine eindeutigen Trendfarben gibt, eignen sich knallige Töne beim Farb- und Mustermix nur bedingt. Weil auch Holz in der Wohnung weiterhin schwer angesagt ist, passen sanfte Farben in vielen Fällen am besten. "Die angesagten Holztöne Eiche und Nussbaum harmonieren mit einem getrübten Zitronengelb, Efeu-Grün mit Patina sowie sanften Grau- und Blautönen", sagt der Trendforscher. Das Holz als Werkstoff für Möbel soll heutzutage übrigens so unbehandelt wie möglich aussehen. "Starke Maserungen sind jetzt gefragt", sagt der Trendexperte. Die Sägespuren bleiben stehen, und Astlöcher werden gezielt herausgearbeitet - und wird so das natürliche Muster betont.

Stuckdecke

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© Axel Springer AG

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