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01.02.2012, 16:19 Uhr

Vielen Finanzagentur-Kunden droht Kontosperrung

Frankfurt/Main (dpa) - Mehr als 400.000 Besitzer von Bundeswertpapieren haben ein Konto bei der Finanzagentur des Bundes. Viele müssen jetzt mit einer Sperrung des Kontos rechnen. Grund: Sie haben notwendige Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht.

Tausende Besitzer von Bundesschatzbriefen und anderen Bundeswertpapieren müssen sich auf die Kündigung ihrer Konten bei der Finanzagentur des Bundes einstellen. Wegen des Geldwäschegesetzes mussten die Kunden den Schuldenverwaltern mit Sitz in Frankfurt Unterlagen bis zum Dienstag (31. Januar) nachreichen, etwa eine beglaubigte Ausweiskopie. Etwa zwei Drittel der angeschriebenen rund 300.000 Kunden antworteten, wie ein Sprecher der Finanzagentur auf Anfrage sagte. "Jetzt prüfen wir, ob die Unterlagen vollständig sind und dem Geldwäschegesetz entsprechen." Antworten mit Poststempel 31. Januar würden noch berücksichtigt.

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Von 424.000 Gläubigern hatten zunächst 100.000 die Dokumente vollständig eingereicht. Die Schuldenverwalter hatten daraufhin noch einmal rund 300.000 Kunden angeschrieben. "Die Zahl der Kunden, die auf das zweite Schreiben korrekt geantwortet haben, liegt höher als in der ersten Runde", sagte der Sprecher. Die Auswertung der Antworten laufe auf Hochtouren. "Fest steht: Jetzt werden automatisch alle Konten von Kunden gesperrt, die nicht reagiert hatten". Die darauf angelegten Gelder würden aber weiter ausbezahlt, die Zinsen weiter berechnet. Weitere Papiere könnten allerdings nicht gekauft werden.

Beglaubigte Kopien können dem Sprecher zufolge noch nachgereicht werden, wenn das Konto einen Bestand aufweist. Dann werde die Finanzagentur eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen prüfen. Der Erwerb und die Aufbewahrung von Bundeswertpapieren sind bei der Finanzagentur kostenlos.

Insgesamt hatten private Gläubiger Ende Januar 9,1 Milliarden Euro bei der Agentur angelegt, die die Schulden der Bundesrepublik verwaltet. Anfang August waren es noch 9,3 Milliarden Euro. "Es besteht kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Aktion und dem Bestand", betonte der Sprecher. Entscheidend für den Rückgang seien vielmehr die historisch niedrigen Renditen. Genaue Zahlen über Kontensperrungen werden dem Sprecher zufolge voraussichtlich Ende der Woche feststehen.

Die Schuldenverwalter waren in der Vergangenheit massiv in die Kritik geraten, denn zu Hochzeiten riefen täglich bis zu 9.000 Kunden an, um sich über die Regelungen zu informieren - aber nur 1.000 kamen durch. Die Agentur erhöhte die Kapazitäten auf täglich 1.500 Anrufe, dennoch blieben Anrufer in den Warteschleifen hängen.

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13 Meinungen zu "Finanzagentur droht Kunden"

  • Zerotube
    Donnerstag, 02.02.2012, 12:12 Uhr
    @Nachfrager2012 "mit ökonomischen Regeln- und ohne sozialistischer Gleichmacherei...." Das hat nichts mit sozialistischer Gleichmacherei zu tun. Was wäre schlimm daran wenn beispielsweise die Hälfte der Menschen dieser Erde NICHT hungern müsste wie es derzeit aufgrund des Wirtschaftsystems ist? Das sind so Fragen die ich mir stelle...aber vielleicht hat ich da ein anderes Verständnis von Gerechtigkeit und Fairness.
  • dermerowinger
    Donnerstag, 02.02.2012, 12:07 Uhr
    Es wäre deutlich sinnvoller gewesen Ende Januar eine Meldung ala "wer bis zum 31.1. nicht wichtige Unterlagen einreicht, dem droht...." zu veröffentlichen anstatt erst auf das Thema anzusprechen, wenn es schon zu spät ist.
  • Zerotube
    Donnerstag, 02.02.2012, 12:03 Uhr
    @Nachfrager2012 Wie auch immer, wir haben halt andere Vorstellungen von den Zielen, die ein Wirtschaftssystem haben soll. Du bist der Meinung, der Profit muss im Mittelpunkt stehen und somit wenige Gewinner und viele Verlierer zu haben. Ich denke das es wichtig wäre, die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, und das kann eine Marktwirtschaft, die auf Profit basiert einfach nicht leisten und genau deswegen denke ich das eine Profit orientierte Martkwirtschaft eher ein Auslaufmodell werden wird.
  • Zerotube
    Donnerstag, 02.02.2012, 11:45 Uhr
    @Nachfrager2012 "ich schau in all Teller... und deswegen weiß ich auch- das es KEINE Alternative zur Marktwirtschaft gibt" Na gut, unverbesserlich, "alternativlos", du redest schon so wirr wie die Politiker. Es ist immer eine Weiterentwicklung möglich, sonst wären wir noch in der Steinzeit. Es gibt immer etwas zu verbessern und zu optimieren, und das betrifft auch die Marktwirtschaft. Na ja, ich sehe dein Teller hat einen sehr hohen Rand...
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