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Der Big Mac erklärt die Welt der Preise

Von Christian Flier

Die belegte Semmel kostet in den USA 3,41 US-Dollar, was für den Index den Basispreis darstellt. In Deutschland muss der Schnellesser 4,06 US-Dollar (2,99 Euro) bezahlen. In der Schweiz sind es 5,20 US-Dollar und in Island berappt der Liebhaber von Schmelzkäse, Sesam-Weck und Rinderhack gar umgerechnet 7,61 US-Dollar.

Das Leben auf der nordwest-europäischen Insel ist also teuer. Da aber auch in Schweden (4,86), Dänemark (5,08) und Norwegen (6,88) ein hohes Entgelt fällig wird, liegt der Schluss nahe, dass ebenso in Skandinavien das alltägliche Leben nicht billig ist.

China (1,45), Malaysia (1,60) und Ägypten (1,68) stehen auf der entgegengesetzen Seite. Hier ist die Lebenshaltung im Vergleich billig. Ebenfalls unter zwei Dollar kostet der Big Mac auch in Indonesien, den Philippinen, Thailand, Sri Lanka und der Ukraine.

Laut volkswirtschaftlicher Theorie dürfte das gar nicht sein, weil bei unterschiedlichen Preisen für ein Produkt sofort ein eifriger Handel einsetzen würde, bis die Gegenleistung für den Big Mac auf der ganzen Welt gleich hoch wäre. Dagegen sprechen aber Transaktionskosten wie etwa Geschäftsinteressen von Mc Donald's, Zölle, Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen, Haltbarkeit, Transportkosten und vieles mehr.

Der Big-Mac-Index stößt aber auch an andere Grenzen. So es ist in Ländern mit niedriger Kaufkraft oft viel billiger ein heimisches Gericht in einem Restaurant zu essen, als Fleischpflanzerl bei der amerikanischen Fast-Food-Kette. Der Big Mac ist dort also eine Mahlzeit für Besserverdiener, in Europa und Amerika aber ein ganz gewöhnliches Zweck-Produkt, was die Vergleichbarkeit der internationalen Preise einschränkt.

Gegen die umfassenden Erhebungen von renommierten Instituten in Kombination mit deren Wirtschaftsmodellen kommt der simple Index in Sachen Aussagekraft sowieso nicht an, auch wenn die Zusammenstellung der Modell-Warenkörbe problematisch ist und die Aufbereitung des Buletten-Index' wesentlich leichter ist.

Dennoch bilden die einfachen Vergleiche von Tall-Latte-Index, Coca-Cola-Landkarte und iPod-Preis anschaulich Tendenzen für die Kaufkraft ab. Dass in Island das alltägliche Leben sehr teuer ist und im Gegensatz dazu chinesische Lebensmittel ausgesprochen billig sind, belegen wissenschaftliche Studien genauso wie der Big-Mac-Index.

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