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Der Big Mac erklärt die Welt der Preise

Von Christian Flier

Um die Kaufkraft von Ländern zu vergleichen, gibt es wissenschaftlich komplexe Untersuchungen. Die englische Wirtschaftszeitung "The Economist" geht seit vielen Jahren jedoch einen anderen Weg. Die Briten suchten nach einem vergleichbaren Marken-Produkt, das nahezu auf der ganzen Welt angeboten wird.

Dabei sind die Experten auch auf Coca-Cola gestoßen. Da aber schon an einem Ort die Preise für die gleiche Flasche und Menge sehr unterschiedlich sein kann, ist die Koffein-Limonade nicht geeignet. Daher entschieden sich die Briten für den Big Mac: Egal ob London, Glasgow oder Belfast, das Frikadellen-Brötchen hat im gesamten Königreich dieselbe Größe, Qualität und denselben Preis.

Mit diesem auch international einheitlichen Produkt und dessen national angepassten Preisen lassen sich Aussagen über die Kaufkraft in den einzelnen Ländern machen. Das nennt "The Economist" den Big-Mac-Index.

Die Wissenschaft geht das Thema Kaufkraft umfassender an: Um Preise international zu vergleichen, bilden Volkswirtschaftler sogenannte Warenkörbe - Aufstellungen, bei denen der durchschnittliche Konsum eines Bürgers festgelegt wird. Die Gesamtkosten dieser Warenkörbe der Länder werden dann verglichen.

Doch ist die Zusammenstellung der Produktpalette aufwendig, wirft viele Fragen auf und muss eigentlich ständig angepasst werden. Wie aussagekräftig ist der monatliche Konsum von 0,367 CDs und 178 Gramm Butter? Lässt sich eine japanische Hose wirklich mit einer schwedischen oder einer südafrikanischen vergleichen?

Im Gegensatz dazu ist der Fleischklops von Mc Donald's ein standardisiertes Produkt. Abgesehen von nicht gewollten Abweichungen sollte der Big Mac in Deutschland knapp 500 Kilokalorien haben, 25 Gramm Fett und 2,3 Gramm Salz enthalten. Er besteht in unseren Breiten aus einem Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Gurkenscheiben, Zwiebeln, Salat, Schmelzkäse und einer speziellen Sauce. In Indien verwendet Mc Donald's Hähnchenfleisch, in Saudi-Arabien werden die Rinder nach dem Islam halal geschlachtet. Obwohl es nationale Eigenheiten gibt, ist das Fleischküchle-Weck trotzdem ziemlich einheitlich. In Tokyo, Auckland und Johannesburg ist das Frikadellen-Brötchen genauso auszumachen wie in Bombay, Medina oder Washington.

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