Docma-Preis: Ganz legale Pixeltrickserei
(cfl) - Wer glaubt schon Fotos? In Zeiten digitaler Bildbearbeitung ist technisch fast nichts mehr unmöglich. Professionelle Montagen und Retuschen sind für den Laien nicht mehr von Originalen zu unterscheiden. Genau diesem Phänomen nimmt sich der Docma-Preis 2009 an.
Doc Baumann, Herausgeber des Fachmagazins Docma, gab den Pixelkünstlern in diesem Jahr das Thema "Richtig falsch" mit. Die Teilnehmer sollten bearbeitete Aufnahmen mit den Originalen einschicken. Mit einer kleinen Geschichte konnten sie ihre Fälschung außerdem noch umschreiben.
So verwandelte einer der Bildfälscher zum Beispiel ein friedliches Alpenpanorama in einen "Spektakulären Selbstmord". Die Geschichte dazu lautet: "In der Schweiz, wo ein 86-Jähriger gestern Mittag hupend durch die Absperrung einer Alpenstraßen-Baustelle raste, um sich mit seinem Oldtimer-Cabriolet in die Tiefe zu stürzen. Schockierte Straßenbauarbeiter mussten mit ansehen, wie der Mann eine kleine Digitalkamera an einem Spielzeug-Fallschirm aus dem Fahrzeug warf, nachdem er seine Wahnsinnstat im Bild festgehalten hatte. Laut zuständiger Behörde hatte der als Auto-Fetischist bekannte Rentner zwei Tage vorher erfahren, dass er an Alzheimer erkrankt war."
Mit solchen und ähnlich skurrilen Foto-Geschichten treten die Kandidaten noch bis zum 15. November auf der Docma-Homepage gegeneinander an. Unabhängig vom Wettbewerb hat Doc Baumann für die Teilnehmer ein kleines Schmankerl organisiert: Wer will, kann seine digitalen Fälschungen einer Gruppe von Bildforensikern des Bundeskriminalamts vorlegen.
Die Experten erstellen dann ein Gutachten, wie aus dem Original die Montage entstanden sein könnte. Schließlich können dann die Kriminalisten ihre Ergebnisse mit dem Bericht der Bildfälscher abgleichen, um ihre Ermittlungsmethoden zu verbessern.
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