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11.11.2009, 15:30 Uhr

Der Tiefflug der Möwe in Kooperation mit Auto-News

Laguna Seca (USA) - Die Straße glänzt noch ein bisschen von morgendlicher Reiffrische. Aber Dieter Zetsche gibt beim Anfahren in der Kurve solide Gas. Und der neue Mercedes SLS ist nicht bereit, Traktion zu verlieren, spurtet nach vorn. "Der SLS soll komfortable Alltagstauglichkeit und sportliche Rennstreckenfähigkeit miteinander verbinden.", sagt uns Daimler-Chef Zetsche. Wir setzen uns hinters Steuer und testen, ob der Boss des Sternen-Imperiums recht behält.

Landung

Klar, am auffälligsten ist der SLS, wenn er seine Flügel schwingt - also mit geöffneten Türen da steht. Wie eine Möwe im Landeanflug scheint der Wagen sanft auf die Straße zu schweben. AMG, die Performance-Marke von Mercedes, setzt bei ihrem ersten komplett in Eigenregie entwickelten Auto genau dieses eine Stilmittel ein, um an den legendären 300 SL "Gullwing" zu erinnern. Aber der neue SLS ist in keinster Weise ein Auto im Retro-Design.

Flach mit extrem langer Nase zischt der reduziert gezeichnete Wagen durch den Wind. Und die Flügeltüren sind technisch nicht mit denen des alten 300 SL vergleichbar. Würde der SLS nach einem Überschlag auf dem Dach liegen, explodieren automatisch kleine Sprengsätze, welche die Türlager zerstören und so ein leichtes Abziehen oder Wegdrücken der Flügeltüren ermöglichen. Wer aus seinem SLS zum ersten Mal aussteigt, läuft allerdings Gefahr, sich den Kopf leicht an der Innenverkleidung der Tür zu stoßen - was wegen der weichen Materialien ohne Blessuren abgeht. Nach diesem einen Rempler ist man darauf eingestellt und für die Zukunft außer Gefahr.

Jet - ein bisschen

Das ansprechend reduzierte Design der Karosserie setzt sich in der Kabine fort - nichts wirkt überfrachtet. Schick sind die ein wenig an Flugzeug-Triebwerke erinnernden Lüftungsdüsen, die wir wohl bald auch in anderen Mercedes-Sportwagen wiederfinden werden. Der Wahlhebel des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes sieht wie ein kleiner Schubregler aus und lässt sich ohne zusätzlichen Knopfdruck in die entsprechende Position ziehen. Auf der geradlinigen Mittelkonsole warten hintereinander angeordnete, zum Fahrer geneigte Knöpfe auf Druck-Befehle. Hier lässt sich der Motor starten, stufenweise das ESP abschalten und das AMG-Menü aufrufen. Über letzteres kann der Fahrer beispielsweise ins Fahrzeug-Setup eingreifen, den Race-Timer starten oder sich die genaue Kühlmittel-Temperatur anzeigen lassen.

Sport für Große

Die Mittelbahnen der SLS-Sitze sind etwas weicher gepolstert als die Seitenwangen, was uns einen optimalen Kompromiss zwischen Langstrecken-Tauglichkeit und Race-Fähigkeiten fühlen lässt. Auch große Menschen haben jede Menge Freiheit für Beine und Kopf. "Ich bin ein Sitzriese und ich muss hier schließlich auch reinpassen", sagt uns Zetsche. Für kleinere Zeitgenossen ist es allerdings nicht ganz einfach, sitzend den in luftiger Höhe schwebenden Türgriff zu erreichen. Hier gilt es entweder, sich noch mal aus dem Sitz zu stemmen oder bereits beim Einsteigen die Tür mitzuziehen. Außerdem gibt es ein Band mit Klettverschluss als Zubehör, welches am inneren Türgriff befestigt werden kann - was aber der Optik nicht unbedingt zuträglich sein dürfte. In Sachen Ablagen hält sich der Supersportler etwas zurück: Die Mittelkonsole bietet zwei kleine Fächer und an der Rückwand zwischen den Sitzen wartet eine flache Ledertasche auf Kleinkram.

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2 Meinungen zu "Der Tiefflug der Möwe"

  • benutzer
    Freitag, 13.11.2009, 09:25 Uhr
    schickes ding. nur ein wenig zu teuer für otto normalverbraucher... aber es gibt wohl genügend people mit passenden konten, sonst gäbe es solche gefährte nicht
  • tennishexle
    Donnerstag, 12.11.2009, 10:04 Uhr
    Wow, was für ein Auto! Komfort, Sportlichkeit, relativ geringer Verbrauch und eine umwerfende Optik (ich fand schon den 300SL großartig). Da kribbelt es im Gasfuß, ein absoluter Traumwagen. Leider liegt die Betonung in diesem Wort für mich zumindest auf der ersten Silbe... :-(
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