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17.03.2010, 19:31 Uhr

GTÜ-Sommerreifentest: EU-Kennzeichnung unzureichend in Kooperation mit Auto-News

Stuttgart, 11. März 2010 - Ab 2012 gibt es eine EU- Kennzeichnungspflicht für Autoreifen. Ähnlich wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen sollen Aufkleber Auskunft über Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit der Pneus geben. Doch die Kennzeichnung ist unzureichend. Zu diesem Schluss kommen jedenfalls die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der Auto Club Europa (ACE). Die Tester untersuchten zwölf Sommerreifen der gängigen Größe 205/55 R 16 und nahmen die Einstufung nach dem neuen Label schon mal vorweg.

Wichtige Sicherheitseigenschaften unberücksichtigt

Laut GTÜ und ACE ist das europäische Zertifikat mangelhaft, da es sich auf Rollwiderstand, Nässehaftung und Abrollgeräusch beschränkt. Wichtige Eigenschaften wie die Aquaplaning-Sicherheit blieben jedoch unberücksichtigt, so die Tester. Abgesehen von der Beurteilung des Zertifikats liefert der Test natürlich Hinweise für Käufer. Als klarer Sieger ging der Continental Premium Contact 2 durchs Ziel, laut GTÜ ein ausgewogener Reifen mit Bestnote auf nasser Fahrbahn und relativ geringem Verschleiß. Das Prädikat "sehr empfehlenswert" vergaben die Tester an die Reifen Bridgestone Turanza ER 300, Michelin Primacy HP, Dunlop SP Fastresponse und Uniroyal Rain Expert.

Gefährliche Billigreifen

Die Note "empfehlenswert" erhielten die Modelle Goodyear Optigrip, Fulda Carat Progresso und Vredestein Sportrac 3. Die Billigreifen im Test jedoch waren ihr Geld nicht wert und zudem gar gefährlich. So landeten Billigheimer aus Fernost wie Wanli und Debica wegen sicherheitsrelevanter Schwächen im Bereich "nicht empfehlenswert".

Noten A bis G

Bei dem neuen EU-Label werden in jeder Disziplin die Einstufungen A bis G vergeben. In puncto Rollwiderstand war die bescheidene Note E die beste Einstufung. Im Nassgriff sieht es etwas besser aus. Zumindest ein "A" ist beim Testsieger Continental Premium Contact 2 zu finden. Erschreckend hingegen das Billigprodukt aus China, der Wanli mit der schlechten Note "E": Dort, wo die besten Pneus nach einer Vollbremsung aus 100 km/h zum Stehen kommen, rauscht das Billigprodukt noch mit mehr als 50 km/h vorbei. Ein Auffahrunfall mit schwersten Verletzungen für die Insassen wäre die Folge. Beim Abrollgeräusch brilliert der Champiro von GT Radial, doch der gehört zu den unsichersten bei Nässe. Über das wichtige Kapitel Aquaplaning geht das EU-Labeling galant hinweg. Dabei ist hier der Unterschied zwischen dem Billigreifen Wanli, der schon bei 66 km/h zum Schwimmer wird, und dem Goodyear, der noch mit 87 km/h die Spur hält, deutlich.

"Label muss verbessert werden"

Das Fazit laut GTÜ und ACE: Das neue Reifenlabel beschreibt die Eigenschaften von Reifen nur ungenügend. Wichtige Kriterien in puncto Sicherheit fehlen völlig. Deshalb setzen sich die beiden Testorganisationen für eine Optimierung des Labels ein.

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