Spam erkennen: So entlarvst du verdächtige E-Mails

Erst prüfen, dann klicken: Nicht jede Spam-Mail ist so plump wie die angebliche Gewinnbenachrichtigung. Wir zeigen dir, an welchen Warnzeichen du Spam erkennst und wie du eine verdächtige E-Mail in wenigen Schritten überprüfst.
Werkstudent Kieran
 Von Kieran – Lesedauer 6 Min.



In diesem Blog-Artikel ...

Spam-Mails erkennst du an einer Kombination verschiedener Warnzeichen:

einer ungewöhnlichen Absenderadresse, einer unerwarteten Nachricht, starkem Zeitdruck, ungewöhnlichen Forderungen sowie verdächtigen Links oder Anhängen. Ein einzelnes Merkmal beweist jedoch noch keinen Betrugsversuch, entscheidend ist der gesamte Kontext der Nachricht.

Kommt dir eine E-Mail verdächtig vor, öffne keine Links oder Anhänge und gib keine persönlichen Daten ein, bevor du Absender und Inhalt überprüft hast.

Was ist eine Spam-Mail?

Spam sind unerwünschte E-Mails, die ohne deine Zustimmung verschickt werden, meist massenhaft. Das kann reine Werbung sein, aber auch Betrug wie gefälschte Rechnungen oder Links zu Schadsoftware. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) besteht mehr als die Hälfte des weltweiten E-Mail-Aufkommens aus Spam.

Phishing ist eine besondere Form davon: Betrüger wollen gezielt Passwörter, Zahlungsdaten oder andere persönliche Informationen abgreifen. Phishing zählt damit zum Spam, aber nicht jede Spam-Mail ist Phishing. Mehr dazu im Ratgeber zum Thema Phishing.

Woran erkenne ich eine Spam-Mail?

Woran man Spam erkennt, zeigt diese Übersicht der wichtigsten Spam-Merkmale. Je mehr davon zutreffen, desto sicherer kannst du eine Spam-E-Mail erkennen:
 

Warnsignal Worauf du achten solltest
Absender Passt die E-Mail-Adresse wirklich zum angegebenen Namen oder Unternehmen?
Unerwartete Nachricht Hast du überhaupt eine Bestellung, Anmeldung oder Anfrage ausgelöst?
Zeitdruck Sollst du "sofort" handeln, bezahlen oder Daten bestätigen?
Ungewöhnliche Forderung Werden Passwörter, Zahlungsdaten oder andere sensible Informationen verlangt?
Links Passt die verlinkte Adresse tatsächlich zum angeblichen Anbieter?
Anhänge Erwartest du die Datei und kennst du den Absender? Sei besonders vorsichtig bei .exe, .bat, .js oder anderen ausführbaren Dateien.
Sprache und Gestaltung Fehler oder ungewöhnliches Design können Hinweise sein, sind allein aber kein Beweis.

 

Beispiel einer verdächtigen Gewinn-E-Mail mit unbekanntem Absender, unerwartetem ZIP-Anhang und dem Versprechen eines Einkaufsgutscheins im Wert von 500 Euro. Die markierten Stellen zeigen typische Warnsignale für Spam und mögliche Schadsoftware.
Spam erkennen: Typische Warnsignale einer betrügerischen Gewinnbenachrichtigung

Absender und E-Mail-Adresse prüfen

Ein seriös klingender Absendername reicht nicht aus.

Prüfe immer auch die tatsächliche E-Mail-Adresse und achte darauf, ob Domain und Absender zum angeblichen Unternehmen passen.

Den angezeigten Namen können Betrüger frei wählen. Um einen Spam-Absender zu erkennen, fahre am Computer mit der Maus über den Namen oder tippe in der App darauf. Achte bei der Adresse auf minimale Abweichungen wie "musterbamk.de" statt "musterbank.de" und prüfe unerwartete Absender besonders kritisch. Selbst eine korrekt aussehende Adresse ist keine Garantie, denn beim Spoofing werden Absenderangaben gezielt gefälscht. Mails von GMX und geprüften Partnerunternehmen erkennst du am GMX E-Mail-Siegel. Fehlt es, ist eine Mail aber nicht automatisch Spam.

Passt die Nachricht zum erwarteten Kontext?

Ist diese Mail Spam? Oft hilft schon die Frage: Erwarte ich diese Nachricht überhaupt? Typisch sind eine Versandbestätigung, obwohl du nichts bestellt hast, eine unerwartete Rechnung oder eine angebliche Kontosperre bei einem Dienst, den du kaum oder gar nicht nutzt.

Vorsicht bei Zeitdruck und Drohungen

Sätze wie "Ihr Konto wird gesperrt", "Ihr Paket kann nicht zugestellt werden" oder "Handeln Sie innerhalb von 24 Stunden" sollen verhindern, dass du die Nachricht in Ruhe prüfst. Nicht jede dringende Mail ist allerdings Spam, denn auch seriöse Unternehmen erinnern an Fristen. Entscheidend ist der Kontext.

Links in verdächtigen E-Mails prüfen

Der sichtbare Linktext verrät nicht, wohin ein Link führt. Fahre am Computer mit der Maus darüber, ohne zu klicken, dann erscheint die echte Adresse. Maßgeblich ist ihr Ende vor dem ersten einzelnen Schrägstrich: "musterbank.de.konto-login.info" gehört nicht der Musterbank, sondern zu "konto-login.info". Gib über ungeprüfte Links keine Zugangsdaten ein und öffne im Zweifel die Website oder App des Anbieters selbst. Am Smartphone öffnest du verdächtige Links besser gar nicht.

Mehr dazu in unseren Ratgebern zum Erkennen von Phishing-Links und zu den Folgen eines Klicks auf einen Phishing-Link.

Vorsicht bei Anhängen

Über Anhänge kann Schadsoftware auf deine Geräte gelangen. Prüfe angebliche Rechnungen, Mahnungen oder Bewerbungen besonders kritisch, denn auch ein harmloser Dateiname wie "Rechnung_Oktober.pdf" sagt nichts über die Sicherheit aus. Öffne keine unerwarteten oder unbekannten Anhänge und frag im Zweifel telefonisch beim Absender nach. Ist es doch passiert, hilft dir unser Ratgeber Malware erkennen und entfernen.

Sind Rechtschreibfehler noch ein sicheres Spam-Merkmal?

Nein.

Schlechte Sprache kann weiterhin ein Hinweis sein, aber auch professionell formulierte E-Mails können Spam oder Phishing sein. Entscheide deshalb nie allein anhand von Grammatik oder Rechtschreibung. Mit KI lassen sich heute fehlerfreie Texte erstellen, und laut einer Untersuchung des BSI zum Einfluss von KI reicht die Prüfung auf Rechtschreibfehler nicht mehr aus, um Phishing zu erkennen. Mehr dazu im Artikel KI erstellt gefährliche Phishing-Mails.

Spam, Werbung oder Newsletter: Was ist der Unterschied?

Ein unerwünschter Newsletter ist nicht automatisch Spam.

Hast du den Newsletter selbst abonniert oder einer werblichen Kontaktaufnahme zugestimmt, solltest du ihn regulär abbestellen, statt ihn als Spam zu markieren.

Der Unterschied liegt in der Einwilligung: Werbe-Mails sind in Deutschland grundsätzlich nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung erlaubt. Markierst du abonnierte Newsletter trotzdem als Spam, lernt dein Spamfilter Falsches. Wie du Newsletter bei GMX bequem abbestellst, erklären wir in einem eigenen Beitrag.

Bei echtem Spam solltest du dagegen keinen Abmeldelink anklicken. Damit bestätigst du womöglich deine Adresse oder landest auf einer gefälschten Seite.

Welche typischen Spam-Arten gibt es?

Spam kann ganz unterschiedlich aussehen: Fake-Gewinne, angebliche Rechnungen, Dating-Nachrichten, unseriöse Angebote oder vermeintliche Nachrichten von Banken und Bezahldiensten. Mehr dazu in unseren Übersichten zu typischen Spam-Arten und Maschen und aktuellen Phishing-Maschen.

Was tun, wenn eine E-Mail verdächtig ist?

Hast du eine verdächtige E-Mail erkannt, gehst du so vor:

  1. Nicht antworten.
  2. Keine Links oder Anhänge öffnen.
  3. Keine Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen eingeben.
  4. Absender und Anlass prüfen.
  5. Selbst nachsehen: Bei angeblichen Nachrichten eines Unternehmens rufst du dessen Website oder App selbst auf.
  6. Als Spam markieren: So lernt dein Spamfilter dazu.

Hast du bereits Zugangsdaten eingegeben, ändere sofort das Passwort. Achte grundsätzlich darauf, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert ist. Bei preisgegebenen Zahlungsdaten informierst du umgehend deine Bank. Wie du Spam im Postfach richtig behandelst, erklären wir im Ratgeber zum Umgang mit Spam-Mails. Kommt trotzdem immer wieder Spam an, helfen dir unsere Tipps gegen wiederkehrenden Spam.

Wie schützt GMX vor Spam?

GMX filtert verdächtige Nachrichten automatisch und verschiebt erkannte Spam-Mails in den entsprechenden Ordner. Markierst du falsch einsortierte Nachrichten als "Spam" beziehungsweise "Kein Spam", verbesserst du die persönliche Erkennung zusätzlich. Wie der Spamschutz im GMX Postfach genau funktioniert, erklären wir in einem eigenen Beitrag.

FAQ: Häufige Fragen zu Spam-Mails

1. Kann eine Spam-Mail professionell aussehen?
Ja. Viele Spam-Mails kopieren Logos und Tonfall bekannter Unternehmen und sind fehlerfrei formuliert. Achte deshalb vor allem auf Absenderadresse, Anlass, Zeitdruck, Links und Anhänge.

2. Ist jede unbekannte E-Mail Spam?
Nein. Auch neue Kontakte oder Shops schreiben dir beim ersten Mal von einer unbekannten Adresse. Erst wenn Warnzeichen wie Zeitdruck oder Forderungen nach sensiblen Daten hinzukommen, spricht das für Spam.

3. Kann Spam von einer bekannten E-Mail-Adresse kommen?
Ja. Absenderangaben lassen sich fälschen, und auch das E-Mail-Konto eines Bekannten kann missbraucht werden. Wirkt die Nachricht ungewöhnlich, frag auf einem anderen Weg nach, etwa telefonisch.

4. Ist ein unerwünschter Newsletter Spam?
Nicht unbedingt. Hast du den Newsletter selbst abonniert, bestellst du ihn regulär ab, statt ihn als Spam zu markieren.

5. Soll ich auf eine Spam-Mail antworten?
Nein. Eine Antwort bestätigt, dass deine Adresse aktiv ist, und kann noch mehr Spam nach sich ziehen. Markiere die Nachricht stattdessen als Spam.
 

Dieser Artikel erschien erstmalig am 19.02.2018 und wurde am 15.10.2026 überarbeitet.

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