(dpa/mm/cze) - Der nach einem Lawinenunfall schwerverletzte niederländische Prinz liegt weiter auf der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik. Die Königsfamilie ist in großer Sorge und erscheint täglich zu Besuch am Krankenbett. Unterdessen laufen Ermittlungen gegen den Begleiter des Prinzen.

Zusammen mit Königin Beatrix und Mutter Mabel besuchte am Montag erstmals Frisos Tochter Zaria ihren Vater in der Innsbrucker Klinik. Wie die niederländische Zeitung "De Telegraaf" berichtet, soll die Königsfamilie sie bei ihrem Besuch einen Hintereingang benutzt haben, um die Fünfjährige vor den Fernsehteams zu schützen.

Am Wochenende hatten sich laut Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur "APA" das Kronprinzenpaar Willem Alexander und Maxima um Zaria und ihre siebenjährige Schwester Luana gekümmert. Zusammen mit ihren eigenen Töchtern Amalia, Alexia und Ariane seien sie mit den Kindern des Verunglückten beim Skifahren gewesen.

Ermittlungen gegen Frisos Begleiter

Friso war am Freitag im österreichischen Skiort Lech von einer Lawine verschüttet worden und lag für 20 Minuten unter der tonnenschweren Schneedecke begraben. Nach Berichten der englischsprachigen "Austrian Times" soll der Begleiter des Prinzen, ein befreundeter Hotelier, Friso mit bloßen Händen aus den Schneemassen befreit haben. Auch er sei von der Lawine erfasst, dank eines Lawinenairbags jedoch nicht verschüttet worden.

Um den genauen Hergang des Lawinenunglücks aufzuklären, hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch laut "Kurier.at" Ermittlungen aufgenommen. Demnach werde geprüft, ob seitens des Hoteliers strafrechtlich relevantes Verhalten vorgelegen habe - ein Vorgehen, wie es bei Lawinenunfällen mit Toten oder Schwerverletzten üblich sei. Frisos Begleiter soll zu den genauen Umständen im Laufe der Woche befragt werden. Bisher sei dies nicht möglich gewesen, da er nach dem Unglück unter Schock gestanden habe.

Gerettet durch die Kälte?

Der Gesundheitszustand Frisos ist laut offiziellen Angaben des Königshauses am Montag unverändert. Der Prinz wurde von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Bereits am Wochenende hatten die Ärzte angekündigt, dass sich erst Ende der Woche zeigen werde, ob der Prinz durch den Sauerstoffmangel bleibende Schäden davontrage.

Österreichischen Medien zufolge halten die Ärzte bei Frisos aktuellem Zustand "alles für möglich". Er habe zwar keinen Schädelbruch erlitten, allerdings soll er bei seiner Bergung aus den Schneemassen stark unterkühlt gewesen sein. Das kann Medizinern zufolge bei Sauerstoffmangel aber auch positiv sein, da die Körperfunktionen herabgesetzt würden und so weniger Sauerstoff benötigt werde.