Egal, was auch an Bord passiert: Stewardessen, Flugbegleitern und Piloten ist stets daran gelegen, dass über den Wolken alle Ruhe bewahren. Damit Passagiere nicht unnötig in Aufregung versetzt werden, verwendet das Flugpersonal geheime Codes für unterschiedliche Situationen.

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"Was darf ich Ihnen zu trinken anbieten?" dürfte der häufigste Satz sein, den Sie je von einer Stewardess gehört haben. Ein Klassiker, nichts Besonderes, Standard. Bei Sätzen wie diesen hören wir deshalb schon gar nicht mehr so genau hin. Unterhalten sich die Flugbegleiter untereinander, geht es meist um Getränkenachschub oder leckere Snacks.

Es gibt allerdings Sätze, die sollten Sie als Passagier hellhörig machen. Denn hinter einigen Aussagen steckt weit mehr, als das erste Hinhören vermuten lässt.

Tatsächlich verstecken Stewardessen und Flugbegleiter pikante Informationen in einer eigens von ihnen entwickelten Sprache, in geheimen Codes. Diese Codes dienen der Kommunikation unter den Mitarbeitern - Passagiere haben meist keine Ahnung, was sich wirklich hinter den Aussagen versteckt.

Wenn Flugbegleiter Passagiere sexy finden

So offenbarte ein ehemaliger Steward in einer australischen Radiosendung, wie sich Flugbegleiter über attraktive Passagiere austauschen.

In der Show "Kyle und Jackie O" auf Kiis 1065 erklärte er: Der Code, der im Gespräch verwendet würde, generiere sich aus der Sitzplatznummer und einem möglichen Urlaubsziel. Sitzt auf 8D etwa ein sympathischer Herr, wird daraus in der Insider-Unterhaltung gern mal ein "Acht Tage in Dänemark wären ein Traum!".

Nackenkissen und Co.: Mit diesen Helfern überstehen Sie jeden Flug.

Checken Sie Ihre Bordkarte

Einem Bericht von "Stern.de" zufolge verwendet das Bodenpersonal des Frankfurter Flughafens einen ganz besonderen Code - und zwar auf den Bordkarten!

Während "FTL" für Frequent Travveler ("Vielflieger") oder "SEN" für Vielflieger mit Senatoren-Status stehen sollen, hat die Abkürzung "GGA" angeblich eine ganz eigene Bedeutung: Wer diese drei Buchstaben auf seiner Bordkarte findet, hat es sich wohl mit dem Bodenpersonal verscherzt.

Sie stehen nämlich angeblich für "Ganz großes A****loch" und werden wohl handschriftlich bei Passagieren vermerkt, die nicht gerade durch Höflichkeit aufgefallen sind.

Auch Piloten nutzen geheime Codes zur Kommunikation

Inwiefern es tatsächlich geheime Codes gibt, mit denen sich das Flugpersonal über Reisende austauscht, ist zumindest hierzulande fraglich. "Wir haben Sicherheitscodes. Aber keine Codes, die wir verwenden, um Geheimes vor den Passagieren zu besprechen", sagt eine langjährige Flugbegleiterin der Lufthansa auf Nachfrage der Redaktion.

Zu den genannten Sicherheitscodes gehören beispielsweise so genannte Transponder Codes oder Squaks. Gerät ein Pilot in eine bedrohliche Situation, kann er der Radarstation mithilfe solcher Codes entsprechend Nachrichten überbringen.

Bestimmte Zahlenfolgen stehen dann stellvertretend für Flugzeugentführung oder andere, dringende Notfälle. Vernehmen Sie von Piloten während Ihres Flugs eine vierstellige Zahl, deren Bedeutung sich Ihnen nicht aus dem Zusammenhang erschließt, könnte das auf eine kompliziertere Situation an Bord hinweisen.

Ähnlich verhält es sich mit den Namen "Hugo" oder "Jim Wilson". Letzterer wird auf internationalen Flügen laut "The Sun" als Deckname verwendet für den Fall, dass sich eine Leiche an Bord befindet.

Ein Pilot einer großen deutschen Airline bestätigte dies gegenüber dem Reiseportal "Travelbook.de" und ergänzte den Namen "Hugo": "Von einem 'Hugo' spricht man, wenn Passagiere als Leichen transportiert werden oder von Passagieren, die während des Flugs verstorben sind".

Nachts im Bad nur kurz das Licht angemacht und schon sieht man sie flink über die Fliesen huschen: Silberfischchen. Schädlich sind die kleinen Insekten keineswegs und ein Befall deutet auch nicht auf mangelhafte Sauberkeit hin - allerdings auf ein anderes Problem. Wir sagen Ihnen, was Sie dagegen tun können.

Nicht alles Gesagte ist wirklich eine Verschlüsselung

So spannend geheime Codes und verschlüsselte Nachrichten auch sind: Überbewerten Sie als Passagier das Gesagte an Bord nicht. Manches Mal unterhalten sich die Stewardessen nämlich wirklich nur über ihren nächsten Urlaub oder einen Bekannten namens Jim Wilson.


Verwendete Quellen:

  • Kiis 1065: Former Flight Attendant Reveals Cabin Crew's "Secret Code"
  • Stern.de: Das sind die geheimen Codes der Stewardessen
  • The Sun: Mile High Mortuary
  • Travelbook.de: Dieses Flugbegleiter-Codewort bedeutet, dass ein Toter an Bord ist