Malachitgrün ist ein leuchtend grüner Farbstoff, der als Färbemittel und Tierarzneimittel eingesetzt wird. Allerdings ist Malachitgrün auch potenziell krebserregend. Wir verraten dir, was es mit diesem Stoff auf sich hat.

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Malachitgrün wird als Arzneimittel in der Fischzucht eingesetzt. Der kostengünstige Stoff tötet zuverlässig Bakterien, Pilze und Parasiten ab. Denn gerade in heißen Sommern kommt es oft zu Pilzbefall in Aquakulturen.

Als Verbraucher:in kannst du Malachitgrün nicht so leicht erkennen, da es lediglich mit Laborproben nachgewiesen werden kann.

Einsatz von Malachitgrün trotz Verbot

Seit 2004 ist Malachitgrün europaweit verboten, wenn es um die Zucht von Speisefisch geht. Malachitgrün und sein Stoffwechselprodukt Leukomalachitgrün gelten als krebserregend und stehen im Verdacht, das Erbgut zu schädigen. Mittlerweile dürfen keine Rückstände von Malachitgrün mehr in Lebensmitteln nachgewiesen werden.

Doch leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass erhöhte Werte festgestellt werden. Malachitgrün wird zwar nur noch zur Behandlung von Zierfischen legal eingesetzt, doch dabei kann es über das Abwasser in Gewässer geraten und so Fische kontaminieren. Immer wieder kommt es zu Lebensmittelwarnungen, wenn Malachitgrün nachgewiesen wird.

Hinweis: Da der Einsatz von Malachitgrün in Europa verboten ist, findest du bei den Inhaltsstoffen auf einer Lebensmittelverpackung auch keine Hinweise darauf.

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In diesen Lebensmitteln und Stoffen kann Malachitgrün vorkommen

Überwiegend Fische und Meeresfrüchte sind von einer Belastung mit Malachitgrün betroffen. Doch nicht nur in Fischen aus Aquakulturen kann Malachitgrün vorkommen. Das hat folgende Gründe:

  • Auch wenn es eigentlich verboten ist, kommt es immer wieder vor, dass Malachitgrün trotzdem in der Fischzucht zum Einsatz kommt. Betroffen sind oft Regenbogenforellen oder Garnelen, die importiert werden. Aber auch Aale und Brassen sind teilweise betroffen.
  • Selbst bei in Flüssen gefangenen Fischen wurden Malachitgrün-Rückstände durch Proben nachgewiesen. Das kommt entweder daher, dass kontaminierte Tiere aus Fischzuchten in Gewässer ausgesetzt werden oder Gewässer durch kontaminiertes Abwasser verschmutzt sind.
  • Malachitgrün wird auchzum Färben von Leder, Seide und anderen Textilien benutzt. Werden diese dann gewaschen, gelangt der gefährliche Stoff ebenfalls in unsere Gewässer. Auch Papier kann mit Malachitgrün gefärbt sein.
  • Doch das ist nicht alles, was man mit Malachitgrün einfärben kann: Selbst auf Erbsen wurde der Stoff nachgewiesen. Malachitgrün sollte dafür sorgen, dass das Hülsenfrüchte grüner und appetitlicher aussehen.

Malachitgrün vermeiden

Der Stoff Malachitgrün kann seine Farbe ändern. Gerade ins Wasser gegeben, kann das Mittel fast farblos wirken. Fische absorbieren Malachitgrün schnell und speichern es im Gewebe ab, wo der Stoff langsam ausgeschieden wird. Ein mit Malachitgrün belasteter Fisch schimmert also nicht wirklich grünlich. Eine Belastung wird mit Proben nachgewiesen.

Auch wenn du selbst Malachitgrün in Lebensmittel mit bloßem Auge nicht erkennen kannst, kannst du dennoch versuchen, den Stoff zu vermeiden. Zum Beispiel so:

  • Esse wenig bis gar keinen Fisch – das gilt vor allem für Sorten, die aus Aquakulturen oder dem nicht EU-Ausland stammen. Viele Sorten sind ohnehin überfischt. Wenn du Fisch essen willst, solltest du dich vorher genau informieren und auf Siegel achten, die Informationen über Fangart und Aquakulturstandards geben.
  • Greife zu Lebensmitteln in Bio-Qualität. Diese Produkte unterliegen strengen Auflagen und werden ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Stoffen hergestellt.
  • Malachitgrün zum Verfärben wird nicht an Privatanwender:innen verkauft. Trotzdem solltest du immer darauf achten, mit welchen Mitteln du Stoffe einfärbst und wo du deine Kleidung kaufst. Du kannst auch mit natürlichen Mitteln Stoffe färben.

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