• Laufend bringt die Coronakrise neue Regeln und Bestimmungen mit sich. Was gilt eigentlich gerade?
  • Wir geben den aktuellen Überblick für die Arbeitswelt: Was Sie zu Homeoffice, Impfen & Co. wissen müssen.

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Jeder Geimpfte ist ein Schritt zu mehr Normalität. Bis genügend Menschen zweifach geimpft sind - zwei Wochen nach der zweiten Impfung gilt man als "vollständig geimpft" - müssen wir aber noch mit Einschränkungen leben. Das gilt auch für den Arbeitsplatz.

Zuletzt wurden im Zuge der sogenannten Bundes-Notbremse Regeln im Infektionsschutzgesetz und die Corona-Arbeitsschutzverordnung angepasst. Sie gelten vorerst bis Ende Juni 2021, solange weiterhin eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" vorliegt. Ein Überblick, was am Arbeitsplatz wichtig ist.

Homeoffice-Regelung

Darf ich im Homeoffice arbeiten - oder muss ich das sogar? Hier hat sich mit Paragraf 28b (Abs. 7) des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) seit Einführung der bundesweiten Notbremse ein neuer Stand ergeben:

  • Arbeitnehmer müssen ein Angebot auf Homeoffice nun annehmen, sofern keine Gründe dagegen sprechen.

Ein Grund dagegen wäre etwa, dass die Wohnung nicht für die Arbeit zu Hause geeignet ist oder man nicht über die notwendige technische Ausstattung verfügt.

Arbeitgeber waren schon seit Längerem verpflichtet, in den Bereichen Homeoffice anzubieten, in denen es möglich ist.

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Habe ich eine Test-Pflicht in der Arbeit?

  • Beschäftigte, die in Präsenz arbeiten, müssen derzeit laut Corona-Arbeitsschutzverordnung von ihrem Arbeitgeber mindestens zwei Corona-Testangebote pro Woche bekommen.

Die Kosten übernimmt der Arbeitgeber. Die Art des Tests - ob PCR-Test, Antigen-Schnelltest oder Selbsttest - spielt dabei keine Rolle.

Es besteht in der Regel keine Pflicht, die Testangebote anzunehmen. Ob einzelne Unternehmen die Testung auch verpflichtend machen können, ist rechtlich derzeit umstritten. Im Zweifel müssen Einzelfälle gerichtlich geprüft werden.

Arbeitsschutz-Maßnahmen

In der Corona-Arbeitsschutzverordnung ist festgeschrieben, welche Maßnahmen Arbeitgeber zum Schutz der Beschäftigten ergreifen müssen.

  • Neben dem Homeofficeangebot müssen Unternehmen insbesondere dafür sorgen, dass sich möglichst nicht mehrere Personen in einem Raum aufhalten und Beschäftigte genügend Abstand halten können.
  • Wo das nicht möglich ist, muss unter anderem regelmäßig gelüftet werden.
  • Es müssen zudem Abtrennungen zwischen den anwesenden Personen errichtet sowie das Tragen einer Maske verpflichtend gemacht werden.

Konkret gilt das für Räume, in denen pro Person im Raum weniger als zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Masken-Pflicht im Arbeitsplatz?

In diesen Fällen müssten Arbeitgeber medizinische Masken bereitstellen:

  • Die Räume genügen nicht der Anforderung von mindestens zehn Quadratmeter Fläche pro Person.
  • Der Abstand von 1,5 Metern kann nicht eingehalten werden.
  • Beschäftigte müssen Wege vom und zum Arbeitsplatz innerhalb von Gebäuden zurücklegen.

Bei bestimmten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß müssen Arbeitgeber höherwertige FFP2-Atemschutzmasken oder vergleichbare Typen bereitstellen.

Gibt es am Arbeitsplatz eine Tragepflicht für FFP2-Masken, muss es festgelegte Trage- und Erholungszeiten geben. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt:

  • Für FFP-Masken ohne Ausatemventil 75 Minuten Tragedauer am Stück, danach sollte eine halbe Stunde Maskenpause folgen.

Wenn der Arbeitgeber das Tragen einer Maske anordnet, müssen Beschäftigte dieser Anordnung Folge leisten. Das ist durch das Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Wer sich weigert, riskiert im Zweifel eine Abmahnung oder gar eine Kündigung.

Unter Umständen kann der Arbeitgeber bei Vorliegen eines ärztlichen Attests zur Befreiung von der Maskenpflicht sogar die Beschäftigung verweigern, wie zuletzt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln (Az.: 2 SaGa 1/21) gezeigt hat. Der Arbeitnehmer gilt in diesem Fall als arbeitsunfähig.

Quarantäne

Auch wenn die Zahlen wieder sinken und es mit den Impfungen vorangeht, können sich Menschen natürlich noch immer mit dem Coronavirus anstecken. Deshalb gilt:

  • Wer als Kontaktperson eingestuft ist, muss weiterhin in häusliche Quarantäne.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen während dieser Zeit im Homeoffice arbeiten, sofern das möglich ist. Das ergibt sich aus der jetzt geltenden Homeofficepflicht. Wer grundsätzlich nicht von zu Hause arbeiten kann, hat laut Infektionsschutzgesetz einen Entschädigungsanspruch in Höhe des Verdienstausfalls. Die Entschädigung zahlt der Arbeitgeber und bekommt sie später von der zuständigen Behörde erstattet.

Erkrankung

Wer krank ist und nicht zur Arbeit kommen kann, bekommt weiterhin sein Gehalt gezahlt. Es gelten die gleichen Regeln wie sonst im Krankheitsfall. Wer sich bei der Arbeit angesteckt hat, kann das unter Umständen als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit geltend machen. Dazu sollten sich Beschäftigte bei der Berufsgenossenschaft oder der zuständigen Unfallkasse melden, sofern der Arbeitgeber das nicht bereits übernommen hat. Infos finden sich etwa bei der DGUV.

Kinderbetreuung

Mit der Bundes-Notbremse hat die Bundesregierung den Anspruch auf Kinderkrankentage erneut ausgeweitet. Eltern sollen dadurch Lohnausfälle ausgleichen können, die entstehen, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Etwa, wenn Schule oder Kita geschlossen bleiben oder eine Klasse in Quarantäne geschickt wird.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld liegt nun bei 30 Tagen pro Elternteil und Kind. Für Alleinerziehende wurde der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Der Anspruch besteht, wenn Kind und Elternteil gesetzlich versichert sind. Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns.

Impfung

Es gibt für SARS-CoV-2 keine gesetzliche Impfpflicht. Arbeitgeber können von Beschäftigten nicht verlangen, sich impfen zu lassen.

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen dem Arbeitgeber nicht proaktiv mitteilen, ob sie eine Impfung erhalten haben.

Eine Nachfrage des Arbeitgebers könnte nach Einschätzung von Rechtsexperten aber zulässig sein, wenn der Arbeitgeber für die Gesundheit weiterer Arbeitnehmer zu sorgen hat. Sie müsste dann wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht das strenger. Dort heißt es, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber keine Auskunft zu der Frage schulden. Impfen sei mit Ausnahme der gesetzlich geregelten Masernimpfpflicht Privatsache der Beschäftigten. (dpa/af)

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