Wer sich ein Haustier kauft, bedenkt oft nur die Anschaffung und vergisst die Kosten im Laufe des Tierlebens: So kann eine Katze, die 16 Jahre alt wird, deutlich mehr als 10.000 Euro kosten.

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Menschen entscheiden sich aus den unterschiedlichsten Gründen für ein Haustier: Manche wünschen sich einen treuen Begleiter, Gesellschaft an einsamen Tagen, andere einen Spielgefährten für die Kinder.

Dabei haben die Meisten eine genau Vorstellung davon, welches Tier in ihren Haushalt einziehen soll: Ein Hundefreund würde sich niemals eine Katze zulegen und wer sich ein Kaninchen wünscht, wird mit einer Maus nicht glücklich werden.

Doch neben der Vorliebe für bestimmte Tierarten sollten künftige Tierhalter sich vorab genau mit den Kosten auseinandersetzten, die die Anschaffung mit sich bringt.

"Es ist wichtig, sich vor dem Kauf gut zu informieren und zu überlegen, ob man dazu bereit ist, jahrelang die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen", sagt Lisa Hoth, Tierärztin und Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Deshalb bietet der Tierschutzbund auf seiner Website Broschüren an, in denen sich zukünftige Tierhalter umfassend über ihr Lieblingstier informieren können.

Gerade bei den Kosten müssen Interessenten wissen, dass die laufenden Ausgaben über die Lebensdauer eines Tieres die Anschaffungskosten weit übersteigen, erklärt Hoth.

Wo kauft man am besten ein Haustier?

Eine wichtige Entscheidung ist, wo das Tier gekauft werden soll. "Wir raten dazu, sich zunächst in einem Tierheim nach einem Tier umzuschauen", sagt Hoth.

"Die Tiere dort sind genauso liebenswert wie Tiere vom Züchter und häufig nur durch besondere Umstände - wie etwa den Tod des Besitzers - im Heim gelandet."

Bei Mitnahme aus dem Tierheim wird eine von der Tierart abhängige Schutzgebühr fällig: Für Katzen liegt sie bei rund 100 Euro, bei Hunden mit etwa 200 Euro am Höchsten.

"Wer unbedingt ein Rassetier möchte, sollte sich einen guten und verantwortungsvollen Züchter aussuchen", sagt Hoth.

Diese würden erlauben, dass man das Tier vor dem Kauf besucht und sich von seinen guten Lebensbedingungen überzeugt. Dabei gebe es oft auch die Gelegenheit, die Eltern des zukünftigen Familienmitglieds kennenzulernen.

Züchter verlangen allerdings deutlich mehr: Für einen deutschen Schäferhund werden 1.000 bis 2.000 Euro fällig. Auch eine Rassekatze mit nachvollziehbarer Erblinie könne beim Züchter bis zu 2.000 Euro kosten, sagt Hoth.

Wie viel kostet ein Hund?

Auf die Kosten für das Tier folgen die Anfangsausgaben für Leine, Napf, Spielzeug und Körbchen. "Für die Grundausstattung für einen Hund rechnen wir mit rund 300 Euro", erklärt Hoth.

Darauf folgen die laufenden Kosten, also Futter, Hundesteuer, Haftpflichtversicherung und jährliche Tierarztbesuche für Entwurmungskuren und Impfungen. Sie liegen bei 750 bis 1.200 Euro im Jahr.

"Natürlich variieren die anfallenden Lebenskosten für einen Hund aufgrund seiner Lebensdauer und Körpergröße", erklärt Hoth.

Bei großen Hunden muss mehr Geld für das Futter eingerechnet werden, aber sie leben deutlich kürzer als kleine Hunde.

Der Tierschutzbund hat daher eine Beispielrechnung für einen mittelgroßen Hund aufgestellt, der 14 Jahre alt wird: Über seine gesamte Lebensdauer muss sein Besitzer mindestens 12.000 bis 17.000 Euro für ihn ausgeben.

Sonderkosten wie mögliche große Operationen oder eine Hundeschule sind dabei nicht enthalten.

Wie viel kostet eine Katze?

Bei Katzen kommt der deutsche Tierschutzbund mit seiner Beispielrechnung auf Kosten von mindestens 11.450 Euro für ein Tier, das 16 Jahre alt wird.

Aber: "Katzen sind keine Einzelgänger und sollten, wenn möglich, zu zweit gehalten werden", gibt Hoth zu bedenken. Bei zwei Tieren verdoppeln sich die Kosten entsprechend.

Außerdem warnt die Tierärztin, dass bei dem Kauf einer Rassekatze darauf geachtet werden sollte, dass der Züchter Erbkrankheiten ausschließen könne.

Diese seien bei Rassekatzen geläufig und könnten dem Eigentümer viel Unglück bescheren.

Auch rät sie dringend vom Kauf von Tieren im Internet ab: "Dort werden sehr viele Tiere verkauft, die illegal aus meist osteuropäischen Ländern importiert wurden. Sie sind fast immer viel zu jung, krank und in einem erbärmlichen Zustand."

Wie viel kostet ein Kleintier?

Bei Kleintieren sind die Kosten geringer als bei Hunden und Katzen: Kaninchen oder Meerschweinchen, die ebenfalls zu zweit gehalten werden sollten, werden rund 10 Jahre alt.

Die Kosten für zwei Tiere belaufen sich über deren gesamtes Leben auf wenigstens 7.000 Euro.

Auch Mäuse, die eineinhalb bis zwei Jahre lang leben, sollten nicht alleine gehalten werden. Hält man vier Mäuse, die zwei Jahre alt werden, muss man dafür insgesamt ungefähr 480 Euro einplanen.

Goldhamster hingegen sind Einzelgänger, werden im Schnitt drei Jahre alt und kosten über ihr gesamtes Leben rund 800 Euro.

Wie viel kostet ein Vogel?

Ähnlich wie bei Hunden hängen auch bei Vögeln die Kosten erheblich davon ab, für welche Art man sich entscheidet.

Wellensittiche oder Kanarienvögel etwa, die normalerweise 12 Jahre alt werden, kosten im Verlauf ihres Lebens 2.000 Euro. Allerdings sollten sie in Paaren gehalten werden, weshalb sich die Kosten verdoppeln.

Ein Beispiel, das am anderen Ende der Skala liegt, sind Graupapageien, die bis zu 50 Jahre alt werden können. Ihre Haltung ist auf das gesamte Leben gesehen dann deutlich teurer.

Grundsätzlich sei von Spontankäufen abzuraten, warnt Hoth. Gerade wenn ein Tier für Kinder gekauft werden soll, ist eine gute Abwägung vorab unerlässlich. Denn: "Nicht alle Tierarten sind für Kinder geeignet."

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