Die Deutschen lieben Haustiere: Im Jahr 2017 lebten unter den 82,3 Millionen Bürgern rund 34,3 Millionen Haustiere. Psychologe Dr. Wolfgang Krüger erklärt, welchen Einfluss die tierischen Mitbewohner auf Menschen und ihre Gesundheit haben.

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Sie kosten Geld, sie machen Dreck, sie fordern Zeit und Aufmerksamkeit - trotzdem steigt laut dem Statistikportal Statista seit Jahren die Zahl an Hunden, Katzen, Nagern und Vögeln, die in deutsche Haushalte einziehen.

Für den Berliner Psychologen Dr. Wolfgang Krüger ist das kein Wunder, "denn Haustiere können die Lebensstimmung eines Menschen nachhaltig verbessern". Dadurch, dass Heimtiere ständig anwesend und insofern ein zuverlässiger Lebensbegleiter seien, könnten Angstzustände und Depressionen verringert werden.

"Zudem empfinden viele Menschen, dass Tiere zuverlässiger als Mitmenschen sind, dass sie weniger enttäuschen und dass man ihre Verhaltensweisen erheblich besser begreift", erklärt er. Aus diesem Grund würden in der Psychotherapie auch Tiere eingesetzt, vor allem Pferde und Hunde.

Tiere helfen gegen Einsamkeit und Traurigkeit

Für viele Hundehalter ist ihr Vierbeiner der beste Freund. Wer alleine wohnt, fühlt sich mit einem Haustier nicht nur weniger einsam, sondern findet meist auch leichter Anschluss an andere Menschen. "Nicht umsonst hat jeder dritte deutsche Single ein Tier", weiß Antje Schreiber vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland.

"Gut für die Psyche ist auch das Gefühl, von seinem Tier gebraucht zu werden", fügt Wolfgang Krüger an. Gerade ältere Menschen und auch Kranke würden von der emotionalen Bindung zum Heimtier profitieren.

Auch bei Kindern haben etliche Studien nachgewiesen, dass sich Haustiere positiv auf ihre psychische und seelische Gesundheit auswirken. Kinder, die mit Hunden aufwachsen sind demnach umgänglicher und weniger aggressiv, können sich besser konzentrieren und Misserfolge einfacher bewältigen.

Bei Scheidungskindern stellte sich heraus, dass ihre Hunde oft als Tröster und Gesprächspartner dienten. Soweit die Psychologie.

Körperliche Gesundheit profitiert vielfach

Das Streicheln von Tieren entspannt und macht resistenter gegen Stress. "Beim Streicheln schüttet der menschliche Körper das so genannte Kuschelhormon Oxytocin aus", erklärt Dr. Krüger, was sich unter anderem positiv auf Blutdruck und Herzrhythmus auswirke.

Die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist es auch, die stets ganz oben auf der Liste der guten Auswirkungen auf den menschlichen Körper steht. Hunde zwingen ihre Halter zu regelmäßiger Bewegung. Tägliche Spaziergänge stärken das Immunsystem und Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und schlechte Cholesterinwerte werden verringert.

Bei Kindern können Vierbeiner sogar das Allergierisiko senken, wie amerikanische Wissenschaftler in der "Detroit Childhood Allergy Study" herausfanden. Grund dafür ist ein größeres und anderes Bakterienspektrum, das Katzen und Hunde ins Haus bringen.

Bürohunde gut für das Betriebsklima

Interessant ist auch, was der Bundesverband Bürohund meldet. Immer mehr Arbeitgeber, Personalabteilungen und Betriebsräte würden erlauben, Hunde ins Büro mitzunehmen. "Denn Hunde am Arbeitsplatz sorgen für ein besseres Betriebsklima, weil die Mitarbeiter ein gemeinsames Thema haben, eine geringere Krankenquote und sogar für einen Wettbewerbsvorteil auf der heutigen Suche nach Fachkräften", meint Bürohund-Vorsitzender Markus Beyer.

Voraussetzung sei allerdings, dass sich alle über das Verweilen des Hundes im Büro einig seien und niemand übergangen werde. Angesichts der Zahlen des Statistikportals Statista dürfte dies bei der ausgeprägten Heimtierliebe im Land sehr oft funktionieren, denn im Jahr 2017 lebten 13,7 Millionen Katzen, 9,2 Millionen Hunde und 1,97 Millionen Vögel in deutschen Haushalten.

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