• In den Supermärkten wird das Speiseöl knapp.
  • Der Ukraine-Konflikt ist nur einer der Gründe dafür.
  • Eine ohnehin angespannte Lage spitzt sich derzeit zu.

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Immer häufiger stehen Konsumentinnen und Konsumenten im Supermarkt vor leeren Öl-Regalen. Insbesondere Sonnenblumen- und Rapsöl sind aktuell Mangelware – oder rationiert respektive zu deutlich höheren Preisen verfügbar. Die Gründe dafür sind vielseitig und eng miteinander verknüpft.

Angefangen hat alles mit Hitzewellen und damit einhergehenden Dürren, die in wichtigen Exportnationen wie Kanada und Südamerika zu Ernteausfällen führten. Kanada meldete laut "agrarheute.com" 2021 die schlechteste Getreideernte seit 14 Jahren.

Die Ernteausfälle und die erhöhte Nachfrage hatten zur Folge, dass Ölsaaten zunehmend teurer wurden. Der Preis für Raps ist nach Angaben des ZDF "regelrecht explodiert": Mit über 900 Euro pro Tonne sei er zur Zeit so hoch wie nie.

In die Höhe getrieben hat den Preis aber unter anderem auch die Corona-Pandemie. Durch krankheitsbedingte Ausfälle kommt es laut der "Lebensmittelzeitung" seit Längerem zu Lieferverzögerungen.

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Speiseöl-Knappheit: Weitreichende Folgen des Ukraine-Konflikts

Der Ukraine-Konflikt hat die Situation noch zusätzlich verschärft. Denn die Ukraine gilt als Kornkammer Europas. "Die Ukraine ist der drittgrößte Exporteur von Mais. In der EU kommen nahezu 60 Prozent der gesamten Mais- und Gerstenimporte aus der Ukraine, beim Sonnenblumenöl sind es sogar fast 90 Prozent", erklärt Linde Götz im Interview mit "ZDF heute". "Mit Kriegsbeginn ist der gesamte Agrarexport aus der Ukraine zum Erliegen gekommen", fährt die Agrarexpertin fort.

"Noch ist in den Lagern Ware für etwa vier bis sechs Wochen vorhanden", sagt Maik Heunsch, der Pressesprecher des Verbands der Ölsaatenverarbeitenden Industrie, im Gespräch mit "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". 2,5 Millionen Tonnen Rohöl liegen noch in der Ukraine, könnten aber aufgrund der blockierten Lieferwege und des im Krieg eingesetzten und dadurch fehlenden Personals nicht weitertransportiert werden.

"Der Weizen, der jetzt nicht auf Schiffe verladen werden kann, fehlt auf den Tellern der Menschen in den einkommensschwachen Importländern", warnt Linde Götz. Sie befürchtet dort einen Anstieg der Unterernährung und fordert deshalb, dass der Agrarhandel von den Sanktionen ausgenommen bleibt.

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Verwendete Quellen:

  • Agrar heute: Katastrophale Getreideernte in Kanada – Schock für die Getreidemärkte
  • ZDF: Darum wird das Speiseöl im Supermarkt knapp
  • Lebensmittelzeitung: Handel geht das Speiseöl aus (Bezahlinhalt)
  • WAZ.DE: Warum Sonnenblumenöl in Supermärkten teurer und knapper wird

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