• Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und das ZDF-Magazin "frontal" werfen Aldi Greenwashing vor.
  • Der Discounter bewirbt Milch als klimaneutral.
  • Nun wehrt sich die Organisation ClimatePartner gegen die Vorwürfe.

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Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und das ZDF-Magazin "frontal" werfen der Supermarkt-Kette Aldi Greenwashing vor. Der Discounter bewirbt und vermarktet 3,8 % Fett-Milch der Eigenmarke FAIR & GUT als klimaneutral. Die "Landmilch" werde sowohl bei Aldi Süd als auch bei Aldi Nord angeboten.

Darum geht es

Auf dem Etikett des kritisierten Produkts weist ein grüner Fußabdruck und der Slogan "Diese Milch ist klimaneutral" darauf hin, dass es besonders klimafreundlich sein soll. Darunter befindet sich das Logo der Organisation ClimatePartner. Das Unternehmen arbeitet mit Aldi zusammen und verspricht auf seiner Website, dass es "Unternehmen und ihren Kunden" ermögliche, "das Klima zu schützen".

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Das wird dem Discounter vorgeworfen

Die Verbraucherorganisation Foodwatch machte in ihrem Bericht vom 21. Juni 2022 darauf aufmerksam, dass es sich dabei offenbar um Greenwashing handelt. Das bedeutet, dass Unternehmen versuchen, sich besonders umweltbewusst und nachhaltig zu präsentieren. In Wahrheit handelt es sich jedoch meist um eine geschickte Marketing-Masche. Für Verbraucher sei es schwer nachzuvollziehen, ob die Produkte tatsächlich klimaneutral sind.

Recherchen der Verbraucherorganisation sowie des ZDF-Magazins "frontal" wollen herausgefunden haben, dass überhaupt kein Klimaschutz vorliege. Aldi versuche, die durch die Milchproduktion verursachten Emissionen mit "fragwürdigen Projekten im Globalen Süden auszugleichen".

"Statt den CO2-Ausstoß vor Ort auf dem Bauernhof so weit wie möglich zu reduzieren, betreibt Aldi billigen Ablasshandel. Verbraucherinnen und Verbraucher, die der Umwelt mit dem Kauf der Milch etwas Gutes tun möchten, werden dreist getäuscht", wirft Manuel Wiemann von Foodwatch dem Discounter vor. In Uruguay beispielsweise finde ein CO2-Kompensations-Projekt statt, bei dem auf Eukalyptus-Plantagen das Ackergift Glyphosat zum Einsatz käme. Dieses zerstöre die Artenvielfalt vor Ort, betont Foodwatch.

Das sagt Aldi-Partner ClimatePartner jetzt zu den Vorwürfen

Das Unternehmen ClimatePartner hat sich nun zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung, die "Ruhr24" vorliegt, wehrte es sich gegen die Vorwürfe in Bezug auf das Aufforstungsprojekt in Uruguay. Die Kritik von Foodwatch lasse die strengen Standards, die durchgesetzt würden, sowie permanente Überprüfungen außen vor. Laut ClimatePartner würden sowohl der "FSC-Standard", als auch der "VCS-Standard" für "nachhaltige Waldbewirtschaftung" erfüllt werden.

Aldi selbst hat bislang noch kein Statement zu den Greenwashing-Vorwürfen abgegeben.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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