• Gleich sechs Süßigkeiten von Nestlé sind versteckt teurer geworden.
  • Dazu gehören unter anderem Lion, Kitkat und Smarties.
  • Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Süßigkeiten deshalb zur "Mogelpackung des Monats" gekürt.

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Nestlé hat bei gleich sechs seiner Süßigkeiten die Füllmenge der Packungen reduziert. Damit wird quasi die Hälfte des Süßwarensortiments des Herstellers versteckt um bis zu 25 Prozent teurer. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat die Produkte, darunter Smarties, Lion und Kitkat, daher zur "Mogelpackung des Monats" gekürt.

Konkret handelt es sich bei den Produkten um den Kitkat-Sammelpack, Kitkat Minis, den Lion-Sammelpack, Lion Minis, den Smarties-Sammelpack und Smarties Minis. In allen sechs Fällen wurde der Verpackungsinhalt deutlich reduziert, wie die VZHH mitteilt.

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Nestlé: Versteckte Preiserhöhung von bis zu 25 Prozent pro Packung

Im Kitkat-Sammelpack sind demnach nur noch vier statt fünf Riegel enthalten, im Lion-Sammelpack nur noch fünf Riegel statt sechs. Der Verkaufspreis hat sich trotz der geringeren Füllmenge jedoch nicht verändert: Im Fall von Kitkat wurden die Riegel somit um 25 Prozent, bei Lion um 20 Prozent teurer. Der Smarties-Sammelpack hat eine versteckte Preiserhöhung von mehr als 15 Prozent erfahren. Bei den Minis zeigt sich ein ähnliches Bild: jeweils rund 15 Prozent weniger Inhalt bei Kitkat, Lion und Smarties.

Nestlé ist in Sachen "Weniger drin, Preis gleich" Wiederholungstäter: Bereits in den vergangenen Jahren wurden bei zahlreichen Produkten die Füllmenge der Verpackungen reduziert, der Preis jedoch beibehalten. Zwischen 2014 und 2021 sind Süßwaren wie etwa die Smarties Minis um mehr als 60 Prozent teurer geworden.

Nestlé nimmt Stellung zum Preisanstieg

Gegenüber der VZHH begründet Nestlé den Preisanstieg bei den Produkten von Smarties, Lion und Kitkat folgendermaßen:

"(…) Mit dieser Anpassung reagieren wir auf gestiegene Kosten in den letzten Jahren. Beispielsweise investieren wir in unsere Produktionsanlagen – etwa um die Waffelqualität bei KitKat weiter zu erhöhen. Außerdem haben wir auch kontinuierlich Kosten durch Initiativen und Kooperationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, beispielsweise im Kakaoanbau (…)."

Nachhaltigkeit ist nach Angaben des Lebensmittelkonzerns auch aufgrund von neuen, umweltfreundlicheren Verpackungen mit für die Preiserhöhungen verantwortlich. So heißt es in der Stellungnahme der Nestlé Deutschland AG weiter:

"Wir möchten auch faire Arbeitsbedingungen für alle Menschen sicherstellen, die an der Produktion unserer Smarties in irgendeiner Form beteiligt sind. (...) Die damit einhergehenden Kosten versuchen wir zum größten Teil selbst aufzufangen, können aber dadurch bedingte Formatänderungen nicht gänzlich ausschließen."

Begründung für Entscheidungen für Verbraucherzentrale nicht ganz nachvollziehbar

In Zahlen bedeutet das laut Verbraucherzentrale, dass etwa für die gleiche Verpackungsgröße Smarties Minis (wenngleich mit 187 Gramm Inhalt pro Packung statt bislang 216 Gramm pro Packung) aufgrund der neuen Verpackung im Papierbeutel 15 Gramm mehr Verpackungsmaterial notwendig sind als bisher.

Eine Papierverpackung, die laut VZHH übrigens aufgrund ihrer Beschichtung nicht ganz so leicht recycelbar ist, wie Nestlé es Verbraucherinnen und Verbrauchern vermitteln will.

Auch die Argumentation der Nachhaltigkeit im Kakaoanbau scheint fragwürdig: Wie bereits 2020 bekannt wurde, muss der geerntete Nestlé-Kakao gar nicht mehr Fairtrade sein. Für die Vorgaben des Nachhaltigkeitsprogramms Nestlé Cacao Plan stand das Unternehmen zudem in der Kritik, weil es Kakaobauern zwar hohe Vorgaben gibt, im Gegenzug dazu aber keine Fairtrade-Prämien auszahlt.

Verwendete Quellen:

  • Verbraucherzentrale Hamburg: Mogelpackung des Monats: Smarties, Lion und Kitkat - wieder einmal alles teurer

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