Mit dem neuen und speziell für Asien konstruierten Kamiq will Skoda vom SUV-Boom in China profitieren. Der Neue verspricht viel Platz für wenig Geld. Durch das moderne Infotainment soll der Kamiq vor allem eine junge und urbane Käuferschicht ansprechen.

SUVs sind in China gerade schwer angesagt. In zwei Jahren soll deren Anteil an den Neuwagenverkäufen satte 60 Prozent betragen. Deswegen ist das nach den Modellen Kodiaq und Karoq dritte SUV von Skoda passgenau auf die Anforderungen des chinesischen Marktes zugeschnitten und wird auch gleich in China produziert. Als preisgünstiges Einsteigerfahrzeug mit zeitgemäßer Ausstattung ist der Skoda Kamiq vor allem für ein junges Publikum in den Ballungsräumen bestimmt.

Kostenoptimierte Technik für Einsteiger

Die Länge von 4,39 Metern ist fast identisch mit der des 4,38 Meter langen, 2017 vorgestellten Karoq. Die technische Basis ist jedoch eine ganz andere. Der Kamiq beruht nicht auf dem modernen „modularen Querbaukasten“, sondern auf einer über zehn Jahre alten Konzern-Plattform. Als Antrieb dient ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Benziner, der eine mit 81 kW (110 PS) und 150 Nm vergleichsweise bescheidene Daten vorweisen kann. Zum Vergleich: Der 1.5 TSI im Skoda Karoq bringt es auf stattliche 110 kW (150 PS) und 250 Nm. Geschaltet wird im Kamiq indes automatisch. Versionen mit Allrad oder Elektroantrieb sind derzeit nicht geplant.

Viel Kopffreiheit und Fußraum

Offiziell wird der Skoda Kamiq auf der Beijing Motor Show (25. April bis 4. Mai) vorgestellt, vorab wurde er schon in der tschechischen Botschaft enthüllt. Nach ersten Berichten bietet der Kamiq für ein SUV dieser Größe erfreulich viel Platz im Innenraum. Auch über 1,80 Meter große Hinterbänkler sollen dort ausreichend Platz vorfinden.

Infotainment versteht chinesische Dialekte

Wenn auch am Motor gespart wird, die Elektronik steht hinter Autos für Europa in keiner Weise zurück. Oben in der Mittelkonsole thront ein acht Zoll großes Display. Ein technisches Highlight ist die Sprachsteuerung, die von einem chinesischen Spezialisten für künstliche Intelligenz entwickelt wurde. Die Software versteht regionale chinesische Dialekte und soll sogar individuelle und lokale Sprachstile erlernen können. Über Apple CarPlay, Baidu Carlife und MirrorLink lassen sich Smartphones einbinden.

Der Skoda Kamiq soll in China mit umgerechnet 11.500 Euro zu Buche schlagen – weniger als jedes vergleichbare Auto in Europa. Damit könnte das Ziel von Skoda, ab 2020 in China jedes Jahr 600.000 Autos zu verkaufen, realistisch sein.  © 1&1 Mail & Media / CF