Der Super-GAU im Winter, die Scheiben sind nicht nur von außen, sondern auch von innen gefroren. Was tun?

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Warum ist meine Scheibe von innen gefroren?

Grundsätzlich ist die Ursache für Eis im Innenraum Feuchtigkeit, die sich im Auto sammelt. Die Frage ist, woher die Feuchtigkeit kommt. Oftmals bringt der Fahrer sie von draußen über nasse Schuhe, Jacke oder einen Regenschirm selbst mit rein. Auf kurzen Strecken kannst du die Feuchtigkeit nicht wegheizen. Das bedeutet, sie bleibt drin und legt sich auf die Innenseite der Fensterscheiben, wo sie gefriert, wenn es nur kalt genug wird.

Bei älteren Autos kann es sein, dass die Gummis an Türen und Heckklappe nicht mehr richtig schließen. So gelangt die feuchte Luft von außen nach innen. Manchmal liegt das an einem verstopften Pollenfilter oder der Ablauf des Schiebedachs ist undicht. Hier kann es sich lohnen, einen Fachmann zu konsultieren und die defekten Teile austauschen zu lassen.

5 Tipps für Erleichterung beim Eiskratzen

  • Lüften und von Feuchtigkeit befreien

Manchmal hilft es schon vor dem Einsteigen ins Auto, alle Türen zu öffnen und die Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Übrigens, die Parkplatzwahl kann auch eine Rolle spielen. Kühlt ein warmes Auto ab, schlägt sich der kalte Wasserdampf auf den Scheiben nieder. Parkt der Wagen an einer Mauer oder Hauswand, kühlt er nicht so schnell aus und an der Mauerseite dauert die Eisbildung länger.

  • Unbedingt den Eiskratzer nutzen

Das Kratzen im Innenraum ist mühsam und wegen der gewölbten Scheibe und den störenden Armaturen nicht einfach. Trotzdem unbedingt einen Eiskratzer verwenden und nicht die Scheckkarte oder die CD aus dem Handschuhfach, sonst können Kratzer entstehen.

  • Nach dem Kratzen trocken wischen

Schnee und Eis fallen beim Enteisen der Frontscheibe auf die Armaturen und hinterlassen hier wieder neue Feuchtigkeit, wenn man diese nicht beseitigt. Damit wäre dann nichts gewonnen. Daher gilt unbedingt das Eis mit einem Tuch zu trocknen und nicht einfach auf den Sitz oder den Boden zu wischen. Das Handtuch dann nicht im Auto liegen lassen, sondern mit in die Wohnung nehmen und beispielsweise auf der Heizung trocknen.

  • Kleidung ausklopfen

Zum Glück lässt sich der Feuchtigkeit ein bisschen vorbeugen. Schuhe und Jacke so gut es geht vor dem Einsteigen ausklopfen. Selbiges gilt für Regenschirme. Diese nicht im Auto lagern, sondern zum Trocknen immer herausnehmen. Zwar lässt sich so nicht die ganze Feuchtigkeit vermeiden, aber wenigstens ein Teil.

  • Gummimatte auslegen

Eine Gummimatte im Fußraum fängt nicht nur Schmutz von den Schuhen, sondern auch Nässe. So kann die Feuchtigkeit nicht in den Teppich eindringen und sich dort ansammeln. Die Matte am besten nach der Fahrt ausschütteln und wenn es sein muss zum Trocknen mit in die Wohnung nehmen, wie auch die Handtücher.

Was du besser nicht tun solltest

Den Motor laufen lassen, um die Lüftung für die Enteisung zu nutzen, kann teuer werden. Theoretisch hilft das, um die Scheibe freizulegen, doch praktisch ist es aus Umweltschutzgründen verboten. Das Bußgeld beträgt bis zu 80 Euro. Enteisungsspray ist nur für die Außenseite der Scheibe geeignet, aber nicht für den Innenraum. Kochendes Wasser zu nutzen ist auch nicht die beste Idee, denn so entstehen womöglich Risse in der Scheibe, deren Reparatur teuer sein kann.



Eiskratzen lässt sich im Winter nicht vermeiden

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Wer überhaupt keine Lust zum Eis kratzen hat, kann eine Frostschutzfolie für außen und innen nutzen. Diese ist wiederverwendbar und gibt es in gut sortierten Discountern zu kaufen. Oder man deckt die Scheibe mit einem Pappkarton ab. Natürlich kann es in beiden Fällen vorkommen, wenn es sehr kalt ist, dass sich etwas Eis unter dem jeweiligen Schutz absetzt, aber das ist in der Regel schneller entfernt als ohne diesen Schutz. Verfügt das Auto über eine Standheizung oder – beim Elektroauto – eine Vorheizung hat man einen klaren Vorteil gegenüber dem Frost. Durch das Aufheizen des Innenraums vor Fahrtbeginn taut das Eis ab und die Scheiben beschlagen nicht.  © auto motor und sport

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