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Nach dem schleppenden Erfolg seines zwei Millionen Euro teuren Elektro-Supersportwagens Nevera zieht Mate Rimac ein ernüchterndes Fazit. Seit 2017 hätten sich die Zeiten komplett verändert.

Lange galt der 1.914 PS starke Rimac Nevera mit seinen vier Elektromotoren als exotischer und fahrdynamischer Überflieger unter den Supersportwagen. Doch seitdem die Kroaten 2017 mit der Entwicklung begannen, hat sich der Markt für Elektro-Exoten verdichtet. Selbst vergleichsweise erschwingliche Modelle wie das Tesla Model S Plaid oder der Lucid Air erreichen mittlerweile ebenso schwindelerregende Fahrleistungen.

Video: Im Video: Rimac Nevera Onboard - neuer Nordschleifen Rekord | 7:05:298

Kein Wunder also, dass Rimac bisher nur gut 50 der geplanten 150 Nevera an Kunden verkaufen konnte – zu Preisen um zwei Millionen Euro. Auf dem Financial Times Future of the Car Summit in London zieht CEO Mate Rimac einsichtig Bilanz: Der Nachfrage-Rückgang nach High-End-Elektrofahrzeugen sei auch darauf zurückzuführen, dass der Massenmarkt immer mehr elektrisch werde. Wohlhabende wollten sich vermehrt mit analogem Fahrgefühl und Verbrennungsmotoren davon absetzen.

Nevera-Nachfolger könnte Verbrenner bekommen

"Rimac ist nicht ausschließlich elektrisch – Rimac macht das, was gerade am aufregendsten ist", sagte der Firmenboss. Damit schließt er auch nicht aus, dass sich der Nachfolger des Rimac Nevera vielleicht beim Verbrenner-Prinzip bedient. Spektakuläre Technik dafür gibt es im eigenen Haus reichlich – schließlich ist Mate Rimac ebenfalls CEO von Bugatti. Der Nachfolger des Bugatti Chiron setzt bereits auf einen komplett neu entwickelten V16-Saugmotor mit Hybrid-Unterstützung, der es auf eine Systemleistung von rund 1.800 PS bringt.

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In seiner Ausführung zieht Mate Rimac einen Vergleich zu analogen Armbanduhren, die bei vermögenden Personen hoch im Kurs stehen. "Eine Apple Watch kann alles besser", sagt Rimac. "Sie beherrscht neben der Zeit noch 1000 weitere Dinge, ist viel präziser und kann Ihre Herzfrequenz in Echtzeit messen. Aber niemand würde 200.000 Dollar für eine Apple Watch bezahlen." Wir dürfen also gespannt sein, welches Menü der 36-jährige Kroate den Superreichen als nächstes servieren darf.  © auto motor und sport

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