Ford hat jetzt offiziell bestätigt, bei der kommenden Rallye Dakar anzutreten. Das Werksteam wird mit einem Ford Ranger Prototyp starten. Der ist allerdings ein "alter Bekannter", denn das Auto wurde bereits im Vorjahr in Südafrika präsentiert. Die südafrikanische Ford-Motorsport-Abteilung ging damals mit einem neuen Boliden auf Punktefang. Der vom NWM Ford Castrol Team entwickelte Ford Ranger entspricht dem neuen FIA T1+ Reglement, das erheblich größere Freiräume bei der Konstruktion erlaubt als das bisherige T1-Regelwerk.

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Video: Im Video: Ford Ranger Rallye-Raid T1+

Bereits Anfang 2022 sind wir deshalb davon ausgegangen, dass dem regionalen Einsatz ein großer Aufschlag bei der Rallye Dakar folgen werde. Das ist nun offiziell bestätigt; Ford hat den Rallye-Ranger auch bereits in der aktuellen Optik (siehe Bildergalerie) vorgestellt. Die Basis des Einsatzfahrzeugs auf der vorjährigen Entwicklung erklärt auch, warum der Rallye-Pick-up noch im Look der letzten Ranger-Generation antritt und nicht das Gesicht der aktuellen Modellreihe trägt. Technisch ist das ohnehin belanglos; bis auf die Leuchten und den Kühlergrill entspricht kein Teil dem Serien-Ranger, weder dem vorherigen noch dem aktuellen.

Toyota im Visier

Der Einsatz geschieht nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Erzrivale Toyota mit einem Hilux Pick-up seit 2019 bereits dreimal die Rallye Dakar gewonnen hat, unter maßgeblicher Verantwortung des südafrikanischen Toyota-Gazoo-Motorsport-Teams. Ford bezeichnet die erste Teilnahme an der "Mutter aller Wüstenrallyes" als einen "Finish and learn"-Einsatz: Die Einsatzfahrzeuge sollen ins Ziel kommen und wertvolle Erkenntnisse liefern; Podiumsplätze sind nicht im Visier. Für die Dakar 2025 wird ein dann eine Weiterentwicklung als Ranger Raptor im aktuellen Look geplant.

Ein Vorteil für den Rallye-Ranger ist das relativ neue T1+-Reglement mit mehr Freiräumen bei der Konstruktion. Die wichtigste Reglementsänderung für T1+ ist die Genehmigung für größere Reifen und längere Federwege, mit denen die Allrad-Fahrzeuge wieder bessere Chancen gegenüber den früher dominierenden 2WD-Buggys erhalten sollen. Diese waren in dieser Hinsicht bis dahin bevorzugt und kamen deshalb auf Highspeed-Etappen deutlich besser zurecht. Entsprechend steht der aktuelle Ford Rallye-Ranger nun auf 37-Zoll-Reifen (zuvor 32 Zoll) und verfügt über einen um 70 auf satte 350 Millimeter erhöhten Federweg.

Die Karosserie des Rallye-Fahrzeugs besteht aus Kohlefaser sowie Aramid und verfügt über ungewöhnliche, nach vorne/oben öffnende "Schmetterlingstüren". Wie bei Rallyeautos üblich ist die Karosserie zwar dem Serienfahrzeug nachempfunden, technisch hat das Auto mit einem Serien-Ranger allerdings bis auf Leuchten und Kühlergrill nichts gemeinsam. Basis ist das bereits für 2021 entwickelte und eingesetzte T1-Fahrzeug, bei dem die Radaufhängung und die Antriebswellen auf die neuen größeren Reifen und höheren Federwege angepasst wurden.

Im Video: Der Hauptkonkurrent Toyota Hilux T1+

Video: Im Video: Toyota Hilux Dakar 2022

Durch die breitere Spur gegenüber dem T1-Vorgänger wächst die Außenbreite des Rallye-Ranger auf 2,30 Meter (+ 300 mm). Neben zahlreichen Änderungen am Fahrwerk musste das Team auch Lösungen finden, um die viel größeren Reserveräder unter dem Auto unterzubringen, da das Reglement nur noch die Mitnahme von zwei statt drei Reserverädern erlaubt. Der Wechsel auf 17-Zoll-Felgen ermöglichte außerdem die Installation von größeren 355-mm-Bremsscheiben, die die 328-mm-Versionen des Vorgängers ersetzen. Die vorderen Bremsscheiben sind luftgekühlt, während die hinteren sowohl luft- als auch wassergekühlt sind.

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3,5-Liter-Biturbo mit 408 PS

Das Mindestgewicht wurde reglementskonform um 150 auf 2.000 Kilogramm erhöht. Unverändert zum 2021er-Modell bleibt dagegen der 3,5-Liter-V6-Benziner mit Doppelturbo-Aufladung. Er bringt es auf eine Maximalleistung von 408 PS und auf maximal 600 Newtonmeter Drehmoment. Weil die Höchstgeschwindigkeit im neuen Reglement auf 170 km/h reduziert wurde (zuvor 180 km/h), wurde auch die Getriebeübersetzung entsprechend angepasst.  © auto motor und sport

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